Kein HSV-Spieler war in Wolfsburg häufiger am Ball als Douglas Santos. 62 Ballkontakte hatte der Brasilianer, der zudem mit einer beeindruckenden Passquote (86 Prozent) glänzen konnte. In den Zweikämpfen lief’s hingegen weniger gut. Nur sechs seiner 22 direkten Duelle gewann der Olympiasieger – das entspricht einem Wert von 27 Prozent und ist sicher ausbaufähig.

Luca Waldschmidt war ein Aktivposten beim 1:1 des HSV in Stuttgart. Er bereitete das 1:0 von Lewis Holtby vor, gab drei Torschüsse ab (die meisten aller Hamburger), gönnte sich aber auch seine Auszeiten. So hatte der 21-jährige Retter der Vorsaison nur 25 Ballkontakte, einzig VfB-Stürmer Mario Gomez (17 Ballkontakte) kommt von allen Spielern, die 90 Minuten auf dem Platz standen auf einen noch geringeren Wert. Auch die Pass- und Zweikampfquote von Waldschmidt fällt recht bescheiden aus. Zehn seiner 25 Pässe landeten beim Gegner, die Passquote lag damit bei 67 Prozent. Zudem konnte der Stürmer nur vier seiner 14 Zweikämpfe für sich entscheiden, das entspricht einer Quote von 28,6 Prozent.

Julian Pollersbeck verdiente sich trotz der 1:2-Niederlage gegen Hertha BSC gute Noten im HSV-Tor. Der U21-Europameister wehrte sieben Torschüsse ab und war bei beiden Gegentoren ohne jede Schuld. Erstaunlich ist aber vor allem die Anzahl an Ballkontakten, die der 23-Jährige hatte. In den 90 Minuten war Pollersbeck 77-mal am Ball und damit häufiger als jeder Hertha-Spieler. In der ersten Halbzeit kam übrigens überhaupt kein Feldspieler auf mehr Ballkontakte als Pollersbeck (45). Trainer Christian Titz hatte gefordert, dass der Torwart sich als eine Art Libero am Spiel beteiligt, Pollersbeck setzte das gekonnt um.

Jeweils 90 Minuten saß Diekmeier in den zuvor letzten vier Bundesliga-Partien auf der Bank, galt als ausgemustert, nun durfte er wieder von Beginn an ran. Ausgerechnet in München bekam er eine neue Chance, sich zu präsentieren und das ging schief: Diekmeier war fünfmal am Ball und wurde nach 24 Minuten beim Stand von 0:3 ausgewechselt. Seine Hereinnahme und die Systemumstellung auf Dreier- bzw. Fünferkette waren komplette Fehlschläge des angeschlagenen Trainers Hollerbach.

Enttäuschend war in Hannover die Leistung der HSV-Offensivabteilung. Weder Sven Schipplock noch der in der 60. Minute ausgewechselte Bakery Jatta gaben einen Schuss auf das Tor der Hausherren ab. Auch die Zahl der Ballkontakte (Schipplock 19, Jatta 23) zeigt, dass beide Stürmer überhaupt nicht ins Spiel fanden. Trainer Markus Gisdol nahm die Angreifer allerdings in Schutz. „Wir können ihnen keinen Vorwurf machen. Sie haben so noch nie zusammengespielt und natürlich ist es schwierig für sie, wenn dann alles auf sie ausgerichtet ist“, sagte er.

Nach der Niederlage im Nordderby gegen Hannover ist beim HSV heute Wunden lecken angesagt. Um 10 Uhr bittet Trainer Bruno Labbadia seine Spieler im Volkspark zum Auslaufen und zur Analyse. Die Werte liegen ihm seit gestern vor, zum Beispiel auch der Fakt, dass Lewis Holtby 90 Mal und damit am Häufigsten aller Hamburger am Ball war.

Der klamme HSV nahm richtig Kohle in die Hand, um Albin Ekdal vom italienischen Serie-A-Absteiger Cagliari Calcio nach Hamburg zu locken. In München feierte der Schwede ein ernüchterndes Bundesliga-Debüt. Bis zu seiner Auswechselung in der 61. Minute kam der 4,5 Millionen Euro teure Königs-Transfer lediglich auf 16 Ballkontakte. Obwohl Ekdal im Mittelfeld eine zentrale Rolle einnahm, lief das Spiel komplett an ihm vorbei.