Nachdem schon Bayer-Manager Jonas Boldt über die körperbetonte Spielweise des HSV gejammert hatte, legte nun Leverkusens Trainer Heiko Herrlich nach: „Angeschlagene Boxer sind immer brandgefährlich. Deshalb wird der HSV morgen auch an der Grenze des Erlaubten spielen, da bin ich mir sicher“, stellte er fest und nahm Referee Dr. Felix Brych in die Pflicht: „Aber dafür gibt es ja ein Schiedsrichter-Team.“

In den vergangenen Jahren bediente sich Bayer Leverkusen immer wieder beim HSV. Der Werksklub schnappte sich mit Heung Min Son, Hakan Calhanoglu, Jonathan Tah und Levin Öztunali bereits vier Hamburger Top-Talente. Wie der „Kicker“ berichtet, könnte im kommenden Sommer ein weiterer Transfer von der Elbe an den Rhein geben: Bayer ist heiß auf Fiete Arp (18), dessen Vertrag beim HSV bis 2019 befristet ist.

Die Fakten beim HSV klingen düster: In den letzten vier Spielen gelangen null Tore, dafür kassierten die Rothosen zehn Gegentreffer. Nach der Klatsche in Leverkusen zog Coach Markus Gisdol  dennoch ein versöhnliches Fazit: „Wenn man gegen ein so konterstarkes Team in Rückstand gerät, ist es immer schwer zurückzukommen. Wir haben unsere Chancen leider nicht genutzt. Insgesamt war es ein verdienter Sieg für Bayer.” Gleichzeitig legte Gisdol aber zügig den Fokus auf die nächste Aufgabe: „Wir müssen das jetzt schnell aufarbeiten und uns auf das Nordderby gegen Bremen konzentrieren.“

Die bittere Klatsche in Leverkusen ging auch Jens Todt nahe. Dennoch fand der Sportchef positive Ansätze. „Wir habe  es in den ersten 20 Minuten ähnlich gemacht wie gegen Dortmund. Danach haben wir es aber dem Gegner mit zu einfachen Fehlern viel zu leicht gemacht.” Hoffnung macht ihm aber, dass „wir als Team anders auftreten, als in vielen Phasen der letzten Saison. Jetzt müssen wir unsere Punkte gegen andere Teams holen.“

Befürchtungen, der HSV könne trotz der zwei Siege zum Saisonstart nun nach unten durchgereicht werden, teilt Trainer Markus Gisdol nicht. „Wir haben sechs Punkte im Rücken“, sagt er. „Wir haben zwar schwere Spiele vor der der Brust, aber wir waren immer in schwierigen Situationen auch in der Lage zu punkten.“ Die nächsten Gegner heißen Dortmund, Leverkusen und Werder Bremen.

Es ist nur noch eine Frage von Stunden, wann der Wechsel von Kyriakos Papadopoulos zum HSV offiziell verkündet wird. Die Hamburger Verantwortlichen haben sich mit Bayer Leverkusen geeinigt, für einen Fix-Betrag von sechs Millionen Euro wechselt der 25-jährige Grieche in die Hansestadt und erhält einen Vertrag bis 2020. „Die Verhandlungen sind fair verlaufen“, sagte Bayer-Manager Jonas Boldt der MOPO. „Wir sind auf einem sehr guten Weg. Es war der ausdrückliche Wunsch des Spielers, beim HSV zu bleiben. Und auch Trainer Markus Gisdol wollte ihn unbedingt behalten. ‚Papa‘ fühlt sich in Hamburg wohl und erfährt große Wertschätzung“, so Boldt weiter.