Albin Ekdal stand seit fast drei Monaten mal wieder in der Startelf, gewann aber nur ein Drittel seiner Zweikämpfe und musste zur Pause in der Kabine bleiben. Mit Filip Kostic saß Hamburgs Topscorer (fünf Tore, drei Assists) etwas überraschend zunächst nur auf der Bank. Dort erlebte der Serbe den Spielbeginn zuletzt am neunten Spieltag zu Hause gegen Bayern, in den folgenden 23 Partien war der Linksfuß bis zum Gastspiel in Frankfurt stets von Beginn an aufgelaufen.

Diesen Treffer hätte der HSV heute in Frankfurt auch gut gebrauchen können. Fünf Spiele hatte David Bates (wechselt im Sommer von den Glasgow Rangers zum HSV) zuletzt verletzt verpasst. Im dritten Spiel der schottischen Meisterrunde feierte der Verteidiger heute sein Comeback und traf prompt per Kopf in der 85. Minute zum 1:0-Sieg gegen den FC Kilmarnock.

Eine schöne Randgeschichte bei der Niederlage in Frankfurt war Nicolai Müller, der nach einem zum Saisonauftakt erlittenen Kreuzbandriss endlich sein Comeback feierte. „Persönlich bin ich glücklich. Nach so langer Zeit wieder auf dem Platz zu stehen, war sehr emotional für mich“, sagte Müller. „Aber die Niederlage überlagert das natürlich. Wir wissen alle, was das bedeutet, auch wenn ich noch an die Rettung glaube.“

Der HSV hatte in Frankfurt zwar 60 Prozent Ballbesitz, war im gegnerischen Strafraum aber zu harmlos. Dort kamen die Hessen doppelt so oft zum Abschluss (zwölf Mal) wie die Hamburger. Der HSV kassierte letztlich seine zwölfte Auswärtsniederlage dieser Saison und egalisierte damit den Vereinsnegativrekord.

Abseits oder Fehlentscheidung? Diese Frage wurde nach dem Tor zum vermeintlichen 1:0 von Tatsuya Ito (25.) heiß diskutiert. Während in Frankfurt vom Schiedsrichter-Gespann zunächst kein Regelverstoß wahrgenommen worden war, hatte sich der Videoschiedsrichter Günter Perl in Köln eingeschaltet und den Treffer wegen Abseits zurückgenommen. „Das war hundertprozentig richtig entschieden“, sagt Ex-Schiedsrichter Markus Merk, der die Szene bei Sky mit Hilfe einer Linie analysierte. In der Tat stand Ito wohl hauchdünn im Abseits.

HSV-Trainer Christian Titz nach der 0:3-Niederlage in Frankfurt: „Wenn wir 1:0 in Führung gehen, wird das ein anderes Spiel. Das ist sehr ungünstig gelaufen und schade. Es hat heute nicht sein sollen. Es ist weiterhin rechnerisch möglich, dass wir es schaffen. Wir glauben noch dran und geben nicht auf.  Wir müssen jetzt unser Heimspiel gegen Gladbach gewinnen und hoffen, dass Wolfsburg zu Hause gegen Köln verliert.“

Aaron Hunt sagte nach dem 0:3 in Frankfurt: „Wir haben immer noch eine Chance, sie ist noch da! Wolfsburg hat uns am Leben gelassen, wir haben noch ein Finale. Wir müssen nächste Woche unsere Hausaufgaben machen und dann auf Köln hoffen. Wir stecken nicht auf.“ Zum Abseits-Tor von ito sagt der Passgeber: „Ob wir uns darüber aufregen oder nicht, es wird sich nichts ändern.“