Zwei Tage vor dem Abstiegs-Endspiel gegen Gladbach hat der HSV bekanntgegeben, mit Christian Titz über die Saison hinaus weitermachen zu wollen. Wie reagiert der Trainer auf den Treue-Schwur von Vorstands-Boss Frank Wettstein und Aufsichtsrats-Chef Bernd Hoffmann? Titz: „Ich hatte mit dem Vorstand sehr gute Gespräche. Wir haben uns darauf verständigt, dass die letzten Details nach Saisonende geklärt werden.“ Entweder am Sonntag oder nach der Relegation.

Der HSV plant unabhängig vom Ausgang der Saison über den Sommer hinaus mit Trainer Christian Titz, wie die Verantwortlichen bestätigten. „Vorstand und Aufsichtsrat wollen ligaunabhängig mit Christian Titz weiterarbeiten. Wir haben sehr gute Gespräche mit dem Trainer geführt, es geht nur noch um abschließende Detailfragen, die nach der Saison geklärt werden, um den aktuellen sportlichen Fokus nicht zu stören“, sagte Vereins-Boss Frank Wettstein. Der Aufsichtsrats-Chef Bernd Hoffmann bestätigte diese Einschätzung: „Aufsichtsrat und Vorstand sind sich einig, dass die Zusammenarbeit mit Trainer Christian Titz ligaunabhängig fortgesetzt werden soll. Wir werden uns unmittelbar nach der Saison zur Finalisierung der letzten Detailfragen zusammensetzen.“

Christian Titz bleibt Trainer des HSV – selbst wenn der Klub in die Zweite Liga absteigen sollte. Der Verein und der Trainer kamen überein, ihre Zusammenarbeit fortsetzen zu wollen. Ein echter Paukenschlag vorm Abstiegsfinale gegen Gladbach. Genaue Details und die Unterschrift unter den neuen Vertrag folgen nach Saisonende.

Schnappt sich der HSV einen Australier für den Angriff? Wie die „Rheinpfalz“ berichtet, haben die Hamburger ihr Interesse an Brandon Borrello von Zweitliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern hinterlegt. Der 22-Jährige absolvierte in der laufenden Saison 19 Spiele, erzielte drei Treffer und bereitete sieben Tore vor. Allerdings fällt der Offensiv-Allrounder nach einem Kreuzbandriss im April noch mindestens ein halbes Jahr aus. Auch der SC Freiburg wolle Borrello verpflichten, heißt es in dem Bericht.

Rund 2000 Fans waren am Vormittag im Volkspark dabei, um den Profis des HSV vor dem Saison-Finale gegen Gladbach am Sonnabend noch einmal in geballter Form Mut zu machen. Nun stellt sich Trainer Christian Titz bei der Pressekonferenz den Fragen der Reporter. Dabei sprach Hamburgs Coach über…

…das Signal der HSV-Fans: „Das war eine richtig tolle Aktion. Mannschaft und Fans präsentieren sich als Einheit. Es ist sehr wichtig für uns, dass die Anhänger unser zwölfter Mann sind.“

…sein Gefühl, als er den Trainingsplatz betrat: „Es kam schon überraschend, weil ich nicht damit gerechnet hatte, dass 2000 Fans kommen. Ich dachte: Am liebsten würden wir jetzt rausgehen und sofort spielen.“

…die Idee dahinter, die Fans einzuladen: „Die Mannschaft war nach der Niederlage in Frankfurt schon enttäuscht und niederschlagen. Warum sollten wir uns dann verstecken oder irgendwo einsperren? Ich maße mir nicht an, als alleiniger Heilsbringer sie wieder lockerer zu machen. Wenn unsere Fans an uns glauben, dann gibt es auch den Spielern den Glauben daran, dieses Spiel für uns entscheiden zu können.“

…den Zusammenhalt: „Wir haben auch die Frauen, Freundinnen und Kinder der Spieler eingeladen, beim Training dabei zu sein. Die Familien gehören dazu.“

…die Atmosphäre im Stadion: „Es wird knistern, es wird von der Spannung getragen. Und es wird eine hohe Spannung herrschen. Das wird uns euphorisieren.“

…das Fernduell mit Wolfsburg: „Wir werden nicht auf den Videotafeln einblenden, wenn es schlecht für uns läuft. Aber im Stadion wird man es natürlich ohnehin mitbekommen, was passiert.“

…die Qual der Wahl in der Offensive: „Wir überlegen noch, wie wir das lösen. Nicolai Müller trainiert wirklich gut, aber reicht es für 90 Minuten? Bringen wir ihn von Anfang an? Wechseln wir ihn ein? Das sind Fragen, die wir noch beantworten werden.“

…die Ausgangslage: „Vor sieben Wochen hätte jeder sofort eingeschlagen, wenn man uns angeboten hätte, dass wir am letzten Spieltag noch um die Relegation spielen können. Deshalb sehen wir das als Chance an, nicht als Drucksituation. Wir wollen mit der nötigen Lockerheit und Spielfreude an die Aufgabe herangehen.“

…seine persönliche Situation: „Es ist außergewöhnlich, Profi oder Trainer in der Bundesliga sein zu dürfen. Da erinnere ich mich daran, wie ich selbst auf der anderes Seite stand und darauf hoffte, dass sich diese Leute Zeit für einen nehmen. Manche Fans geben doch ihr letztes Hemd für ihren Klub. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dann auch für sie da zu sein, wenn sie an ihrem freien Tag zum Stadion kommen.“

Der HSV hofft auf Kölner Schützenhilfe, der VfL Wolfsburg auf Unterstützung durch Ex-Coach Dieter Hecking, der mit Gladbach in Hamburg antritt. Doch der ist im Hinblick auf den letzten Spieltag eher genervt von all den Rechnereien. „Die Bundesliga ist ein Haifischbecken, da denkt kein Klub an den anderen, da spielt jeder für sich. Und es ist alles offen, Wolfsburg kann ja auch am letzten Spieltag noch sehr viel erreichen und auf Platz 15 springen. Es ist ja nicht gesagt, dass Freiburg gegen Augsburg gewinnt, das ist doch kein Selbstläufer.“

Die Situation vor dem letzten Spieltag der Saison ist klar: Der HSV braucht einen Sieg gegen Gladbach und muss auf eine Wolfsburger Niederlage gegen Absteiger 1. FC Köln hoffen, um noch auf den Relegationsplatz zu klettern. Vor dem Fernduell mit Ex-Klub Hamburg sprach VfL-Trainer Bruno Labbadia über…

…seinen Glauben daran, dass es gut ausgeht: „Ich kenne die Situation, habe das schon erlebt und weiß, was zu tun ist, um sie zu meistern. Ich glaube fest daran, dass wir es schaffen.“

…seinen Eindruck von der Mannschaft: „Ich habe ein Gespür dafür, wie sich die Mannschaft fühlt. Wir haben alles klar angesprochen, die Jungs haben sehr konzentriert umgesetzt, was wir uns für diese Woche vorgenommen haben. Die Spannung kommt von allein.“

…seinen Einfluss auf das Team: „Ich gebe der Mannschaft mit, was jetzt gefragt ist. Die letzten Wochen, Monate oder Jahre waren enttäuschend, das können wir nicht lösen. Wir stellen das Handeln in den Vordergrund und die Mannschaft wird gut vorbereitet sein.“

…die Stimmung beim HSV-Training: „Wir haben wie geplant nicht öffentlich trainiert. Alles andere wäre Aktionismus. Ich sehe keinen Grund, dass wir heute großes Trara hier haben.“

…seinen Hamburger Freundeskreis: „Soll ich darauf eine Antwort geben? Dazu habe ich mich doch vor dem HSV-Spiel schon klar positioniert. Mich interessiert auch nicht das Ergebnis in Hamburg, weil wir uns auf unser Spiel konzentrieren werden.“

…seine Serie von drei Siegen und einem Remis am letzten Spieltag: „Das zeigt doch, dass wir wissen, was in einer solchen Situation zu tun ist. Wir stehen in der Verantwortung und gehen voran.“

…Gegner Köln: „Ich erwarte, dass Köln sehr frei aufspielt, das ist eine Mannschaft, die uns fordern wird. Aber entscheidend ist, dass wir unseren Plan auf dem Platz umsetzen.“

…die Personallage: „Es werden uns wohl nur die Spieler zur Verfügung stehen, die auch zuletzt in Leipzig dabei waren. Daniel Didavi und Ignacio Camacho haben zwar heute wieder trainiert, sind aber nicht beschwerdefrei. Da müssen wir mal abwarten, wie es aussieht.“