Der frühere Hamburger Marcus Berg war der überragende Spieler beim 8:0 der Schweden in der WM-Qualifikation gegen Luxemburg. Dem Angreifer gelang ein Viererpack, während HSV-Mittelfeldmann Albin Ekdal nur auf der Bank hockte und seinen Kollegen zusah.

Im Sommer 2009 verpflichtete der HSV den schwedischen Stürmer Marcus Berg für zehn Millionen Euro, um dann festzustellen, dass man ihn eigentlich doch nicht gebrauchen kann. Die damaligen Macher Carl Jarchow und Frank Arnesen wollten Berg unbedingt von der Gehaltsliste streichen und verschenkten ihn schließlich 2013 an Panathinaikos Athen. Nun wechselte er als Torschützenkönig der griechischen Liga zum Wüsten-Klub Al Ain FC – und der HSV geht leer aus, weil Berg in Athen im Januar bis 2019 verlängert und damit ein neues Vertragswerk geschlossen hatte.

Hätte ein richtig schöner Abend für Marcus Berg werden können. Der Ex-HSV-Stürmer traf gestern zum 1:0 für Panathinaikos Athen gegen PAOK Saloniki – und musste dann mitansehen, wie alles den Bach runter ging. Nach vier Platzverweisen und einem Bierdosenwurf auf PAOK-Trainer Vladimir Ivic wurde die Partie abgebrochen. Panathinaikos drohen nun Punktabzüge für die laufende und nächste Saison. Damit könnten sich Bergs Champions-League-Träume für diesen Sommer erledigt haben.

Auf Platz drei hat Panathinaikos Athen die Saison in der griechischen Liga abgeschlossen, doch Marcus Berg hatte trotzdem einen Grund zum Feiern: Der Schwede, einst für zehn Millionen Euro vom HSV verpflichtet und dort vom Hof gejagt worden, hat sich mit 22 Treffern die Torjäger-Kanone gesichert. Die MOPO gratuliert.

Der Weg ins Finale ist geebnet. In den vergangenen beiden Jahren schon holte Thomas Doll mit Ferencvaros Budapest den ungarischen Cup, nun fehlt noch ein Schritt ins Finale. Gegner im Halbfinale ist Drittliga-Spitzenreiter Budafoki, das ergab die heutige Auslosung. Parallel kämpft Ex-HSV-Trainer Michael Oenning mit Vasas Budapest gegen Mezökövesd in Hin- und Rückspiel um den Finaleinzug. Auch in anderen Ländern haben frühere Hamburger Chancen auf den Cup-Gewinn: In Italien steht Tomás Rincón mit Juventus Turin im Finale gegen Lazio Rom. Tunay Torun und HSV-Leihgabe Batuhan Altintas treffen im türkischen Halbfinale mit Kasimpasa auf Konyaspor (zweites Halbfinale: Basaksehir – Fenerbahce). Und in Griechenland spielt Marcus Berg mit Panathinaikos Athen im Halbfinale gegen PAOK Saloniki (zweites Halbfinale: Olympiakos Piräus – AEK Athen).

Beim HSV war Marcus Berg ein teurer Flop, bei Panathinaikos Athen knipst der schwedische Torjäger nach Belieben. Sein Treffer zum 1:0-Sieg am Sonntag im Spitzenspiel der griechischen Super League über Olympiakos Piräus war bereits sein 18. Tor in der laufenden Spielzeit für Panathinaikos. Für Berg ein persönlicher Saisonrekord beim Klub aus Athen. Kein Wunder, dass der Verein den im Sommer endenden Vertrag mit dem 30-Jährigen schon vorzeitig bis 2019 verlängert hat.

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Foto: dpa