Kapitän Gotoku Sakai bestätigt, dass Trainer Bernd Hollerbach beim HSV die Zügel angezogen hat. „Wir sprechen mehr über Fußball, rücken enger zusammen. Wir müssen uns gemeinsam pushen, trainieren viel, auch wenn es manchmal wehtut. Es ist aber der richtige Weg. Wir brauchen eine harte Hand“, sagte der 27-Jährige der „Bild“-Zeitung. Er stehe neuerdings um kurz vor sieben Uhr morgens auf. „Nur bei Trainer Huub Stevens in meiner Stuttgarter Zeit war es noch früher. Da mussten wir 7.30 Uhr in der Kabine sein und um 8 Uhr wurde gefrühstückt.“

Beim HSV brennt mal wieder der Baum! Nach dem verdienten Punkt beim 1:1 in Leipzig, wollte Neu-Coach Bernd Hollerbach die Woche nutzen, um das Team auf das wichtige Heimspiel gegen Nordrivale Hannover 96 am Sonntag (18 Uhr/ im MOPO-Liveticker) vorzubereiten. Doch ein Putschversuch gegen Boss Heribert Bruchhagen und Sportchef Jens Todt sorgt für neuen Wirbel im Volkspark. Das sagt Trainer Bernd Hollerbach vor seiner Heimpremiere über…

die ersten zwölf Tage im Amt: Ich bin sehr positiv, auch was das Spiel in Leipzig anbelangt. Es war kein einfacher Auftakt. Nach dem 1:1 hat die Mannschaft ihr wahres Gesicht gezeigt. Ich hoffe, dass wir daran anknüpfen können. Neuzugänge in der Winterpause sind ein schwieriges Thema. Wir waren im ständigen Austausch, aber wir haben uns dann entschieden, mit dem jetzigen Kader den Klassenerhalt schaffen zu wollen.

Störfeuer aus dem Aufsichtsrat: Das ist jetzt im Moment ein Thema, für das ich meine Energie nicht verbrauchen möchte. Die Energie gilt allein dem sportlichen Bereich. Der Fokus liegt auf Hannover. Wir wollen ein gutes Spiel machen und die Punkte bei uns behalten.

Zuschauerschwund: Es ist klar, dass wir uns alle eine große Unterstützung wünschen. Ich bin mir sicher, dass am Sonntag das Stadion voll sein wird und bin mir sicher, dass das Stadion brennt.

die neue Unruhe im Verein: In der Bundesliga wird es ab und zu mal unruhig – gerade, wenn es sportlich nicht läuft. Ich habe mich immer darauf fokussiert, mich auf meinen Job zu konzentrieren. Ich spreche mit der Mannschaft über dieses Thema. Wir wollen so schnell wie möglich da unten rauskommen. Alles andere interessiert uns nicht. Wir wollen drei Punkte in Hamburg behalten.

Vertragssituation in Würzburg: Die Verantwortlichen waren immer im Austausch. Ich war mir sicher, dass es keine Probleme gibt. Das Thema ist abgehakt und liegt in der Vergangenheit.

den kommenden Gegner Hannover: Sie sind sehr gut organisiert, haben als Aufsteiger 27 Punkte geholt. 15 Tore aus Standards, da müssen wir auf der Hut sein. Wir müssen mutig nach vorne spielen, aber dürfen uns nicht auskontern lassen. Es ist eine schwere Aufgabe, die wir aber lösen können

Fiete Arp: Fiete war krank, dann ging es ihm besser. Nach Leipzig gab es einen Rückschlag, deshalb habe ich mich entschlossen, ihn komplett rauszunehmen. Er soll nichts verschleppen, zwei Tage Pause haben ihm gut getan.

die neue Teamchefin Wallenborn: Eine Frau im Staff ist neu, da haben alle geschaut. Aber ich denke, sie haben sich gefreut und es positiv aufgenommen. Ich bin mir sicher, dass die Maria uns verstärkt. Ich weiß, dass sie im zwischenmenschlichen Bereich sehr gute Arbeit gemacht hat.

das Personal: Gideon Jung hat einen Hexenschuss, Albin Ekdal hat im Training einen guten Eindruck gemacht. Er ist auf jeden Fall eine Alternative. Walace trainiert sehr gut, er redet nur noch über den HSV, wird täglich besser. Alles positiv bei ihm.

die Spielweise im Volkspark: Der Rhythmus ist wichtig, wir müssen variabel spielen können. Eine gesunde Mischung aus Offensive und Defensive wird entscheiden sein. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht ins offene Messer laufen. Geduld wird auch ein Faktor sein. Zuhause spielt man aber natürlich immer offensiver.

Kontakt zu Breitenreiter: Wir sind immer sehr gut miteinander ausgekommen. Andre macht einen tollen Job, nach dem Spiel haben wir dann Zeit, uns auszutauschen, vorher aber nicht. Die Freundschaft muss in den 90 Minuten ein wenig ruhen.

Lewis Holtby: Ich habe in Leipzig gesagt, ich mir etwas über Standards erhofft habe. Deshalb war Salihovic ein Trumpf für mich. Holtby hat sehr gut trainiert, ist ein vorbildlicher Profi, gibt immer Gas, nur leider kann ich immer nur 16 Feldspieler mitnehmen. Aber er ist sicherlich eine Option.

Wenn der HSV heute Nachmittag mit dem Charterflieger nach Leipzig abhebt, wird das für die Profis die vorerst letzte derart luxuriöse Art des Reisens zu einem Gegner sein. Trainer Bernd Hollerbach hat nach Informationen der „Bild“ veranlasst, dass künftig eine vernünftige Balance zwischen Leistung und Kosten gefunden wird. Heißt: Die Spieler werden in Zukunft vermehrt mit der Bahn anreisen. Zudem soll auch bei der Hotelwahl stärker auf das Budget geachtet werden. Statt nobler Fünf-Sterne-Hotels geht es dann in Herbergen am Stadtrand oder im Grünen.