Gegen Hertha BSC saß André Hahn auf der Tribüne, nun hat er sich in den Kader zurückgekämpft. Aberglaube dürfte dabei keine Rolle gespielt haben, Hahns Bilanz gegen den VfB Stuttgart aber liest sich ausgezeichnet. Keines seiner sechs Duelle mit den Schwaben hat Hahn verloren. Er feierte in den Trikots von Augsburg, Mönchengladbach und Hamburg fünf Siege gegen Stuttgart, ein Spiel endete unentschieden.

André Hahn und Dennis Diekmeier gehörten zu den Spielern, die beim 1:2 gegen Hertha BSC auf der Tribüne Platz nehmen mussten. Nach dem 3:0-Sieg im Testspiel gegen Odense aber lobte Trainer Christian Titz das Duo. Am Montag bekräftigte er: „Sie haben ihre Sache gut gemacht. Wie wir in Stuttgart auflaufen, kann ich Ihnen heute aber überhaupt noch nicht sagen. Die Woche Training und das Testspiel haben uns als Team gut getan. Wir bekommen eine immer größere Stabilität und Klarheit in unser Spiel.“

Nach dem 3:0-Sieg des HSV im Testspiel gegen Odense BK hat Trainer Christian Titz angedeutet, dass die gegen Hertha BSC nicht berücksichtigten André Hahn und Dennis Diekmeier unter ihm noch wichtig werden könnten. Im Mittelpunkt habe zwar gestanden, „wie wir als Mannschaft unsere Taktik gegen den Gegner durchsetzten“. Er schaue sich aber „logischerweise“ jeden Spieler auch einzeln an. Der Einschätzung, dass es Kämpfertypen wie Hahn und Diekmeier bei dem Freund des technisch feinen Spiels schwer haben dürften, trat Titz engegen. „Natürlich ist es so, dass wir gerne Fußballspielen möchten, aber jeder Fußballspieler benötigt auch sein kämpferisches Element, und wir brauchen Typen, die auch mal ein Zeichen setzen. Wir beginnen ja nicht mit elf Spielern und sagen, dass sind die Spieler, die jetzt alles entscheiden werden. Es werden noch sehr viele Spieler wichtig werden, die du einwechselst“, sagte der 46-Jährige. „Es wird auch Spielphasen geben, in denen wir tiefer stehen, in denen wir noch stärker ein Zweikampfelement und Spieler brauchen, die den Gegner aufreiben und mal ein Zeichen setzen. Deswegen würde ich gar keinen Spieler abschreiben.“ Man benötige „einen gesunden Mix. Ein linearer, robuster Typ, der die Linie entlanggeht und mit viel Körperlichkeit kommt, kann auch ein sehr gutes Element im Spiel sein“.

Dieser Kader hat es in sich! Christian Titz krempelt das Aufgebot des HSV komplett um, verändert das Gesicht des HSV radikal. André Hahn, Sven Schipplock, Dennis Diekmeier, Mergim Mavraj und Walace stehen nicht im Aufgebot für das Spiel gegen Hertha. Dafür rücken Bobby Wood, Fiete Arp und Lewis Holtby zurück in den Kader. Auch die Youngster Matti Steinmann und Young-Jae Seo sind dabei. Das Aufgebot im Überblick: Christian Mathenia, Julian Pollersbeck, Rick van Drongelen, Kyriakos Papadopoulos, Douglas Santos, Young-Jae Seo, Gotoku Sakai, Matti Steinmann, Gideon Jung, Tatsuya Ito, Filip Kostic, Aaron Hunt, Lewis Holtby, Sejad Salihovic, Fiete Arp, Luca Waldschmidt, Bobby Wood, Bakery Jatta.

Sechs Stürmer hat der HSV in seinem Profi-Kader. Das klingt nach viel. Blöd nur, dass dabei denkbar wenig herausspringt. Wer aber wartet eigentlich seit wie vielen Minuten auf einen Treffer? Am besten sieht es noch bei André Hahn aus. 141 torlose Minuten stehen für den Ex-Gladbacher auf dem Konto. Bakery Jatta, meist als Rechtsaußen aufgeboten und zuletzt recht agil, aber eben auch ungefährlich, hat bei den Profis überhaupt noch nicht getroffen. 420 Bundesliga-Minuten kann er aufweisen. Luca Waldschmidt erzielte sein erstes und einziges HSV-Tor bekanntlich am 34. Spieltag der Vorsaison gegen Wolfsburg. Seither wartet der 21-Jährige auf ein Erfolgserlebnis. 428 Minuten hat er nicht getroffen. Bei Fiete Arp sind es 627 torlose Minuten. Dramatisch aber wird’s bei zwei anderen. Sven Schipplock steht zwar seit 2015 beim HSV als Stürmer unter Vertrag, hat aber noch kein einziges Tor erzielt. 1164 Minuten lang hatte er bisher die Gelegenheit dazu. Getoppt wird diese Horror-Zahl von Bobby Wood, der am 25. August 2017 in Köln half, den HSV an die Tabellenspitze zu schießen – in grauer Vorzeit. Seither stehen für ihn 1192 torlose Minuten zu Buche. Alle sechs Stürmer zusammen kommen damit auf 3972 Minuten ohne Tor.

André Hahn dürfte einer der Spieler sein, die den HSV im Abstiegsfall verlassen. Bereits am Dienstag hatte die MOPO berichtet, dass der FC Augsburg an einer Verpflichtung interessiert ist. Die bayerischen Schwaben wollten den Ex-Gladbacher bereits im vergangenen Sommer holen, der HSV aber setzte sich durch. In Hahns Vertrag ist nach einem Bericht der „Sport Bild“ allerdings eine Ausstiegsklausel über fünf Millionen Euro festgeschrieben. Der HSV hatte vor dieser Saison sechs Millionen Euro für Hahn gezahlt. Der aktuelle Marktwert des 27-Jährigen wird bei transfermarkt.de mit 3,5 Millionen Euro angegeben.

Er ist einer der einflussreichsten Berater in der Bundesliga, vertritt mit seiner Agentur SportsTotal unter anderem Toni Kroos, Julian Weigl, Benedikt Höwedes und Lars Stindl. Volker Struth aber war in den vergangenen Wochen abgetaucht. Der Grund: ein Blinddarmdurchbruch, der ihn nach Angaben der „Bild“ in Lebensgefahr gebracht haben soll. Während des Weihnachts-Urlaubs auf den Malediven passierte es. Eine dreistündige Not-Operation soll dem 51-Jährigen das Leben gerettet haben. Zurück in Deutschland bildeten sich Abszesse. Struth musste zwei weitere Operationen über sich ergehen lassen. „Ich hoffe, in den nächsten Wochen wieder voll einsatzfähig zu sein“, sagt der Mann, der beim HSV auch als persönlicher Berater von Investor Klaus-Michael Kühne Schlagzeilen schrieb und bei den Hamburgern so viele Spieler unter Vertrag hat wie kein anderer Berater. Struth vertritt die Interessen von Bobby Wood, André Hahn, Dennis Diekmeier, Luca Waldschmidt und Arianit Ferati.

André Hahn freute sich, dass es beim 2:1-Sieg im Testspiel gegen Málaga auf dem Platz auch ordentlich zur Sache ging. „Da haben wir den Kampf angenommen und gut dagegengehalten. Ich denke, wir sind für die Rückrunde gut aufgestellt“, meinte der Angreifer, der sich auch einen Seitenhieb in Richtung Streik-Profi Walace nicht verkneifen konnte. „Es ist in jedem Fall unglücklich, wenn uns ein Mitspieler in so einer schwierigen Situation im Stich lässt. Aber er wird seine Gründe gehabt haben.“