Wie stellt sich die Personalsituation dar, kehrt Nicolai Müller in die Startelf zurück, mit welchem Gefühl blickt er dem entscheidenden Spiel im Kampf um den Relegationsplatz entgegen? Fragen, die Christian Titz morgen bei der Pressekonferenz vor dem Duell mit Borussia Mönchengladbach ab 13.30 Uhr gestellt bekommen wird. Die Antworten des HSV-Trainers gibt es hier bei HSV24.

Ungewöhnlich, aber gut: Der HSV ändert seine gewöhnlichen Abläufe, statt des üblichen Geheim-Trainings lädt er alle Fans am morgigen Feiertag sogar ganz offensiv zur öffentlichen Einheit in den Volkspark ein. Dahinter steckt der Wunsch von Coach Christian Titz und den Hamburger Profis, sich gemeinsam mit den Anhängern auf das Saison-Finale am Sonnabend gegen Gladbach einzuschwören. Um 11 Uhr geht es los.

In der Regionalliga Nord geht die U21 des HSV als Spitzenreiter in das letzte Spiel gegen die U23 von Eintracht Braunschweig am Sonntag. Verfolger Weiche Flensburg kam heute nicht über ein 1:1 gegen den BSV Schwarz-Weiß Rehden hinaus, zog nach Punkten gleich, blieb aber aufgrund der weniger geschossenen Tore hinter den Hamburgern. Im Kampf um den Titel hat Weiche aber dennoch die besseren Karten, weil das Team noch zwei Spiele zu absolvieren hat.

Vor dem Saison-Finale gegen Absteiger Köln hat Maximilian Arnold beim VfL Wolfsburg mit einem Rundumschlag gegen Verantwortliche, Trainer und Fans für Aufsehen gesorgt. „Da ist vieles nicht optimal gelaufen. Die Unruhe zieht sich durch alle Ebenen wie ein Roter Faden. Das kommt auch ganz unten bei den Spielern an“, sagte der Mittelfeldspieler der „Sport Bild“ und berichtete, er werde auch im Privatleben immer wieder darauf angesprochen. „Sogar wenn ich die Post aus dem Briefkasten hole, fragen die Nachbarn“, sagte Arnold. Die Personalpolitik auf Führungsebene habe dazu einen Beitrag geleistet: „Wenn man in der Saison drei Trainer hat, kann keine Kontinuität einkehren. Jeder hat eine andere Philosophie.“ Auf Andries Jonker und Martin Schmidt folgte Bruno Labbadia, der erst eines von zehn Spielen gewinnen konnte. „Ich glaube, er weiß schon, was er tut, und dass er solche Situationen angehen kann“, sagte Arnold über seinen dritten Coach in dieser Serie. Es sei nicht leicht für Labbadia, weil dieser den Kader nicht selbst zusammengestellt habe: „Wenn er Einfluss auf den Kader gehabt hätte, würde es ihm leichter fallen.“ Die Unruhe und den Hass den eigenen Fans kann Arnold zwar nachvollziehen, er ärgert sich aber auch darüber: „Manchmal wünsche ich mir, dass Spieler und Fans mal die Rollen tauschen könnten, um besser zu verstehen, dass mehr dahintersteckt, als nur 90 Minuten dem Ball hinterherzurennen.“ Der VfL benötigt mindestens einen Punkt, um nicht mehr vom HSV abgefangen werden zu können.

Nur noch ein Spiel steht für die Profis des 1. FC Köln an, dann ist die Saison vorbei. Doch nachdem Stefan Ruthenbeck zu Beginn der Vorbereitung auf die letzte Partie beim VfL Wolfsburg einen Spannungsabfall erkannt hatte, zog er die Zügel noch einmal an. Sogar nach dem Keller-Kracher müssen die FC-Kicker bis Donnerstag nachsitzen: Ausgiebige Tests zur Analyse der Horror-Saison sind geplant. „Wir haben eine enorme Testbatterie“, sagte Ruthenbeck. Den Anfang machten sie am Dienstag, da stand ein Laktattest an. „Es werden viele Dinge geprüft und untersucht, weil wir glauben, dass das die Basis für die kommende Saison ist. Es geht darum, sich noch einmal voll zu belasten, und das machen sie nicht, wenn sie auf Mallorca-Kurs sind“, so der Trainer. Das dürfte dem HSV Hoffnung machen, der auf einen Kölner Sieg in Wolfsburg angewiesen ist, um noch die Relegation erreichen zu können.

Der Blick der HSV-Fans geht am Sonnabend auch rüber nach Wolfsburg – denn nur wenn der 1. FC Köln beim VfL gewinnt, würde ein HSV-Sieg gegen Gladbach für das Erreichen der Relegation genügen. Kölns Keeper Timo Horn gibt sich zwar neutral („Wir stehen weder auf der Seite von Wolfsburg noch vom HSV“) liefert aber ein Versprechen ab: „Wir wollen für die Fans ein gutes Spiel machen. Zuletzt gegen München haben wir uns schon nicht hängen lassen. Das wird auch diesmal nicht passieren.“

Ob mit oder ohne die erhofften Relegationsspiele um den Klassenerhalt: Rick van Drongelen wird etwas später als die meisten seiner Kollegen in den Sommerurlaub starten können. Der Niederländer wurde von seinem Verband für die Südamerikareise der U21 nominiert. Während der achttägigen Reise testet „Jong Oranje“ in Santa Cruz gegen Bolivien (Freitag, 25. Mai) und in Asuncion gegen Paraguay (Dienstag, 29. Mai).