Nach seiner fast einjährigen Verletzungspause kam Frankfurts Alex Meier zu seinem ersten Saisoneinsatz und traf gegen seinen Ex-Klub gleich mit seiner zweiten Ballberührung. Im zwölften Heimspiel gegen den HSV erzielte Meier sein achtes Tor für die Hessen – in neun Auftritten in Hamburg traf er nie. Übrigens: Der Meier-Treffer war das 100. Jokertor in dieser Spielzeit.

Eigentlich sollte Fiete Arp die U19 des HSV zum Titel in der Nordstaffel der Junioren-Bundesliga schießen, doch der Plan ging nicht auf. Nach der Klatsche gegen Dresden (0:4) gab es bei Werder Bremen ein 2:2, so zog Hertha BSC noch vorbei und qualifizierte sich als Tabellenerster für das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft. Arp kehrt nun in den Profi-Kader zurück. „Er ist ganz normal wieder dabei“, stellte Trainer Christian Titz klar.

In Frankfurt musste Flügelstürmer Tatsuya Ito zur Halbzeit ausgewechselt werden, bei einem Zusammenprall zog er sich eine Gehirnerschütterung zu und trug ein blaues Auge davon. „Ich habe mit ihm in der Pause gesprochen. Er wirkte wie jemand, der dir nicht richtig folgen kann“, berichtete HSV-Coach Christian Titz. Trotz der Kopfverletzung soll der Einsatz des 20-jährigen Japaners im Saison-Finale gegen Gladbach am Sonnabend nicht gefährdet sein, Ito schon am Dienstag wieder mit dem Team trainieren.

Zumindest einer hatte nach dem Abpfiff in Frankfurt einen guten Grund zur Freude: Erstmals seit seinem Kreuzbandriss im August vergangenen Jahres stand Nicolai Müller wieder für den HSV auf dem Platz. „Darauf habe ich hingearbeitet – auf nichts anderes. Das war mein großes Ziel. Es ist ja nicht alles ganz nach Plan gelaufen und hat etwas länger gedauert. Zum Glück hat es geklappt.“ Ob er Angst vor einem Rückschlag hatte? Müller: „Vielleicht davor ein bisschen, als ich noch nicht auf dem Platz stand. Auf dem Platz habe ich aber nicht mehr daran gedacht. Ich wollte so gut es geht noch helfen und habe nicht an mein Knie gedacht.“ Nun fühlt sich der 30-jährige Angreifer bereit für mehr. Auch für einen Einsatz von Beginn an? „Das muss der Trainer entscheiden. Ich glaube nicht, dass ich kommende Woche von Beginn an spielen werde. Aber wenn er mich bringt – warum nicht?“

Heribert Bruchhagen, der im März als Vorstandsvorsitzender des HSV entlassen worden war, hat im „Doppelpass“ bei Sport1 noch einmal auf sein Aus zurückgeblickt und die Schulf für den sportlichen Absturz anerkannt. „Ich hatte keinen Argwohn, dass diese Mannschaft nicht wettbewerbsfähig ist. Im Ergebnis war es eine Fehleinschätzung. Das habe ich mir selbst zuzuschreiben. Als Vorstandsvorsitzender hast du die Gesamtverantwortung, das ist nun mal so. Und in Hamburg rollen in so einer Situation eben Köpfe. Durch meine lange Zeit in Frankfurt hatte ich dort das Vertrauen, das hat in Hamburg gefehlt. Deswegen hat man mich aufgrund der Ergebnisse ausgetauscht. Das ist nachvollziehbar“, sagte Bruchhagen, der bedauert, welchen Ruf der Liga-Dino mittlerweile hat: „Es ist bitter. Der HSV ist kein Chaosverein, sondern ein sehr gut aufgestellter Klub. Aber in den letzten Jahren haben wir in der Zusammenstellung der Mannschaft eher schlecht agiert. Wenn man im Ranking des Lizenzspieleretats auf Platz neun und in der Tabelle auf Rang 17 steht, dann stehe ich dafür in der Verantwortung. Deswegen war meine Entlassung gerechtfertigt. Wir hatten sicher viele gutbezahlte Spieler, deren Gehalt sich nicht auf dem Rasen gespiegelt hat. Das ist ein Problem des HSV. Das konnte ich nicht ändern.“