Nicht nur der HSV (15. Platz, 15 Punkte) ist heute gegen Frankfurt gefordert, auch drei Konkurrenten im Abstiegskampf treten an: Den Anfang macht der VfL Wolfsburg (11. Platz, 18 Punkte) um 18.30 Uhr gegen RB Leipzig. Zeitgleich mit dem Liga-Dino spielen der SC Freiburg (16. Platz, 15 Punkte) gegen Mönchengladbach sowie Mainz 05 (14. Platz, 16 Punkte) gegen Borussia Dortmund mit Neu-Coach Peter Stöger.

Es war ein Spiel, das auch in Hamburg mit Interesse verfolgt worden ist. Nach der 3:0-Führung hatte alles nach dem ersten Kölner Saisonsieg ausgesehen. Doch Freiburg schlug denkwürdig zurück, gewann durch zwei späte Petersen-Elfmeter noch 4:3! Der SC hat nun wie der HSV auch 15 Punkte, bleibt aber wegen des schlechteren Torverältnisses hinter Hamburg auf Platz 16. Bremen ist mit 14 Punkten Vorletzter, Köln bleibt mit drei Zählern abgeschlagenes Schlusslicht der Bundesliga.

Der 14. Spieltag ist abgeschlossen, der HSV hat im direkten Duell den Angriff des SC Freiburg abgewehrt und liegt auf Rang 15 weiter zwei Punkte voraus. Vorletzter ist Werder (1:0 gegen Stuttgart) mit drei Zählern Rückstand auf den Nordrivalen. Der nächste HSV-Gegner Wolfsburg (3:0 über Gladbach), Hertha BSC und Stuttgart liegen drei Punkte, Mainz einen Punkt vor dem Liga-Dino.

Interessiert wird man in Hamburg heute verfolgen, was auf den anderen Bundesliga-Plätze passiert. Werder (4 Punkte) könnten mit einem Sieg im Keller-Krimi bei Schlusslicht Köln dank des besseren Torverhältnisses am HSV (7 Punkte) vorbeiziehen. Freiburg (7 Punkte) würde gegen Hertha bereits ein Punkt reichen. Wenn es also ganz doof läuft, beendet der Dino den neunten Spieltag auf Platz 17. Aber auch der Verbleib auf Rang 15 ist möglich.

Mit seiner Mannschaft befindet sich Markus Gisdol mittendrin in der Vorbereitung auf die kommende Saison. Im „Kicker“ blickte der Trainer aber noch einmal zurück auf seine Anfänge in Hamburg und den Klassenerhalt auf den letzten Drücker. „Die ersten acht Monate in Hamburg haben sich für mich wie eine unglaublich lange Zeit angefühlt, es gab so viele extreme Ereignisse, die passen normalerweise vielleicht in fünf Jahre“, sagte Gisdol und betonte: „Ich möchte das nicht noch mal erleben, bin aber auch froh über diese Erfahrung.“ Der Abstiegskampf mit dem HSV sei sehr hart gewesen, so der Coach: „Es gab Situationen, die fast nicht auszuhalten waren, die ich als unzumutbar empfand. Jeder, der Extremsituationen kennt, der weiß, wie sehr die Lebensqualität darunter leidet. Ich habe sicher etwas über meine Belastbarkeit gelernt.“

Wenn die Bundesliga zum Zielsprint ansetzt, kommt der Rechenschieber zum Einsatz. Die Hamburger (34 Punkte) spielen bei Schalke 04 und liefern sich ein heißes Fernduell mit drei Konkurrenten: Mainz 05 (34 Punkte) empfängt Frankfurt, Wolfsburg (36 Punkte) trifft auf Gladbach und Augsburg (36 Punkte) bekommt es mit Dortmund zu tun. Die MOPO erklärt, wann das Team von Markus Gisdol auf welchem Rang in das Saisonfinale geht. Der HSV steht nach dem 33. Spieltag auf…

…Platz 13, wenn bei Schalke 04 ein Sieg gelingt, Mainz maximal Unentschieden spielt und Wolfsburg sowie Augsburg verlieren…

…Platz 14, wenn bei Schalke 04 ein Sieg gelingt, Mainz maximal Unentschieden spielt und Wolfsburg oder Augsburg verlieren.

…Platz 15, wenn bei Schalke 04 ein Sieg gelingt und Mainz maximal Unentschieden spielt.

…Platz 15, wenn man bei Schalke 04 Unentschieden spielt und Mainz verliert.

…Platz 16, wenn bei Schalke 04 ein Sieg gelingt, aber Mainz, Wolfsburg und Augsburg ebenfalls gewinnen.

…Platz 16, wenn man bei Schalke 04 Unentschieden spielt und Mainz mindestens ein Remis holt.

…Platz 16, wenn man bei Schalke 04 verliert.

Pressekonferenz vor dem Schalke-Spiel. HSV-Coach Markus Gisdol sprach über…

…die Nullnummer gegen Mainz: „Das war ein beschissenes Spiel, Mainz hat ja genau den gleichen Scheiß-Fußball gespielt wie wir. Die Bremse haben wir nicht gelöst bekommen.“

…mögliche Relegationsgegner: „Wir sind zwei Tage vor einem wichtigen Spiel, darauf liegt der Fokus. Dennoch machen wir unsere Hausaufgaben rundherum.“

…einen Einsatz von Janjicic: „Es ist möglich, dass er nochmal eine Chance bekommt. Aber alles zu verraten, wäre ja nicht klug, Markus Weinzierl hat ja auch einen Fernseher.“

…das Spielsystem mit langen Bällen: Wir haben vor dem Spiel gegen Mainz drei Spiele verloren, in denen wir schlecht ausgesehen haben. Nach Hoffenheim waren wir nicht gerettet, genau so wenig sind wir jetzt nach Mainz abgestiegen. Trotzdem drückt die Tabellensituation mental auf die Spieler. Mainz hat auch beschissenen Fußball gespielt, weil jeder wusste, dass es um unglaublich viel geht. Es war der Situation geschuldet. Ich bin sicher, auf Schalke werden wir mehr Qualität von uns auf dem Platz sehen.

…Schalke-Stürmer Huntelaar und sein letztes Spiel im eigenen Stadion: Huntelaar war damals Torschützenkönig, als ich auf Schalke war. Er hat eine herausragende Karriere hinter sich. Das soll auch entsprechend gewürdigt werden.

…zeitgleiche Spiele am Sonnabend: Sehe für das nächste Spiel keinen Vorteil, das könnte aber am letzten Spieltag eine Rolle spielen. Nicht nachlegen zu müssen, ist psychologisch wichtig. Wenn man sonnabends die Ergebnisse der anderen sieht, ist man eventuell vorbelastet. Das fällt nun weg.

…den Spielstil der Schalker: „Grundsätzlich ist Schalke ein Team mit hoher Qualität. Es wird ein total anderes Spiel, als das Match gegen Mainz oder Augsburg. Wir werden mehr Raum bekommen.“

…die Stimmung auf Schalke: „Ich werde alles ausblenden, was nicht mit Fußball zu tun hat. Wir konzentrieren uns nur auf das Spiel.“

…Erfahrung im Abstiegskampf: „Unter dem Strich will man nie in solche Abstiegssituationen geraten. Die Lebensqualität nimmt rapide ab. Seit September befinden wir uns in dieser Phase, sind es irgendwo gewohnt. Aber es spitzt sich jetzt nochmal zu. Aber es kann uns helfen, dass wir wissen, wie wir diese Situation meistern können. Die Spieler sprechen sehr viel miteinander.“

…Jan-Fiete Arp: „Es ist kein Geheimnis, er ist ein super-großes Talent. Ihn müssen wir mit aller Macht bei uns behalten. Er kann ein toller Spieler werden. Dass ihn Gleichaltrige nicht aufhalten können, das wundert mich nicht. Wenn er weiter geradlinig und klar im Kopf ist, werden wir in Hamburg viel Freude an ihm haben.“

…die Personalsituation: „Mavraj war krank, steigt wieder ein, ist aber ohnehin gesperrt. Ekdal und Müller können kommende Woche wieder ins Mannschaftstraining integriert werden. Vielleicht gibt es eine besondere Überraschung schon im kommenden Spiel. Wir sind traurig, dass Adler nicht mehr eingreifen kann, aber Mathenia ist auch ein starker Torwart.“

…spielerischen Fortschritt und Woods Formkrise: „Zu Wood muss ich etwas loswerden. Wir haben einen Spieler, der leistungsmäßig explodiert ist. Er hat vergangene Saison noch Zweite Liga gespielt, wird aber jetzt als Topspieler eingestuft, der immer Topleistungen bringen soll. Bobby beißt sich Woche für Woche durch, spielt mit Schmerzmitteln seit Wochen. Ihn zu kritisieren, da tue ich mich schwer. Er arbeitet vorbildlich, arbeitet hart für die Mannschaft. Bobby hat in dieser Saison tolle Leistungen gebracht und er wird uns auch in den letzten beiden Spielen helfen. Sein Leistungssprung ist super, aber er kann noch nicht stabil sein. Wir müssen die Offensive auf mehrere Schultern verteilen. Wir werden es in den kommenden Spielen schaffen, wieder mehr Fußball zu spielen.“

…die mentale Vorbereitung: „Spieler sind Menschen. Wir gehen ihre Sorgen an. Versuchen aber auch Mut, Zuversicht und Freude rein zu bringen. Das fehlt manchmal, wenn der Druck auf den Schultern lastet. Am Ende ist es Sport, das ist die schönste Nebensache der Welt. Richtiges Einordnen hilft.“

…das Nervenkostüm der Mannschaft: „Die letzten beide Spiele, das sind immer besondere Partien. Alle Teams spielen zeitgleich, das ist außergewöhnlich. Das letzte Spiel gegen Mainz war von extremer Anspannung geprägt. Ich denke, dass wir uns wieder befreien können gegen Schalke.“