Am 3. August beginnt für den HSV erstmals in seiner Geschichte das Kapitel 2. Bundesliga. Coach Christian Titz warnt aber schon jetzt vor den Widrigkeiten im Unterhaus. „Das wichtigste Merkmal wird sein, dass wir die 2. Liga mit all ihren Facetten annehmen. Wir dürfen nicht denken, dass wir gefühlt ein Erstligist sind. Uns muss ganz klar bewusst sein, dass wir in der 2. Bundesliga spielen. Wir werden gegen Mannschaften spielen, die ein Stück weit ums Überleben kämpfen. Diese Teams werden starke Kampfelemente ins Spiel werfen und sich nie aufgeben. Zudem ist jede Mannschaft besonders heiß, gegen den HSV zu gewinnen”, sagte der Coach dem Vereinsmagazin HSVlive.

 

Holstein Kiel steckt mitten im Kampf um die Aufstiegsplätze in der 2. Liga. Momentan stehen die Störche auf dem dritten Rang. Doch nun der Schock: Im Falle eines Aufstiegs wird Kiel womöglich keine Lizenz für die Bundesliga erhalten. Grund dafür ist das ungeeignete Stadion. Die Vorgabe von einer Mindestkapazität von 15.000 Zuschauern kann das Holstein-Stadion nicht erfüllen. Die Sondergenehmigung der Kieler gilt nur für die 2. Liga. Holstein hat in der Vergangenheit bereits beim HSV angefragt, ob man im Aufstiegsfall auf das Volksparkstadion ausweichen kann. Als Dauerlösung ist das aber wegen der Belastung des Rasens sehr unwahrscheinlich.

Am Sonnabend werden beim DFB die Partien um den Drittliga-Aufstieg ausgelost. Zwar stehen die Teilnehmer an den drei Begegnungen noch nicht fest, der Verband aber wird die jeweiligen Staffeln einander zuordnen. An den Spielen nehmen die Meister der Regionalligen Nord, Nordost, West, Südwest und Bayern teil, dazu der Zweite der Südwest-Staffel. Klar ist nur, dass die beiden Südwest-Vertreter nicht gegeneinander spielen werden. Wer aber könnte am 24. und 27. Mai Gegner der U21 des HSV werden, die die Nord-Tabelle anführt? Aus dem Nordosten wird Energie Cottbus so gut wie sicher dabei sein, 1860 München dürfte in Bayern das Rennen machen. Im Westen entscheidet es sich zwischen dem KFC Uerdingen und Fortuna Köln. Im Südwesten hat der 1. FC Saarbrücken beste Karten, um Rang zwei kämpfen Kickers Offenbach und Waldhof Mannheim.

Zweitligist Holstein Kiel könnte bei einem möglichen Bundesliga-Aufstieg einige Partien mit großem Zuschauerandrang im Volksparkstadion abhalten. „Dort ist die für die Erste Liga erforderliche Torlinien-Technik schon vorhanden. Am Millerntor dagegen nicht“, sagte Kiels kaufmännischer Geschäftsführer Wolfgang Schwenke den „Kieler Nachrichten“. Der Sensations-Aufsteiger steht momentan auf dem Relegationsplatz.

Ihre Partie in Lübeck fiel gestern aus, eine andere Botschaft aber dürften die Spieler der U21 des HSV mit großer Freude zur Kenntnis nehmen: Sollte der Regionalliga-Spitzenreiter tatsächlich den Aufstieg in die 3. Liga schaffen, darf er auch aufsteigen! Steffen Weiß (29), bislang bei der U16, soll das Team nach oben führen. „Wir streben das Maximale an“, so Direktor Sport Bernhard Peters und meint damit den Aufstieg. Dafür wären aber auch noch erfolgreiche Relegationsspiele (24./27. 5.) nötig.

Während die Profis so gut wie abgestiegen sind, spielt die U21 des HSV in der Regionalliga Nord eine ganz starke Saison. Aus 19 Spielen holte die Mannschaft von Trainer Christian Titz 42 Punkte, ist damit Tabellenführer und erhielte dadurch die Berechtigung an der Aufstiegsrunde zur 3. Liga teilzunehmen. Ist dem aber auch so, wenn der HSV in die 2. Liga absteigt? Dürfte die U21 aufsteigen? Ja, heißt es in den Statuten des DFB. „Zweite Mannschaften von Lizenzvereinen dürfen in der 3. Liga spielen. Bei den Lizenzvereinen handelt es sich um alle Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga.“ Anders verhält es sich übrigens, wenn ein Zweitligist in die 3. Liga absteigt. Dann muss es einen Unterschied von zwei Ligen zwischen der ersten Mannschaft und des Reserve-Teams geben. Die nächste Chance, die Tabellenführung auszubauen, könnte sich für die U21 des HSV übrigens schon am Mittwoch bieten. Dann soll um 19 Uhr das Derby gegen Eintracht Norderstedt steigen. Möglich ist allerdings, dass die Wetterlage eine erneute Verlegung nötig macht.

„Ich bin HSVer“, sagte Bernd Hollerbach bei seiner Vorstellung als neuer Trainer. Das stimmt natürlich auch, der Verteidiger spielte schließlich von 1996 bis zu seinem Karriereende 2004 im Trikot mit der Raute. Sein Bundesliga-Debüt gab „Holler“ allerdings 1991 für den FC St. Pauli, der ihn aus Würzburg verpflichtet hatte. Den Abstieg des Kiezklubs konnte er nicht mehr verhindern. Vier Jahre lang spielte Hollerbach dann mit St. Pauli in der 2. Liga, ehe 1995 die Rückkehr in die Bundesliga gelang. Nach der rauschenden Party am Millerntor wechselte er zum 1. FC Kaiserslautern und nur ein halbes Jahr später zu seinem HSV.

Prost! Bernd Hollerbach (l.) feiert mit dem FC St. Pauli 1995 den Bundesliga-Aufstieg. (Foto: Witters)

Weil Altona 93 mit 1:0 gegen Eintracht Northeim gewann und sich damit für die Regionalliga Nord qualifizierte, steht nun auch der Aufstieg des HSV III in die Oberliga fest. Das Team hatte zuvor das Relegationsspiel der Landesliga-Zweiten gegen Vorwärts Wacker (1:2) verloren, profitierte nun aber von Schützenhilfe des AFC. 

Obwohl das Relegationsspiel gegen Vorwärts Wacker mit 1:2 verloren ging, hofft die „Dritte“ des HSV wieder auf den Aufstieg in die Oberliga. Dafür benötigt das Team die Schützenhilfe von Altona 93: Landerr der AFC in der Vierergruppe der Aufstiegsrunde zur Regionalliga auf einen der ersten beiden Plätze, würde davon auch der HSV profitieren. Das erste Spiel beim Bremer SV gewann Altona mit 1:0.