Vor dem Saison-Finale gegen Absteiger Köln hat Maximilian Arnold beim VfL Wolfsburg mit einem Rundumschlag gegen Verantwortliche, Trainer und Fans für Aufsehen gesorgt. „Da ist vieles nicht optimal gelaufen. Die Unruhe zieht sich durch alle Ebenen wie ein Roter Faden. Das kommt auch ganz unten bei den Spielern an“, sagte der Mittelfeldspieler der „Sport Bild“ und berichtete, er werde auch im Privatleben immer wieder darauf angesprochen. „Sogar wenn ich die Post aus dem Briefkasten hole, fragen die Nachbarn“, sagte Arnold. Die Personalpolitik auf Führungsebene habe dazu einen Beitrag geleistet: „Wenn man in der Saison drei Trainer hat, kann keine Kontinuität einkehren. Jeder hat eine andere Philosophie.“ Auf Andries Jonker und Martin Schmidt folgte Bruno Labbadia, der erst eines von zehn Spielen gewinnen konnte. „Ich glaube, er weiß schon, was er tut, und dass er solche Situationen angehen kann“, sagte Arnold über seinen dritten Coach in dieser Serie. Es sei nicht leicht für Labbadia, weil dieser den Kader nicht selbst zusammengestellt habe: „Wenn er Einfluss auf den Kader gehabt hätte, würde es ihm leichter fallen.“ Die Unruhe und den Hass den eigenen Fans kann Arnold zwar nachvollziehen, er ärgert sich aber auch darüber: „Manchmal wünsche ich mir, dass Spieler und Fans mal die Rollen tauschen könnten, um besser zu verstehen, dass mehr dahintersteckt, als nur 90 Minuten dem Ball hinterherzurennen.“ Der VfL benötigt mindestens einen Punkt, um nicht mehr vom HSV abgefangen werden zu können.

Sky-Experte Dietmar Hamann sieht den HSV im Fernduell mit Wolfsburg um den Relegationsplatz in der besseren Position. „Aus psychologischer Sicht ist Hamburg für mich im Vorteil. Sie müssen mit offenen Visier spielen. Der VfL hat etwas zu verlieren“, sagte der Ex-Nationalspieler. Zudem gewann der HSV zwei der drei letzten Spiele, die Wolfsburg allesamt verlor. Ob sich das Team gegen Köln noch einmal aufraffen könne? Dazu Mittelfeld-Mann Maximilian Arnold: „Ich hoffe ja. Ich glaube daran. Ich kann nicht sagen, ob es auch so wird. Ich bin auch nur ein Mensch.“

Wolfsburgs Maximilian Arnold ärgerte sich nicht nur fürchterlich über die Leistung seiner Mannschaft in Gladbach, wenige Minute nach dem 0:3 richtete er auch den Blick auf das nächste Duell – und schickte direkt eine Kampfansage an den HSV: „Das war ein bodenloser Auftritt. Zum Glück haben wir ein langes Wochenende vor uns, da kann sich jeder darüber Gedanken machen, was wir abgeliefert haben. Und dann gehen wir mit Vollgas Richtung Hamburg, da werden wir ein ganz anderes Gesicht zeigen, da bin ich sicher“, sagte Arnold bei Eurosport.

Wechselt Salim Khelifi im Sommer zum HSV? Beide Seiten wollten das heute noch nicht bekanntgeben, doch Marc Arnold bestätigte offiziell den Abgang des 24-jährigen Schweizers, der auf beiden Flügeln eingesetzt werden kann. „Wie üblich äußern wir uns grundsätzlich nicht zu Gerüchten. Aber Salim hat uns mitgeteilt, dass er seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängert und die Eintracht verlässt“, sagte Braunschweigs Sportdirektor.

Wolfsburgs Dauerbrenner Maxi Arnold hat seine Rot-Sperre nach dem Platzverweis gegen Augsburg abgesessen und wird beim Spiel in Hamburg wohl direkt in die Startelf zurückkehren. „Davon gehe ich aus“, sagte der 23-Jährige „sportbuzzer.de“. Seine körperlichen Fähigkeiten werden im Nord-Duell gebraucht. Arnold: „Wir dürfen den Kampf nicht vergessen, müssen schon dagegenhalten. Aber wir gehen nicht in die Partie und sagen, wir müssen da jetzt den Mähdrescher rausholen. Das wäre der falsche Ansatz.“