Am 22. Mai 2004 war Bernd Hollerbach bis heute zum letzten Mal offiziell HSVer. Am 34. Spieltag gelang zu Hause im Volkspark ein 2:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt, Mehdi Mahdavikia und Sergej Barbarez erzielten die Tore. „Holler“ spielte in der letzten Partie seiner Karriere (223 Bundesliga-Spiele) 90 Minuten durch und wurde anschließend mit Blumen und viel Applaus verabschiedet. Heute in Leipzig kehrt er nun also zurück – als Cheftrainer des Dinos.

Letzter Einsatz: HSV-Verteidiger Bernd Hollerbach beackert Frankfurts Stefan Lexa. (Foto: Imago)

Für transfermarkt.de hat Bernd Hollerbach 2011 in einem Video seine persönliche Traumelf zusammengestellt. Darin finden sich neun ehemalige HSV-Spieler, ein St. Paulianer und eine spanische Sturm-Legende. Im Tor setzt „Holler“ auf Martin Pieckenhagen. In der Abwehr dürfen Manni Kaltz, Stéphane Henchoz, Thomas Gravesen und St. Paulis gefürchteter Eisenfuß Dieter Schlindwein ran. Auf der Sechser-Position setzt Hollerbach auf Collin Benjamin, die Kreativ-Abteilung davor wird gebildet von Sergej Barbarez, Rodolfo Cardoso und Felix Magath. Im Sturm lauten seine Lieblingsspieler Anthony Yeboah und Superstar Raúl, mit dem Hollerbach als Co-Trainer auf Schalke zusammenarbeiten durfte.

Ex-Teamkollegen: Rodolfo Cardoso besuchte Bernd Hollerbach beim Training. (Foto: Witters)

Von 2000 bis 2004 kickten sie gemeinsam für den HSV, jetzt soll Bernd Hollerbach den Liga-Dino vor dem Abstieg bewahren, während Sergej Barbarez als Fan die Daumen drückt. Der Bosnier hofft auf den alten Kumpel, im „Kicker“ sagte er: „Er war als Spieler bei den Gegnern gefürchtet, aber als Mitspieler hattest du ihn gern in deiner Mannschaft. Ein Vollprofi, der total fokussiert war und nicht nur für den Beruf gelebt hat, sondern auch für die Mannschaft. Kurzum: Er war der Typ Profi, den ich beim HSV heute vermisse.“

In der Pause des Handball-Bundesligaspiels der SG Flensburg-Handewitt gegen Hannover-Burgdorf wurden gestern in der Flens-Arena die Gruppen für das Fußball-Hallenturnier um den „Sparda-Bank-Cup“ am 14. Januar 2018 (ab 14.30 Uhr) ausgelost. In Gruppe A spielen die Traditions-Teams von Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg und Werder Bremen. In Gruppe B kämpfen Holstein Kiel, der 1. FC Köln und der HSV um den Einzug ins Halbfinale. Für die Rothosen sollen unter anderem Richard Golz, Rodolfo Cardoso, Stefan Schnoor, Sergej Barbarez, Stig Töfting, Vahid Hashemian und Martin Groth zum Einsatz kommen.

Kehren frühere HSV-Stars wie Sergej Barbarez, Rafael van der Vaart, Frank Rost oder David Jarolim in neuer Rolle in die Bundesliga zurück? Gut möglich, wenn es nach Paul Breitner geht! Die Bayern-Legende hat sich in die Diskussion um den Videobeweis eingeschaltet und eine Idee dazu: „Als ers­ter Schritt soll­ten ehe­ma­li­ge Fuß­bal­ler den Vi­deo-Schi­ris in Köln als Be­ra­ter zur Seite ste­hen. Zwei­ter Schritt: Ex-Pro­fis zu Schieds­rich­tern aus­bil­den“, sagte der 66-Jährige. Warum? Breitner weiter: „Weil du als Spie­ler ein viel bes­se­res Ein­füh­lungs­ver­mö­gen hast. Du weißt zwei Schrit­te vor der Grät­sche, ob du Ball oder Geg­ner triffst. Kein Vor­wurf an die Schieds­rich­ter. Ihnen fehlt halt das In­si­der­wis­sen.“

In der Saison 2000/01 wurde Sergej Barbarez mit 22 Treffern als letzter Profi des HSV in der Bundesliga Torschützen-König. Damit steht er in einer Reihe mit Uwe Seeler oder Horst Hrubesch. Nun freut sich auch der Bosnier über die ersten Auftritte von Fiete Arp. „Der Junge hat großes Potenzial. Es macht Spaß, ihm zuzusehen.“ Doch Barbarez warnt auch: „Es ist ein schmaler Grat. Wenn er jetzt immer spielt, sehe ich die Gefahr, dass man ihn verheizt. Niemand sollte erwarten, dass er jetzt konstant so gut spielt. Man sollte ihn schützen.“

Als ehemaliger Torschützenkönig der Bundesliga hat Sergej Barbarez (46) eine klare Meinung zur aktuellen Abteilung Attacke seines Ex-Vereins: „Nachdem Leipzig vor einer Woche einfach eine Nummer zu groß war, wurde in Hannover überdeutlich, dass der HSV mit dieser Offensive nicht wettbewerbsfähig ist“, sagte Barbarez dem „kicker“. „Markus Gisdol muss mit einer Offensive auskommen, die in dieser Besetzung nicht konkurrenzfähig ist.“ Ein Grund sei das aktuelle Verletzungspech: „Selbst Nachkäufe hätten diese Verluste nicht auffangen können. Ich gehe sogar noch weiter: Auch der FC Bayern hätte Mühe, wenn zeitgleich Ribéry, Robben, Müller und Lewandowski ausfallen würden.“ Ohne großartige Verstärkungen spätestens zum Winter befürchtet Barbarez eine erneut harte Saison für den HSV.