Abseits? Oder reguläres Tor? Tatsuya Ito hatte den HSV in Frankfurt in Führung gebracht, doch nach Videobeweis wurde der Treffer annulliert. Bitter! War es eine korrekte oder eine Fehlentscheidung? Der frühere FIFA-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer schreibt in seiner „Bild“-Kolumne: „Es war die strittigste Szene des Spieltags. Hamburgs Ito trifft nach Pass von Hunt zum 1:0 in Frankfurt. Schiri Deniz Aytekin gibt den Treffer zunächst, erkennt das Tor nach Eingriff des Video-Assistenten Günter Perl aber ab – da Ito im Abseits gewesen sein soll. Zunächst muss man zwei Dinge festhalten: Jedes Tor muss vom Video-Assistenten überprüft werden. Und: Der Video-Assistent soll nur bei glasklaren Fehlentscheidungen eingreifen. Wenn Ito also nur einen Zentimeter im Abseits steht, wäre das eine glasklare Fehlentscheidung – denn Abseits ist Abseits. Egal, ob einen Zentimeter oder zwei Meter. Für mich ist es auch nach wiederholter Ansicht der TV-Bilder nicht möglich, zu 100 Prozent zu sagen, ob eine Abseitsstellung vorlag oder nicht. Das TV-Bild ist verzerrt, da die Kamera nicht auf Höhe Itos steht – und ohne den Einsatz einer kalibrierten Abseitslinie ist es unmöglich, die Frage klar zu beantworten. Für den Video-Assistenten eine total undankbare Situation, denn hätte das Tor gezählt, wären auch Zweifel aufgekommen.“

Abseits oder Fehlentscheidung? Diese Frage wurde nach dem Tor zum vermeintlichen 1:0 von Tatsuya Ito (25.) heiß diskutiert. Während in Frankfurt vom Schiedsrichter-Gespann zunächst kein Regelverstoß wahrgenommen worden war, hatte sich der Videoschiedsrichter Günter Perl in Köln eingeschaltet und den Treffer wegen Abseits zurückgenommen. „Das war hundertprozentig richtig entschieden“, sagt Ex-Schiedsrichter Markus Merk, der die Szene bei Sky mit Hilfe einer Linie analysierte. In der Tat stand Ito wohl hauchdünn im Abseits.

Hätte der Videoschiedsrichter beim Ausgleich des HSV in Leipzig eingreifen müssen? Nach Ansicht der TV-Bilder stand Filip Kostic wohl knapp im Abseits. Bremen wurde derweil später beim 0:0 gegen Berlin ein Tor wegen des Videobeweises aberkannt. Werder-Stürmer Max Kruse schäumte deswegen: „Gang unabhängig von unserem Spiel: Das beste Beispiel für den Videobeweis ist der Treffer der Hamburger heute. Da hat jeder gesehen, was das für ein Szenario ist. Wir können damit nicht arbeiten.“