TV-Experte Dietmar Hamann hat in seiner „Sky“-Kolumne die HSV-Profis und allen voran Lewis Holtby scharf kritisiert. „Wenn ich Holtby und Co. in den letzten Wochen höre oder Interviews von ihnen lese, fällt mir teilweise nichts mehr ein. Ein Gespür für die Realität ist da nicht jedermanns Sache. Bei Holtby hört sich das nach vier Toren so an, als stünde er kurz vor dem WM-Finale. Was ist mit den 25 Spielen, die komplett zum Vergessen waren? Was ist mit dem Lewis Holtby der letzten drei, vier Jahre?“, so Hamann. Der ehemalige Nationalspieler stellte genervt fest: „Jetzt stellt er sich vor Kameras und tut so, als seien sie zum einen schon gerettet und er zum anderen der Held. Der Held, der nach vier Jahren endlich mal einen Trainer hat, der was von Fußball versteht. Sehr respektlos gegenüber seinen früheren Fußball-Lehrern. Ein bisschen Bodenhaftung und Demut bitte.“ Hamann traut auch dem Aufschwung des HSV mit drei Siegen aus den zurückliegenden vier Spielen nicht: „Ich glaube immer noch, dass der HSV absteigt. Die Wahrscheinlichkeit spricht nach wie vor dafür. Selbst wenn Wolfsburg keinen Punkt mehr holt, muss Hamburg erst mal ein Spiel gewinnen.“

Über 100 Millionen Euro hat Klaus-Michael Kühne in den vergangenen Jahren in den HSV investiert. „Rein wirtschaftlich betrachtet, ist der HSV die schlechteste Investitionsentscheidung meines Lebens“, sagte der Milliardär nun der „Süddeutschen Zeitung“. Besonders verärgert ist er darüber, dass in den vergangenen Jahren nicht das richtige Management beim HSV verpflichtet worden ist. „Insgesamt ist es eine Schande. Furchtbar für Hamburg.“

Die Hoffnung auf den Klassenerhalt hat der 80-Jährige trotzdem noch nicht aufgegeben. „Beim HSV weiß man nie. Es ist noch nicht vorbei!“ Im Stadion will sich Kühne die entscheidenden HSV-Spiele allerdings nicht ansehen. Er sagt: „Ich gehe schon seit Jahren nicht mehr ins Stadion. Da werde ich erkannt und auch oft beschimpft. Ich sehe die Spiele aber immer im Fernsehen. Und dann leide ich mit. Wobei, eigentlich leide ich nicht mehr.“

Die letzten fünf Pflichtspiele hat David Bates, der im Sommer von den Glasgow Rangers zum HSV wechselt, wegen einer Bänderverletzung verpasst. Drei Spieltage vor dem Saisonende meldete sich der Verteidiger in Schottland nun wieder fit und feierte sein Trainings-Comeback. Das Beweisfoto veröffentlichte Bates bei Instagram.

Der Schiedsrichter für das Spiel in Frankfurt steht fest. Deniz Aytekin wird die Partie leiten. Für den Betriebswirt aus Oberasbach ist es der 21. Einsatz als Hauptschiedsrichter bei einem HSV-Spiel. Die Bilanz aus Hamburger Sicht: Sechs Siege, vier Unentschieden und zehn Niederlagen.

Das ging ja gut los: Gleich am ersten Tag des Rettercamps im thüringischen Teistungen passierte dem VfL Wolfsburg, oder besser gesagt dem Fahrer des Mannschaftsbusses der Wölfe, ein ungewöhnliches Malheur. Beim Wenden nach dem ersten Teamtraining nahm der Bus die Bordsteinkante des Parkplatzes mit. Der Stein wurde aus dem Boden gerissen, der Bus trug Beulen und Schrammen davon. „Wenn Wolfsburg so Fußball spielt, wie sie Bus fahren, steigen die ab…“, sagte ein Bauarbeiter vor Ort der „Bild“.

Am Sonnabend in Frankfurt (15.30 Uhr) will der HSV den nächsten Schritt in Richtung Wunder Klassenerhalt machen. Trainer Christian Titz sprach auf der Pressekonferenz über…

…das Spiel: „Ich erwarte ein ähnliches schweres Spiel wie in Hoffenheim. Wir müssen die Zweikämpfe annehmen und unser Spiel durchsetzen. Wir werden Frankfurt nicht unterschätzen, auch wenn es gerade bei ihnen nicht so läuft. Frankfurt stand während der Saison schon auf einem Champions-League-Platz und hat seine Stärken unter Beweis gestellt. Für die Eintracht gehts um den Europapokal.“

…Papadopoulos und Hunt: „Sie haben heute ganz normal trainiert, sind beide einsatzfähig. Aaron ist ein Spieler, der den Unterschied machen kann.“

…die über 5000 mitreisenden Fans: „Die Mannschaft benötigt diesen Funken, der überspringt. Wir sind sehr froh, dass wir wieder von so vielen Fans unterstützt werden.“

…das „Halbfinale“ gegen Frankfurt: „Ich glaube, dass es sehr positiv war, dass bei uns das Restprogramm letzte Woche als Viertelfinale und jetzt als Halbfinale dargestellt wurde. Wir haben aber nichts erreicht, sind zwei Punkte hinten dran. Wir sind die Mannschaft, die etwas gewinnen kann. Wir haben die Chance aufzuholen, wenn der Gegner patzt. Wir möchten jetzt den Weg weitergehen. Wir freuen uns alle auf das Spiel!“

…das Wolfsburg-Ergebnis: „Das spielt während unseres Spiels keine Rolle. Danach gucken wir auf die Ergebnisse der Gegner.“

…Wood: „Es freut mich für ihn, dass er den Elfmeter reingemacht hat. Es hat ihm Auftrieb gegeben. Wir sind froh, dass wir ihn wieder in der Mannschaft haben.“

…Arp: „Fiete wird wieder in der U19 spielen.“

…den möglichen Sprung auf Rang 16: „Der Sprung auf den Relegationsplatz wäre für uns alle etwas Besonderes. Das ist unser Ziel. Aber ich will mich noch nicht mit dem Was-Wäre-Wenn beschäftigen. Ich habe einen Glauben an meine Mannschaft, dass sie es schaffen kann.“

…die Anspannung: „Es gibt nicht um ein Leben, sondern um ein Fußballspiel.“

…den Ex-Frankfurter Waldschmidt: „Ich bin froh, dass ich so einen Spieler in meinen Reihen habe. Luca ist ein wichtiger Spieler für uns. Ob er in der Startelf stehen wird, werden wir sehen.“