Das Spiel gegen Berlin hatte Walace lieber zu Hause als im Stadion verfolgt. Trainer Christian Titz bezeichnete das als respektlos. Am Dienstag soll es ein Gespräch geben. Sein Berater Rogério Braun sagt: „Walace weiß genau, welche Pflichten er als Profi hat. Wenn er der Mannschaft helfen kann, dann wird er der Mannschaft helfen. Walace wird sich über ein Gespräch mit dem Trainer freuen.“

Die Kritik von Kyriakos Papadopolous an der Aufstellung im Allgemeinen und der eigenen Ausbootung im Besonderen hat Trainer Christian Titz als Respektlosigkeit den anderen HSV-Profis gegenüber empfunden. Gegen diese Einschätzung wehrt sich nun der Berater des Hamburger Profis. „Ich habe nicht gelesen und gehört, dass er einen Mitspieler kritisiert hat“, sagte Paul Koutsoliakos zu Sport1 und verriet: „Natürlich tut es Papa leid, aber er ist ein junger, emotionaler Mann. Man sollte hier jetzt nicht wild übertreiben, was kurz nach dem Spiel gesagt wird.“

Horst Hrubesch ist vom HSV restlos bedient. „Ich will über den HSV von heute nicht mehr sprechen. Das macht keinen Sinn“, sagte Hrubesch der „Sport Bild“. Das einstige „Kopfball-Ungeheuer“ berichtete, kaum jemand vom HSV spreche mit ihm, sein Name tauche aber immer wieder auf. Zuletzt war spekuliert worden, Hrubesch könne den HSV als Berater unterstützen. „Natürlich wäre es schön, den HSV wieder oben zu sehen. Aber es ist nicht mein Thema“, sagte Hrubesch, der 1983 mit den Hamburgern den Europapokal der Landesmeister gewann. Als Trainer hatte Hrubesch die deutsche Olympia-Auswahl 2016 zur Silbermedaille geführt, mittlerweile arbeitet der 66-Jährige als Sportdirektor für den DFB.

Dem HSV droht der Abstieg, zehn Spiele vor dem Saisonende beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz sieben Punkte. Kein Grund für Christian Mathenia, sich allein auf die sportliche Situation zu konzentrieren. Laut „Bild“ hat sich der Torwart von seinen Beratern Christoph Leutrum und Thomas Vogel getrennt, er lässt sich nun von Arena11 vertreten, einer der Geschäftsführer ist Thomas Strunz. Scheint so, als würde Mathenia schon mal seine persönliche Zukunft planen.

Der Streik von Walace, der die Abreise ins Trainingslager nach Spanien an Neujahr schwänzte und erst mit drei Tagen Verspätung in Jerez de la Frontera eintraf, war das heiße Thema beim HSV im Verlauf der kurzen Vorbereitung. Die Klubführung mahnte den Brasilianer ab und verhängte eine Geldstrafe, Trainer Markus Gisdol verzichtete in beiden Testspielen komplett auf den 22-Jährigen. Nun bemüht sich Berater Rogerio Braun darum, Verständnis für das Verhalten seines Klienten zu schaffen. „Auch wenn das kaum einer glaubt, aber Walace hatte tatsächlich einen privaten Grund, warum er länger in Brasilien bleiben wollte“, sagte er dem „Abendblatt“ und erklärte, dass die Freundin des HSV-Profis im siebten Monat schwanger sei und von einem deutschen Arzt die Genehmigung bekommen hatte, über Weihnachten mit Walace und ihrem gemeinsamen Sohn Wallan in die Heimat zu reisen. In Brasilien hätte es aber einen Zwischenfall gegeben, ein Arzt habe ihr dringend empfohlen, keinen Langstreckenflug nach Europa auf sich zu nehmen. „Walace war sehr erschüttert, als ihm klar wurde, dass er nicht mit seiner Familie nach Europa zurückkehren konnte und dass er wohl auch nicht bei der Geburt seines zweiten Kindes dabei sein kann“, sagte Braun, der Walace heute im HSV-Charter nach Hamburg begleiten wird.

Der Gipfel zwischen Jens Todt sowie Roberto Dantas und Wolfgang Meier, den Beratern von Douglas Santos, ist vorbei. Zu einer endgültigen Lösung kam es nicht. Der aktuelle Stand: Santos spürt nicht den Rückhalt von Trainer Markus Gisdol, der in der Rückrunde der Vorsaison auf den Brasilianer verzichtete, und würde gern zum niederländischen Erstligisten PSV Eindhoven wechseln. Dort ist er der Wunschkandidat auf die Nachfolge von Jetro Willems (für sechs Millionen Euro zu Eintracht Frankfurt). Der HSV ist auch gewillt, dem 23-Jährigen die Freigabe zu erteilen – aber nur, wenn man zeitnah gleichwertigen Ersatz findet. Bis Mitte kommender Woche soll eine Entscheidung her, Gespräche zwischen Todt und einem möglichen Santos-Nachfolger laufen.

Trotz der gescheiterten Gespräche über eine Vertragsverlängerung will der HSV Nicolai Müller unter keinen Umständen ziehen lassen. Ist das das letzte Wort? Neben Wolfsburg soll auch Schalke weiterhin an einer Verpflichtung des 29-Jährigen interessiert sein. Laut „Sport Bild“ hat sich Müllers Berater Björn Bezemer vergangene Woche mit Schalkes Manager Christian Heidel getroffen, um über einen Transfer zu verhandeln. Müllers Vertrag läuft am Saisonende aus. Heidel hatte Müller einst nach Mainz geholt.

Was wird aus Douglas Santos, sollte der gesuchte Linksverteidiger gefunden werden? Berater Roberto Dantas drängt auf Gespräche, würde den 23-Jährigen im Sommer gern transferieren. Am Freitag will er in Hamburg bei Sportchef Jens Todt vorstellig werden. Auf ihn wartet dann wohl ein zäher Termin, denn der HSV würde Santos nur freigeben, wenn man einen zumindest gleichwertigen Ersatz verpflichten und sich abzeichnen würde, dass der Olympiasieger im Kampf um einen Stammplatz schlechte Karten hätte.