Nationalmannschafts-Manager und Europameister Oliver Bierhoff (50) hat sich bei einem Hamburg-Besuch zu seinem Ex-Verein geäußert: „Der HSV braucht Schützenhilfe. Es wäre auf jeden Fall ein herber Verlust für die Liga, der HSV ist ein Traditionsverein, ein fester Bestandteil der Bundesliga. Man kann es sich gar nicht vorstellen. Es wäre echt schade! Ich habe hier anderthalb Jahre gespielt, mir würde es besonders für die Fans und die Stadt leid tun. Man hat allerdings auch sehr viele Fehler gemacht in den vergangen Jahren. Wenn man absteigen sollte, sollte man das als Chance sehen.“ Bierhoff hat zwischen 1988 und 1989 in 34 Bundesliga-Spielen für den HSV insgesamt sechs Tore erzielt.

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So etwas würde es in so einer Situation in Hamburg nie geben: Der VfL Wolfsburg kann zum Saisonfinale gegen den 1. FC Köln nicht auf ein ausverkauftes Stadion zählen. Der Klub rechnet morgen mit einem Besuch von 26.000 Fans, darunter 2500 Anhänger aus Köln. Das Fassungsvermögen wurde aufgrund der Pufferzone am Gästeblock von 30.000 auf 28.800 Plätze reduziert. Als Sicherheitsmaßnahme wird zudem in der Arena kein Alkohol ausgeschenkt.

Die Tinte ist trocken! Abwehr-Talent Stephan Ambrosius hat beim HSV wie erwartet einen Profi-Vertrag bis 2021 unterschrieben. Der 19-jährige ist seit 2012 im Verein und gab in dieser Saison sein Bundesliga-Debüt. „Stephan hat sich absolut positiv entwickelt und ist ein Paradebeispiel dafür, welchen Weg man über unsere Akademie gehen kann. Mit seiner Aggressivität und seiner Schnelligkeit verfügt er über zwei wichtige Stärken auf seiner Position. Wir trauen ihm zu, den nächsten Schritt zu gehen“, sagte Kaderplaner Johannes Spors. . „Gerade als Hamburger ist es für mich und auch für meine Familie ein sehr schönes Gefühl, beim HSV zu bleiben und hier meinen ersten Profivertrag zu unterschreiben. Mit Christian Titz gibt es zudem einen Trainer, der mich in meiner Entwicklung sehr unterstützt und in dieser Saison viele junge Spieler in die Bundesliga-Mannschaft eingebaut hat. Nun möchte ich die Chance und das Vertrauen nutzen, um mich hier weiterzuentwickeln. Dazu werde ich weiter hart arbeiten“, sagte Ambrosius.

Stephan Ambrosius zwischen Kaderplaner Johannes Spors (l.) und Vorstand Frank Wettstein. (Foto: HSV)

Unter Christian Titz dürfen Skandal-Profi Walace (23) sowie Abwehr-Routinier Mergim Mavraj (31) nicht mehr bei den Profis trainieren, sie müssen sich bei der U21 fithalten. Da Titz beim HSV verlängern wird, dürfte klar sein, dass beide Spieler den Verein am Saisonende verlassen sollen. Der Brasilianer Walace besitzt in Hamburg noch einen Vertrag bis 2021, seine Berater suchen nach einem neuen Klub in Europa für ihn, der dem HSV ein akzeptables Angebot macht. Mavraj steht noch bis 2019 unter Vertrag, ihm dürfte man vermutlich keine großen Steine in den Weg legen. Bei Urgestein Dennis Diekmeier ist schon länger klar, dass er den Verein ablösefrei velassen wird.

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Es ist sehr auffällig, wie offen Christian Titz mit den Fans des HSV umgeht. Häufig sieht man den Trainer nach den Einheiten mit Anhängern plaudern, während seine Profis schon in der Kabine sind. Warum das so ist? Titz erklärt: „Es ist außergewöhnlich, Profi oder Trainer in der Bundesliga sein zu dürfen. Da erinnere ich mich daran, wie ich selbst mit meinem Vater auf der anderes Seite des Zauns stand und darauf hoffte, dass sich diese Leute Zeit für uns nehmen. Manche Fans geben doch ihr letztes Hemd für ihren Klub. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dann auch für sie da zu sein, wenn sie an ihrem freien Tag zum Stadion kommen.“

Er hat die Qual der Wahl, freut sich aber darüber. „Es ist schön, Alternativen zu haben“, sagt Christian Titz, der sich festgelegt hat, dass Bobby Wood in der Sturmspitze auflaufen wird. Doch um die drei Plätze in der Offensivreihe hinter dem US-Boy tobt ein Fünfkampf: Filip Kostic, Aaron Hunt, Tatsuya Ito, Nicolai Müller und Luca Waldschmidt stehen allesamt bereit. Die besten Karten dürften Hunt und Ito haben, während Kostic, Müller und Waldschmidt die letzte freie Stelle in der Startelf gegen Gladbach unter sich ausmachen werden.