Trainer Christian Titz gab nach dem Training gleich in drei Fällen Entwarnung. Matti Steinmann, der wegen eines leichten grippalen Infekts fehlte, soll ebenso wie Aaron Hunt in Kürze – wahrscheinlich schon morgen – wieder ins Training einsteigen. Hunt plagen erneut muskuläre Probleme. „Es ist aber deutlich besser als in der vergangenen Woche, da war es extremer“, erklärte Titz. Douglas Santos hatte das Training wegen den Nachfolgen eines grippalen Infekts vorzeitig beendet. Eine reine Vorsichtsmaßnahme, wie Titz klarstellte.

In seiner Sky-Kolumne lobt Rekordnationalspieler Lothar Matthäus den HSV-Trainer in höchsten Tönen. Seine klare Meinung: „Christian Titz hat jetzt schon bewiesen, dass er perfekt zu dieser Mannschaft und diesem Klub passt. Unabhängig davon, ob der HSV die Klasse hält, würde ich mit diesem Coach verlängern und den Weg weiter mit ihm gehen. Die Spieler glauben und vertrauen ihm – und die Art wie er Fußball spielen lässt, ist endlich wieder so, wie man sich das von einem großen Klub wie dem HSV vorstellt.“ Und? Rettet sich der Dino? Matthäus: „Aufgrund der letzten Wochen, muss ich sagen, dass das Wunder beim HSV wieder möglich ist. Titz hat einigen jungen Spielern, die ihn aus der U23 kennen, das Vertrauen geschenkt und ihnen gleichzeitig die Angst vor dem Versagen im Abstiegskampf genommen. Das hat er wirklich großartig hinbekommen.“

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher schreibt dem HSV eine große gesellschaftliche Bedeutung zu und bangt um dessen Klassenverbleib. „Es macht viel von unserem Selbstbewusstsein aus, dass wir eine Sportstadt sind, in der der Fußball auch gut vertreten ist“, sagte Tschentscher im NDR. „Ganz Deutschland schaut auf das, was im Fußballsport passiert. Der HSV ist ein ganz beliebter Verein auch über die Grenzen Hamburgs hinaus. Es macht uns sympathisch, wenn es gut läuft.“ Über seinen Sohn sei er zum HSV-Fan geworden, berichtete der Bürgermeister. Der traditionsreiche Verein präge die Sportstadt. Bei einem Abstieg müsse der HSV „alles daran setzen, um möglichst bald den Aufstieg zu schaffen. Es kommt darauf an, dass der HSV wieder auf die Füße kommt“.

Der frühere Nationalspieler Mario Basler gönnt dem HSV die Teilnahme an der Qualifikation. Oder besser gesagt: Er wünscht dem VfL Wolfsburg den Abstieg. „Ich halte nicht viel von dem Verein“, sagte er bei Sport1 und nahm Bezug auf das 1:3 im Keller-Kracher am Sonnabend gegen Hamburg: „Wenn es um ein Spiel geht, wo man einen Verein wegballern kann und so eine Leistung abruft, da lache ich mich ja kaputt. Nach dieser Leistung müssen sie absteigen.“

Trainer Bruno Labbadia und der VfL Wolfsburg, Konkurrent des HSV im Kampf um den Relegtionsplatz, muss am Sonnabend in Leipzig sowie am letzten Spieltag gegen den 1. FC Köln auf Marcel Tisserand verzichten. Der Defensiv-Allrounder zog sich gegen den HSV (1:3) einen Sehnenriss im rechten Oberschenkel zu und fällt auf unbestimmte Zeit aus.

Was auch immer der HSV in den beiden verbleibenden Spielen in Frankfurt und gegen Gladbach noch aus dem Hut zaubert, der Liga-Dino ist im Kampf um den Klassenerhalt auf Schützenhilfe aus Leipzig angewiesen. Denn die „Roten Bullen“ treffen am Sonnabend auf Hamburgs Konkurrenten im Kampf um den Relegationsplatz, den VfL Wolfsburg. Und da klingt es gar nicht gut, was RB-Coach Ralph Hasenhüttl nach der Klatsche bei Kellerkind Mainz (0:3) sagte, die dem HSV auch schon sehr wehtat. „Beim ersten Rückschlag wird es schwer, mental dagegen zu halten. Diese Kraft haben wir im Moment nicht. Da ist einfach die Luft raus. Es fühlt sich so an, als würden wir gerade die Zinsen für die letzten beiden Jahre zahlen. So ist das im Fußball und das fühlt sich nicht so gut an“, sagte Hasenhüttl.

Derzeit bilden Christian Titz und Lewis Holtby ein Traum-Duo. Unter dem Trainer holte der HSV zehn Punkte aus sechs Spielen und schöpft wieder Hoffnung auf den Klssenerhalt, der Mittelfeld-Antreiber erzielte in diesem Zeitraum vier Tore. Die beiden kennen sich in- und auswendig, denn Titz arbeitete schon vor Jahren als Holtbys Individualcoach. Im Rückblick auf diese Zeite berichtete Titz: „Als wir früher individual miteinander trainiert haben, stand er natürlich total im Fokus, da bin ich sehr auf die Details eingegangen, da war ich sehr kritisch und korrigierend, da war das nicht außergewöhnlich, dass er ab und zu mal ausgeflippt ist.“