Sollte die HSV-U21 ihre Spitzenposition in der Regionalliga Nord halten, würden die „Rothöschen“ in den Drittliga-Aufstiegsspielen auf den Nordost-Meister treffen, der aller Voraussicht nach Energie Cottbus heißen wird. Nach der heutigen Auslosung tritt der Nord-Meister zunächst am 24. Mai zu Hause an, am 27. Mai käme es dann zur Entscheidung in Cottbus. Die Brandenburger können sich ihrer Spitzenposition angesichts von 15 Punkten Vorsprung im Nordosten deutlich sicherer sein als die „Rothöschen“, die nach dem heutigen 2:0-Sieg von Weiche Flensburg gegen Egestorf-Langreder nur noch fünf Punkte Vorsprung auf Weiche haben. Der HSV hat bereits 25 Spiele absolviert, Flensburg erst 23.

Der noch bis 2019 an die SpVgg Unterhaching verliehene Finn Porath hat die Oberbayern in der 3. Liga zum 3:2 (2:0)-Erfolg gegen Bernd Hollerbachs Ex-Klub Würzburger Kickers geführt. Der 21-jährige Mittelfeldspieler erzielte in der 63. Minute das vorentscheidende und sehenswerte Tor zum 3:1. Es war schon Poraths viertes Tor in den vergangenen fünf Wochen.

Holstein Kiel hatte Anfang der Woche erstmals den Plan geäußert, im Falle eines Bundesliga-Aufstiegs in der kommenden Saison Spiele im Volksparkstadion auszutragen. Das gelte insbesondere für mögliche Highlight-Partien gegen Bayern München oder Borussia Dortmund. Ein Umzug würde Sinn machen, weil die für die Bundesliga erforderliche Torlinien-Technologie im Volksparkstadion bereits vorhanden sei, hatte Holstein-Geschäftsführer Wolfgang Schwenke erklärt. Bisher aber liege keine Anfrage aus Kiel vor, erklärte HSV-Stadionchef Kurt Krägel gegenüber der „Bild“. Das Vorhaben könnte sich auch als schwierig gestalten. Im Falle eines Aufstiegs in die 3. Liga soll nämlich auch die U21 des HSV ihre Heimspiele im dann ausgelasteten Volksparkstadion austragen. Drei Teams für ein Stadion wären schlicht zu viel.

Ihre Partie in Lübeck fiel gestern aus, eine andere Botschaft aber dürften die Spieler der U21 des HSV mit großer Freude zur Kenntnis nehmen: Sollte der Regionalliga-Spitzenreiter tatsächlich den Aufstieg in die 3. Liga schaffen, darf er auch aufsteigen! Steffen Weiß (29), bislang bei der U16, soll das Team nach oben führen. „Wir streben das Maximale an“, so Direktor Sport Bernhard Peters und meint damit den Aufstieg. Dafür wären aber auch noch erfolgreiche Relegationsspiele (24./27. 5.) nötig.

Während die Profis so gut wie abgestiegen sind, spielt die U21 des HSV in der Regionalliga Nord eine ganz starke Saison. Aus 19 Spielen holte die Mannschaft von Trainer Christian Titz 42 Punkte, ist damit Tabellenführer und erhielte dadurch die Berechtigung an der Aufstiegsrunde zur 3. Liga teilzunehmen. Ist dem aber auch so, wenn der HSV in die 2. Liga absteigt? Dürfte die U21 aufsteigen? Ja, heißt es in den Statuten des DFB. „Zweite Mannschaften von Lizenzvereinen dürfen in der 3. Liga spielen. Bei den Lizenzvereinen handelt es sich um alle Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga.“ Anders verhält es sich übrigens, wenn ein Zweitligist in die 3. Liga absteigt. Dann muss es einen Unterschied von zwei Ligen zwischen der ersten Mannschaft und des Reserve-Teams geben. Die nächste Chance, die Tabellenführung auszubauen, könnte sich für die U21 des HSV übrigens schon am Mittwoch bieten. Dann soll um 19 Uhr das Derby gegen Eintracht Norderstedt steigen. Möglich ist allerdings, dass die Wetterlage eine erneute Verlegung nötig macht.

Mit Fiete Arp und Tatsuya Ito haben es diese Saison gleich zwei Nachwuchs-Kräfte in den Profi-Kader geschafft. Doch das soll laut Bernhard Peters nur der Anfang sein. Der Nachwuchs-Boss sagte auf hsv.de: „Mit Stephan Ambrosius, Patric Pfeiffer, Josha Vagnoman, Tobias Knost, Marco Drawz oder auch Lenny Borges kommen sehr vielversprechende Spieler nach. Die müssen nur alle schön auf dem Teppich bleiben.“ Zu den Zielen sagte Peters: „Wir müssen den Konkurrenzdruck auf einzelne Positionen im Bundesligakader über unsere Perspektivspieler erhöhen. Wir sollten mittelfristig auch anstreben, mit der U21 in der 3. Liga zu spielen und mit der U17 und U19 in ein Halbfinale oder Endspiel einer deutschen Meisterschaft einzuziehen.“

Ende August hatte sich HSV-Talent Finn Porath für zwei Jahre an den Drittligisten Spielervereinigung Unterhaching ausleihen lassen. Nachdem es für den 20-Jährigen anfangs nur zu Kurzeinsätzen gereicht hatte, hat er sich in den letzten Spielen bei Trainer Claus Schromm immer längere Einsatzzeiten erarbeitet. Beim 3:2-Heimsieg am vergangenen Sonntag gegen Jena stand Porath erneut in der Startelf und wurde sogar von der „Süddeutschen Zeitung“ lobend erwähnt. Die HSV-Leihgabe (Vertrag in Hamburg bis 2020) wartet bei elf Einsätzen aber noch auf die erste Torbeteiligung. Für Haching läuft es gut, der Neuling steht auf Platz sechs der 3. Liga. Am Sonnabend geht’s zum VfL Osnabrück.

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Am 13. August (15.30 Uhr) startet der HSV beim VfL Osnabrück in die Saison. Der Drittligist präsentiert sich derzeit völlig außer Form und fiel am Abend nach Abschluss des dritten Spieltags auf den letzten Tabellenplatz zurück. Mit 0:3 verloren die Niedersachsen bei Fortuna Köln, am vergangenen Freitag war der VfL schon gegen Wehen Wiesbaden mit 0:4 unter die Räder geraten.

Zwei Ex-HSV-Talente wechselten vor der Saison in die dritte Liga – und ihre Gemütslage könnte unterschiedlicher nicht sein. Matti Steinmann ist zwar Stammspieler bei der „Zwoten“ von Mainz 05, ziert aber mit großem Abstand das Tabellenende. Gestern lief es richtig schief – Steinmann flog beim 1:2 in Zwickau kurz vor der Pause mit Gelb-Rot vom Platz. Seltener zum Einsatz kommt Ahmet Arslan beim VfL Osnabrück, hat dafür aber deutlich mehr Spaß. Beim 3:0 gegen Preußen Münster durfte er gestern vier Minuten vor dem Ende ran, schob sich mit dem VfL auf Rang zwei – einen direkten Aufstiegsplatz.