Sein Vertrag läuft aus, die Gespräche über eine Verlängerung scheiterten. Doch nachdem Nicolai Müller am vorletzten Spieltag in Frankfurt (0:3) sein Comeback feierte und auch im Saison-Finale gegen Gladbach (2:1) im Kader stand, ist ein Verbleib des 30-jährigen Angreifers beim HSV nicht mehr ausgeschlossen. Die Frage, ob er Müller gern weiterhin im Kader hätte, beantwortet Christian Titz kuru und bündig: „Er ist ein interessanter Spieler.“

Für die Verantwortlichen des HSV fängt jetzt die heiße Phase der Vorbereitung auf die Zweitliga-Saison an. Auf der Internetseite des Vereins hat Präsident und Chef-Kontrolleur Bernd Hoffmann erklärt, welche Ziele die Führung des Vereins verfolgt. „Wir haben einen Plan, den wir in enger Abstimmung zwischen Aufsichtsrat und Vorstand umsetzen werden. Wir wollen dabei keine Zeitpunkte benennen. Sie können sicher sein, dass wir als Aufsichtsrat die Vorstandsbesetzung vornehmen werden, dass die Vertragsverlängerung des Trainers ansteht und es sicherlich auch noch die eine oder andere Aktivität auf dem Transfermarkt geben wird, auf der Verpflichtungs- und Abgabeseite“, sagte Hoffmann und stellte fest: „Wir müssen jetzt sehr viel richtig machen. Wir als Aufsichtsrat und auch der operativ handelnde Vorstand werden alles verkünden, sobald es perfekt ist. Für mich ist entscheidend, dass wir am Wochenende des 3. bis 6. August optimal aufgestellt und vorbereitet in die Zweitligasaison starten.“

Der HSV steht vor einer schwierigen Entscheidung: Sollte sich Fiete Arp gegen das ihm vorliegende Angebot einer Vertragsverlängerung bis 2022 entscheiden, müsste man ihn schon in diesem Sommer verkaufen. Denn ansonsten würde das 18-jährige Sturm-Juwel den Verein 2019 ablösefrei verlassen. Wirtschaftlich nicht tragbar! Allerdings hat sich Arp, dem unter anderem eine Offerte des FC Bayern vorliegt, noch nicht abschließend geäußert – was Trainer Christian Titz positiv stimmt: „Ich will die Hoffnung nicht aufgeben. Wir sind mit ihm regelmäßig im Austausch.“

Die ersten Personalentscheidungen im Hinblick auf die kommende Saison hat der HSV nun offiziell bekanntgegeben. Vorstand Frank Wettstein und Direktor Sport Bernhard Peters verabschiedeten sich heute im Volkspark von Torwart Andreas Hirzel, Sven Schipplock, Dennis Diekmeier, Sejad Salihovic und Bjarne Thoelke.

Vorstand Frank Wettstein (l.) und Bernhard Peters (r.) verabschieden , Torwart Andreas Hirzel, Sven Schipplock, Dennis Diekmeier, Sejad Salihovic und Bjarne Thoelke. (Foto: HSV)

Nach den Absagen von Leverkusens Jonas Boldt und Rouven Schröder von Mainz 05 ist Ralf Becker auf der Wunschliste von Aufsichtsrats-Boss Bernd Hoffmann für den Posten des Sportvorstands beim HSV nach oben gerückt. Der frühere Chefscout des VfB Stuttgart ist seit 2016 als Geschäftsführer bei Holstein Kiel angestellt. Wechselt er nun nach Hamburg? „Wir haben vereinbart, dass wir zu allen Personalien bis nach dem Spiel am Montag warten“, sagte Becker der „Bild“. Damit meint der 47-Jährige das Relegations-Duell (17./21. Mai) mit dem VfL Wolfsburg.

Holstein Kiels Geschäftsführer Ralf Becker steht auf der HSV-Liste. (Foto: Imago)

Zum vorerst letzten Mal stellte sich Christian Titz heute den Fragen der Presse. „Wir würden gerne mit Holtby und Hunt verlängern. Spieler mit dieser Qualität muss man erst einmal finden“, sagte der HSV-Trainer. „Wir haben uns mit der Mannschaft ein gutes Fundament erarbeitet. Und wir werden noch einige Verstärkungen dazuholen.“ Zum Ausblick auf die neue Saison in der Zweite Liga sagte Titz: „Seit gestern geht der Blick nach vorne. Wir wollen das Projekt starten, um schnell wieder in die Erste Liga zu kommen. Die volle Konzentration gilt darauf. Die Tage sind jetzt voll ausgefüllt. Klar möchten wir wieder aufsteigen. Das ist unser Ziel. Wir wissen aber auch, dass die Zweite Liga kein Selbstläufer werden wird.“

Das könnte Ärger geben! Douglas Santos, beim HSV mit einem Vertrag bis 2021 ausgestattet, verspürt allen Anschein nach wenig Lust, in der kommenden Saison in der Zweiten Liga zu spielen. So hat der 24-jährige Linksverteidiger seine Berater beauftragt, einen neuen Klub für ihn zu finden. Verhandlungen laufen bereits, mit dem Ziel, die im Sommer 2016 investierte Ablöse in Höhe von 7,5 Millionen Euro wieder einzuspielen. Allerdings zählt der Brasilianer zu den Spielern, die man trotz des Abstiegs und hohen Marktwerts nicht abgeben will.