Wegen Ito-Tor: So zerlegt TV-Experte Hamann den Video-Assistenten

Er ist nicht gerade als HSV-Anhänger bekannt, doch in der Sendung „Wontorra“ sprach Sky-Experte und Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann den Hamburger Fans aus der Seele. Hier seine Analyse des wegen einer angeblichen Abseitsstellung durch den Video-Assistenten Günter Perl annullierten Führungstreffers von Tatsuya Ito im Wortlaut: „Skandalös! Das ist eine skandalöse Entscheidung. Mein erster Eindruck war: ‚Der war Abseits‘. Aber wie der Video-Assistent in der Lage sein will, ohne diese kalibrierte Linie zu sehen – und wir reden von klaren Fehlentscheidungen – dass Ito vor dem Frankfurter Verteidiger steht, ist wir ein Rätsel. Es gab eine ähnliche Situation in Leipzig, wo – ich glaube, es war Augustin – direkt neben dem Wolfsburger steht und Abseits gegeben wurde. Wenn die einen Meter voneinander entfernt sind, kannst du so etwas entscheiden. Aber hier sind die 15, 20 Meter voneinander entfernt. Ich finde, dass das eine skandalöse Entscheidung ist. Ito hat die halbe Kniescheibe oder die halbe Schulter – Brust hat er ja wenig – vor der Linie. Und dort mit bloßem Auge zu entscheiden, wo es um Abstieg oder Nicht-Abstieg geht oder Relegation. Also ich halte das für eine skandalöse Entscheidung. Und wie gesagt: Wenn sie da 1:0 in Führung gehen, dann hätten wir jetzt möglicherweise eine andere Situation. Da sind wir jetzt wieder bei der Willkür. Ich habe kein Verständnis dafür und die Hamburger haben allen Grund, erbost zu sein.“

Ex-HSV-Profi Beister mit Uerdingen vor dem Titel

Der frühere HSV-Profi Maximilian Beister steht mit dem KFC Uerdingen vor dem letzten Spieltag weiter an der Spitze der Regionalliga West und damit vor dem Titel. Beim 4:0 über Wuppertal erzielte der Angreifer den Führungstreffer, es war sein zehntes Tor im 14. Einsatz. Mit einem Sieg im Saison-Finale beim SC Wiedenbrück würde der KFC die Aufstiegsrunde zur Dritten Liga erreichen.

Kölns Trainer Ruthenbeck: „Werden alles raushauen!“

Der HSV braucht zum Abschluss einen Sieg gegen Gladbach und ist auf die Schützenhilfe des 1. FC Köln in Wolfsburg angewiesen, um die Relegation noch zu erreichen. Stefan Ruthenbeck, der Trainer des Tabellenletzten und Absteigers, will sich mit seinem Team würdig verabschieden und betont: „Fußball-Deutschland schaut auf uns. Ich kann kein Ergebnis versprechen, aber wir werden noch einmal alles raushauen. Es gilt, sich zu wehren. Die Fans sollen sagen können: Respekt, der FC ist mit Anstand abgestiegen.“

Ito-Tor: Experte Hamann spricht von einem „Skandal“

Dass Video-Assistent Günter Perl den Treffer von Tatsuya Ito annulieren ließ, obwohl die Situation auch anhand der TV-Bilder nicht eindeutig aufzulösen ist, bezeichnete Sky-Experte Dietmar Hamann in der Sendung „Wontorra“ als einen „Skandal“. Schließlich sei die Regel klar kommuniziert worden, dass nur dann eingegriffen werde, wenn es sich um eine „klare Fehlentscheidung“ handele. Den HSV sieht der frühere Nationalspieler am letzten Spieltag im Kampf um die Relegation aber weiterhin nicht chancenlos: „Für Wolfsburg ist es gegen Köln aus pyschologischer Sicht sehr viel schwerer. Für den HSV gibt es gegen Gladbach ja nur offenes Visier.“

„Nicht eindeutig!“ Das sagt Titz über Itos Abseitstor

Mit einer Nacht Abstand ärgert sich Christian Titz immer noch über den Auftritt in Frankfurt („Es lag an uns, wir haben nicht gut verteidigt“), aber eben auch über die Entscheidung des Video-Assistenten, das vermeintliche Führungs-Tor von Tatsuya Ito abzuerkennen. „Natürlich hätte es das Spiel verändern können und die Regelung ist so, dass eingegriffen wird, wenn es eindeutig ist. Und ich habe es mit bloßem Auge nicht erkennen können. Aber kein Vorwurf an die Schiedsrichter, sie haben das Tor ja durchgewunken. Es passiert, wir können es jetzt nicht mehr änden.“

Angst vor wütenden Fans: Wolfsburg leitet Teambus um

Rund 100 Fans des VfL Wolfsburg haben am späten Sonnabend auf die Rückkehr der Profis gewartet. Nach Rücksprache mit Polizei und Sicherheitsdienst entschieden sich die Niedersachsen dann, nicht wie geplant zur Geschäftsstelle zurückzufahren. Dies bestätigte eine Sprecherin des Vereins am Sonntag. Um die Konfrontation mit den wütenden Anhängern zu vermeiden, wurden die Profis und der Trainerstab um Bruno Labbadia wenige Stunden nach dem desolaten 1:4 bei RB Leipzig stattdessen „an einem anderen Ort herausgelassen“. Genauere Angaben machte der Verein nicht.

Besuch für Titz

Da kommt Freude auf. Christian Titz erhält heute beim Training Besuch von Anhängern der Rhein-Neckar Löwen, die später im Endspiel des Handball-Final-Four auf Hannover-Burgdorf treffen. Titz‘ Heimatort Edingen-Neckarhausen ist absolute Löwen-Hochburg.

Abseits? Laut Schiri Aytekin war es „Fakt“

Die Diskussion um Tatsuya Itos wegen des Videoassistenten Günter Perl nicht gegebenen Tores geht weiter. Gegenüber Sky sagte Schiri Deniz Aytekin, der den Treffer zunächst anerkannt hatte: „Der Videoassistent hat mich angefunkt und war sich sicher. Und wenn man sich das anguckt, ist es eben abseits. Es war eine faktische Entscheidung, deswegen bin ich nicht noch rausgelaufen, um es mir anzugucken. Das ist auch so im Regelwerk festgehalten. Dann ist es so, dass ich nicht noch zusätzlich rauslaufen muss. Wir müssen uns an die Fakten halten: Und da war es abseits!“

Foto: Imago

Trotz Horror-Bilanz: Labbadia bleibt Wolfsburg-Trainer

Ungeachtet der bedrohlichen Lage im Abstiegskampf schließt der HSV-Konkurrent Wolfsburg eine Trennung von Trainer Bruno Labbadia vor dem Saisonfinale aus. „Wir stehen voll hinter dem Trainer und sind weiterhin davon überzeugt, dass wir die fehlenden Punkte für die Relegation holen werden“, sagte VfL-Geschäftsführer Dr. Tim Schumacher nach dem 1:4 in Leipzig der „Bild am Sonntag“. Wolfsburg liegt auf dem 16. Tabellenplatz und würde bei einer Niederlage gegen Absteiger Köln und einem HSV-Sieg gegen Gladbach sogar auf einen direkten Abstiegsplatz rutschen. „Theoretisch, wenn auch nicht aus eigener Kraft, wäre bei einem Sieg ja auch noch der direkte Klassenerhalt denkbar“, ergänzte Schumacher. Dafür müsste dann der SC Freiburg sein Heimspiel gegen den FC Augsburg verlieren. Wolfsburg spielt aktuell die schlechteste Saison seiner Bundesliga-Historie und hat bereits zweimal den Trainer gewechselt. Auf den Niederländer Andries Jonker folgte Martin Schmidt, ehe im Februar Labbadia übernahm. Doch auch unter dem einstigen HSV-Retter lief es nicht besser. In zehn Spielen unter Labbadia gab es nur einen Sieg, die vergangenen drei Begegnungen wurden allesamt verloren.