Nach dem Abpfiff wurden die Mainzer Spieler für ihren Sieg über den HSV von den Fans gefeiert. Der Aufforderung der Anhänger, zu ihnen auf den Zaun zu klettern, kam Torwart René Adler aber nicht nach. Er lehnte dies aus Respekt vor seinem Ex-Klub Hamburg ab. Diesen Job übernahmen Maxim und Stefan Bell.

Das letzte Tor erzielte der HSV in der Nachspielzeit in Köln (3:1), es folgten vier Niederlagen sowie die Nullnummer zuletzt gegen Werder. Endet heute in Mainz die nun schon 450 Minuten andauernde Torflaute des Liga-Dinos? „Wir müssen hier weiter hart arbeiten. Wir haben teilweise richtig gute Torchancen gehabt und müssen weiter total daran glauben, dass wir die Situation umstoßen. Manchmal schreibt der Fußball ja auch besondere Geschichten und vielleicht gelingt es ja ausgerechnet gegen unseren Ex-Torhüter, den kleinen Torfluch zu besiegen. Ich bin generell auch kein Freund davon, dieses Thema jetzt zu hoch zu hängen, weil das schließlich auch blockieren kann. Ich konzentriere mich auf das Herausspielen der Chancen und der Ball geht dann schon wieder über die Linie. Diesen kleinen Tick, der aktuell fehlt, müssen wir erzwingen“, sagte Trainer Markus Gisdol dazu. Ob René Adler im Mainzer Kasten da mitspielt?

Fünf Jahre stand er beim HSV unter Vertrag, morgen trifft René Adler dann erstmals als Keeper von Mainz 05 auf die alten Kollegen aus Hamburg. Dem Duell „mit vielen guten Freunden“ blickt der 32-Jährige ohne Groll entgegen, auch den Abschied im Sommer betrachtet er ganz nüchtern. „Gewisse Dinge“ seien eben „eingeschlafen“, Verhältnisse nutzen sich eben ab mit der Zeit. „Vielleicht wusste der Spieler oder der Verein nicht mehr, was man voneinander hat“, sagte Adler dem „Kicker“. Den HSV trägt der Torwart auch nach dem Abschied im Herzen: „Fünf Jahre kann man nicht einfach wegwischen – und das will ich auch nicht.“

Der frühere HSV-Schlussmann René Adler, seit Sommer für Mainz 05 im Einsatz, bereitet schon den Übergang ins Berufsleben nach Ablauf der aktiven Karriere vor. Gemeinsam mit seinem Ex-Coach Ronny Teuber hat er eine Schule für Torwart-Talente gegründet. „Mit 32 Jahren bin ich vielleicht schon ein alter Hase im Fußball, aber ich arbeite natürlich weiterhin jeden Tag an meinen Torwart-Fähigkeiten. Dabei merke ich immer wieder, wie wichtig schon meine frühe Förderung als Nachwuchsspieler war. Und diese Erfahrung werde ich ab sofort in meiner eigenen „KeeperCadamy“ weitergeben“, schrieb Adler bei Instagram und erläuterte: „Nach monatelanger Planung ist es nun endlich soweit und ich freue mich, gemeinsam mit meinem ehemaligen HSV-Torwarttrainer Ronny Teuber ab sofort zur torwartspezifischen Weiterentwicklung motivierter junger Torhüter/innen beizutragen. Denn Profi-Training sollte es nicht nur für Profis geben, sondern vor allem für die, die es noch werden wollen!“ Das erste Intensiv-Trainingslager findet ab dem 16. Oktober in Ochsenzoll statt.