Aus dem HSV-Nachwuchs sind Aaron Opoku und Arianit Ferati im Training mit dabei. Der 19-jährige Opoku, eigentlicher Kapitän der U19, spielte zuletzt dreimal für die U21 des HSV. Bei der U19 hatte der offensive Mittelfeldspieler zwölf Tore in 16 A-Jugend-Bundesliga-Spielen in dieser Saison. Ferati hatte am Sonnabend beim 2:3 der U21 in der Regionalliga gegen Lüneburg getroffen.

Mit Christian Titz weht ein neuer Wind auf den Trainingsplätzen im Volkspark. Für einige Spieler, die beim HSV oder bei anderen Stationen gefühlt schon endgültig abgeschrieben waren, könnte das eine unverhoffte neue Chance bedeuten. Mohamed Gouaida zum Beispiel stand nach seiner HSV-Rückkehr im Juli 2017 weder bei Markus Gisdol, noch bei Bernd Hollerbach auf dem Zettel. Tunesiens Ex-Nationalspieler war zwischenzeitlich nach Karlsruhe und St. Gallen verliehen worden, konnte sich aber in Baden und in der Schweiz nicht durchsetzen. Im vergangenen Juli hatte er ein Probetraining in St. Pölten absolviert, im vergangenen November eines in Odense, wo er sogar ein Spiel für die zweite Mannschaft absolviert hat. Ein Transfer aber scheiterte, Gouaida hatte nicht restlos überzeugen können. Titz hält dennoch viel von dem 24-Jährigen, der in der Regionalliga mit sechs Tore und sechs Vorlagen in 20 Spielen glänzen konnte.

Gouaida darf daher zurzeit ebenso bei den Profis mittrainieren wie Matti Steinmann. Der 23-jährige Mittelfeldspieler hatte im September 2014 beim 0:0 gegen die Bayern drei Bundesliga-Minuten für den HSV absolviert. Später wurde er nach Chemnitz verliehen und an die zweite Mannschaft des FSV Mainz 05 verliehen. Für die HSV-Profis war er bei seiner Rückkehr nach Hamburg im Juli 2017 nicht im Ansatz eingeplant. Aber auch Steinmann glänzt in dieser Saison in der Regionalliga (19 Spiele, zwei Tore, vier Vorlagen) und soll nun den Arrivierten im Training Dampf machen.

Hinter Arianit Ferati, der im Juli 2016 als vermeintliches Top-Talent von Dietmar Beiersdorfer verpflichtet worden war, liegt eine noch tiefere Talsohle. 850.000 Euro hatte der HSV für die Dienste des heute 20-Jährigen an den VfB Stuttgart überwiesen. Den Beweis, dieses Geld wert zu sein, blieb der nur 1,68 Meter große Deutsch-Kosovare bei seinen Leihen in die 2. Bundesliga schuldig. In der vergangenen Saison kam er 13-mal für Fortuna Düsseldorf zum Einsatz, enttäuschte dabei regelmäßig. Nur zweimal stand er in der Startelf. Über 90 Minuten spielte Ferati nie. In der Hinrunde dieser Saison lief es bei Erzgebirge Aue noch schlechter. Ferati kam an den ersten neun Spieltagen viermal als Joker zum Einsatz, zusammengerechnet stand er dabei 44 Minuten lang auf dem Platz – und konnte dabei so wenig überzeugen, dass er ab dem 10. Spieltag kein einziges Mal mehr im Auer Kader stand. In der Winterpause zogen beide Vereine die Reißleine. Ferati kehrte zum HSV zurück und stellte in der U21 von Titz unter Beweis, dass er durchaus Fußball spielen kann. Zwei Einsätze, zwei Tore, eine Vorlage – und nun die schnelle Belohnung. Auch Ferati trainiert seit Dienstag bei den Profis mit und darf hoffen, dass unter Titz sein Stern doch noch mal zu glühen beginnt.

Arianit Ferati mit Trainer Christian Titz (Foto: Witters)

Um 10 Uhr leitet Christian Titz erstmals als Cheftrainer das HSV-Training. Geplant ist, dass der 46-Jährige dann nicht nur mit seinen Assistenten, die ihn schon bei der U21 unterstützten, namentlich Co-Trainer Soner Uysal und Torwart-Trainer Nico Stremlau anrückt, sondern auch fünf Spieler aus dem Regionalliga-Team mit nach oben zieht. Ihr Comeback in der ersten Mannschaft sollen Mohamed Gouaida (24) und Matti Steinmann (23) feiern. Gouaida hatte in der Saison 2014/15 elfmal für den HSV in der Bundesliga gespielt, profitierte damals davon, dass Joe Zinnbauer von der damaligen U23 zu den Profis aufgerückt war. In dieser Zeit durfte auch Steinmann seine einzigen drei Minuten in der Bundesliga ran – übrigens beim 0:0 gegen die Bayern. Auch Arianit Ferati (20), den Dietmar Beiersdorfer 2016 für 850.000 Euro vom VfB Stuttgart verpflichtet hatte, der dann aber zunächst nach Düsseldorf und später dann nach Aue verliehen worden war, soll sich im Training der Profis beweisen. Gleiches gilt für den 19-jährigen Offensivmann Moritz-Broni Kwarteng, der in dieser Regionalliga-Saison in 18 Spielen an fünf Treffern (drei Tore, zwei Vorlagen) beteiligt war. Komplettiert wird das Quintett der „Neulinge“ durch den Südkoreaner Young-Jae Seo (22), der auf der Position des Linksverteidigers spielt.

Er ist einer der einflussreichsten Berater in der Bundesliga, vertritt mit seiner Agentur SportsTotal unter anderem Toni Kroos, Julian Weigl, Benedikt Höwedes und Lars Stindl. Volker Struth aber war in den vergangenen Wochen abgetaucht. Der Grund: ein Blinddarmdurchbruch, der ihn nach Angaben der „Bild“ in Lebensgefahr gebracht haben soll. Während des Weihnachts-Urlaubs auf den Malediven passierte es. Eine dreistündige Not-Operation soll dem 51-Jährigen das Leben gerettet haben. Zurück in Deutschland bildeten sich Abszesse. Struth musste zwei weitere Operationen über sich ergehen lassen. „Ich hoffe, in den nächsten Wochen wieder voll einsatzfähig zu sein“, sagt der Mann, der beim HSV auch als persönlicher Berater von Investor Klaus-Michael Kühne Schlagzeilen schrieb und bei den Hamburgern so viele Spieler unter Vertrag hat wie kein anderer Berater. Struth vertritt die Interessen von Bobby Wood, André Hahn, Dennis Diekmeier, Luca Waldschmidt und Arianit Ferati.

Der zurzeit an Erzgebirge Aue verliehene Arianit Ferati könnte schon im Januar zum HSV zurückkehren. Ex-Vorstands-Boss Dietmar Beiersdorfer hatte den 20-jährigen Deutsch-Kosovaren 2016 für 850.000 Euro vom VfB Stuttgart verpflichtet. Ferati war allerdings direkt an Fortuna Düsseldorf und in dieser Saison nach Aue verliehen worden. Bei beiden Klubs konnte sich der offensive Mittelfeldspieler nicht durchsetzen. In Aue kam Ferati nur zu vier Kurzeinsätzen in der zweiten Liga, spielte dabei insgesamt nur 44 Minuten. Seit Oktober stand er überhaupt nicht mehr im Kader der „Veilchen“. Beim HSV soll Ferati in der Regionalliga Spielpraxis sammeln. Er soll bei der U21 den wahrscheinlich anstehenden Abgang von Törles Knöll, an dem der SV Sandhausen Interesse angemeldet haben soll, auffangen.

Eigentlich sollte HSV-Talent Arianit Ferati bei Zweitligist Erzgebirge Aue Spielpraxis sammeln, doch das hat bisher nicht wie gewünscht funktioniert. In der 2. Liga reichte es für das Offensiv-Talent gerade einmal für vier Kurzeinsätze. Erschreckender ist aber folgende Bilanz: In den vergangenen neun Pflichtspielen schaffte es der 20-Jährige aus Leistungsgründen nicht in den Kader.