Was wird nach dieser Saison aus Christian Titz? Der Vertrag des HSV-Trainers läuft bis 2019, aber nur bis zum Ende dieser Spielzeit ist der Kontrakt des 47-Jährigen auf die Konditionen des Profi-Teams umgestellt. Im Falle des Klassenerhalts würde wohl kein Weg an einem neuen Vertrag für Titz vorbeiführen. Sollte der HSV aber absteigen, könnte sich für Titz eine neue Option ergeben. Angeblich soll nämlich mit Holstein Kiel ein Aufstiegs-Kandidat aus der Zweiten Liga angeklopft haben. Das berichtet die „Bild“. Man habe Titz seit längerer Zeit auf dem Zettel, heißt es. Hintergrund des angeblichen Flirts: Markus Anfang steht nach Informationen des „Kölner Express“ vor einem Wechsel zum 1. FC Köln, soll bei den Rheinländern für die kommende Saison schon im Wort stehen. Kiel würde damit seinen Erfolgstrainer verlieren.

Er war der „weiße Brasilianer“. Kult-Kicker Ansgar Brinkmann (48) hat sich in der TV-Sendung „100% Bundesliga – Fußball bei NITRO“ über die Lage des HSV und des 1. FC Köln geäußert. „Beide haben natürlich Qualitätsprobleme. Und wenn man die Kölner jetzt zum Beispiel in Hoffenheim sieht: Also es gibt zwei Klassiker im Abstiegskampf. Ich muss, wenn ich in der Lage von Köln bin, so oft, wie möglich, besser besetzte Mannschaften schlagen. Das kann ich nur, wenn ich wirklich in der eigenen Hälfte stehe. Alles unter Druck setze, was in meine Hälfte kommt. Aggressiv Fußball spielen, also auch intelligent kämpfen ohne rote Karten ohne Elfmeter – und dann muss ich kontern können. So muss ich mich ausrichten“, sagte Brinkmann. „Und der 1. FC Köln und der Hamburger SV haben dieses Qualitätsproblem – und sie müssen sich an diese beiden Klassiker halten. Sobald sie mit Hoffenheim Fußball spielen oder mit Dortmund, gibt’s aufs Maul, das steht außer Frage.“

Europameister Christian Ziege hat sich bei „Sky 90“ zum Verfall des HSV geäußert. Mittlerweile tue es nicht mehr weh, den Absturz der Hamburger mitanzusehen, erklärte der 46-jährige Ex-Profi. „Man hat ja schon Jahr für Jahr gedacht, dass sie jetzt aus ihren Fehlern gelernt haben müsste“, sagte er. Das aber sei nicht geschehen. Es sehe daher so aus, „als wenn man es nicht mehr retten kann“, prognostizierte der frühere Nationalspieler den Abstieg in die 2. Liga. Der entscheidende Unterschied zum 1. FC Köln, der am Sonntag am HSV vorbeigezogen war, seien die Charaktere in der Mannschaft, fügte Ziege an – eine Anspielung auf die Kritik von Kyriakos Papadopoulos an Trainer Christian Titz: „Ein Spieler soll ja sauer sein, aber du kannst in der Situation nicht mit so einem Ego-Trip kommen. Die anderen Spieler haben auch nicht gemeckert, dass sie nicht gespielt haben, als Papadopoulos gespielt hat.“

Durch das 2:0 gegen Bayer Leverkusen hat der 1. FC Köln den HSV auf den letzten Tabellenplatz geschubst. „Der HSV hat einige Probleme, wir konnten das jetzt mal ausnutzen“, sagte FC-Torwart Timo Horn und fügte hinzu: „Bei uns kann man festhalten, dass wir in jedem Spiel vollen Einsatz zeigen. Das trifft nicht auf jede Truppe da unten zu.“ Ein Seitenhieb, bei dem sich die Hamburger durchaus angesprochen fühlen dürfen.

Viele HSV-Fans sehen auch in ihm plötzlich wieder einen Hoffnungsträger: Bruno Labbadia, der die Hamburger 2015 vor dem Abstieg rettete, könnte mit seinem VfL Wolfsburg dazu beitragen, dass das Wunder Klassenerhalt für den HSV doch noch gelingt. Seit der 52-Jährige die „Wölfe“ trainiert, befinden sich die Niedersachsen im Sturzflug. Aus drei Spielen holte Labbadia nur einen Punkt. Seine Mannschaft präsentierte sich zuletzt in einem desaströsen Zustand. Im Umfeld fürchten viele, dass der VfL noch auf einen direkten Abstiegsplatz rutschen könnte, eine Gefahr, die auch Labbadia sieht. „Ich habe den HSV und Köln noch nicht abgeschrieben“, sagt er. In Hamburg wird man das gerne hören – in Wolfsburg auch?

Der HSV verlor die letzten neun Bundesliga-Partien bei den Bayern allesamt bei 3:51 Toren! Der erstmalige Abstieg rückt immer näher und am Montag könnte der Dino auf den letzten Platz abrutschen. Weil der HSV nun ein schlechteres Torverhältnis als Köln hat, reicht den Rheinländern morgen in Bremen schon ein Unentschieden, um am „Dino“ vorbeizuziehen.

Der beim HSV als künftiger Sportdirektor gehandelte Jörg Schmadtke hat erneut bekräftigt, dass er bisher nicht angesprochen worden sei. „Es gibt keinen Kontakt zum HSV. Das sind Spekulationen, mehr kann ich dazu nicht sagen“, sagte Schmadtke am Donnerstag. Der Ex-Manager des 1. FC Köln stellte allerdings schon im Februar klar, dass er sich grundsätzlich ein neues Engagement vorstellen könne und keineswegs entkräftet sei.

Auch der 1. FC Köln, die einzige Mannschaft, die in der Tabelle noch hinter dem HSV liegt, wird weiter von Verletzungssorgen geplagt. Stürmer Sehrou Guirassy hat sich am Dienstag am Sprunggelenk operieren lassen. Den Eingriff nahm FC-Mannschaftsarzt Peter Schäferhoff vor. In der Media Park Klinik wurde beim 21-Jährigen ein freier Gelenkkörper entfernt. Wie lange der Franzose ausfällt, gab der FC nicht bekannt.

„Aufgeben liegt nicht in meiner DNA.“ Trainer Bernd Hollerbach hatte sich nach dem 0:0 gegen Mainz sehr kämpferisch gegeben. Dass er seine Mannschaft, die erneut ohne Tor blieb, gar über die Maßen lobte, wurde ihm von vielen als „Realitätsverlust“ ausgelegt. Kölns Trainer Stefan Ruthenbeck allerdings wählte fast schon die gleichen Worte wie Hollerbach. „Wer mich kennt, weiß, dass ich ein Kämpfer bin. Ich gehe den Weg so lange wie möglich und werde immer eine Mannschaft aufbieten, die diese Mentalität mitbringt – und das tut sie. Und so lange glaube ich daran“, erklärte er trotz des 2:3 gegen Stuttgart. Köln hat nach 25 Spielen nur 17 Punkte, einen Zähler weniger als der HSV.

Neben Hannovers Sportchef Horst Heldt ist Jörg Schmadtke der am heißesten gehandelte Kandidat für eine mögliche Nachfolge von HSV-Sportchef Jens Todt. Bei „Eurosport“ dementierte der angeblich auch vom VfL Wolfsburg umworbene Schmadtke aber, dass es bereits Gespräche gebe. Er sei zwar bereit für eine neue Aufgabe, sagte der Ex-Macher des 1. FC Köln, aber „es gibt keinen Kontakt zu irgendjemandem. Bei mir hat sich niemand gemeldet“.