Die Suche nach einem Sportvorstand beim HSV läuft auf Hochtouren. Top-Kandidaten sind Kiels Ralf Becker und Paderborns Markus Krösche. Wie die MOPO erfuhr, soll eine Verpflichtung von Becker allerdings eng mit der Personalie Bernhard Peters verknüpft sein. Der HSV-Nachwuchs-Chef hatte sich mit einem Interview öffentlich zu seinen Ambitionen bekannt, den Job als Sportvorstand selbst ausführen zu wollen. Sollte nun aber Becker inthronisiert werden, müsste Peters wieder zurück ins zweite Glied rücken und sich hinter Becker einreihen. Schwer vorstellbar, das dies ohne Reibungen funktionieren könnte. Deshalb soll Kiels Sportchef Zweifel daran haben, ob eine vertrauensvolle und loyale Zusammenarbeit in dieser Konstellation beim HSV überhaupt möglich ist.

 

Fiete Arp ist das größte Talent im HSV-Nachwuchs. In dieser Saison hat der Youngster einen großen Schritt nach vorne gemacht, feierte sein Bundesligadebüt und erzielte sogar zwei Tore im Oberhaus. Im Interview mit dem Magazin des Supporters Club verteilte Nachwuchschef Bernhard Peters ein Sonderlob für den Angreifer: „Jann-Fiete Arp legt mehr Disziplin an den Tag als andere Spieler seines Alters. Er hat über Jahre hinweg sehr, sehr intensiv auf seinen jetzigen Stand hingearbeitet – mit viel individuellem Training, mit Schule und Internatsleben und viel Verzicht. Das war schon sehr fokussiert. Sicherlich besitzt er auch eine sehr intensive Begabung für das, was er macht.“

Das Gespräch zwischen dem Direktor Sport Bernhard Peters und Skandal-Profi Walace ist auf Mittwoch verschoben worden. Die Sanktionierungsmöglichkeiten des Brasilianers sind arg begrenzt. „Mit einer Kündigung würde sich der Verein ins eigene Fleisch schneiden. Auch eine Abmahnung käme vermutlich dem Spieler entgegen“, sagte der Fußball-Arbeitsrechtsexperte Horst Kletke dem „Hamburger Abendblatt“, der eine andere Form der Bestrafung nahelegt. „Zusätzlich zu einer Geldstrafe und der Verbannung auf die Tribüne kann die Zeit, in der er fehlte, vom Lohn abgezogen werden.“

Zurzeit befindet sich Ex-HSV-Boss Dietmar Beiersdorfer noch im Urlaub. In den kommenden Tagen aber könnte er einen neuen Vertrag als Sportlicher Leiter bei Besiktas Istanbul unterschreiben. Beim türkischen Meister und Tabellenzweiten der laufenden Süper-Lig-Saison wäre er allerdings nicht für die Transfers der Profi-Mannschaft zuständig. Seine vorderste Aufgabe soll die Neuordnung des sportlichen Bereichs sein. Beiersdorfer soll Strukturen schaffen, die es dem Verein ermöglichen, eigene Talente leichter an das Erstliga-Team heranzuführen. Die Aufgabe des früheren Vorstandsvositzenden des HSV wäre damit vergleichbar mit der von Bernhard Peters, der in Hamburg das Amt des Direktors Sport bekleidet. Der HSV würde übrigens von einer Unterschrift Beiersdorfers in Istanbul finanziell nicht profitieren. Der Ex-Boss war nach seinem Ausscheiden im Dezember 2016 abgefunden worden, soll rund drei Millionen Euro erhalten haben.

Ihre Partie in Lübeck fiel gestern aus, eine andere Botschaft aber dürften die Spieler der U21 des HSV mit großer Freude zur Kenntnis nehmen: Sollte der Regionalliga-Spitzenreiter tatsächlich den Aufstieg in die 3. Liga schaffen, darf er auch aufsteigen! Steffen Weiß (29), bislang bei der U16, soll das Team nach oben führen. „Wir streben das Maximale an“, so Direktor Sport Bernhard Peters und meint damit den Aufstieg. Dafür wären aber auch noch erfolgreiche Relegationsspiele (24./27. 5.) nötig.

Die Vergleiche liegen auf der Hand. Auch 2014 glaubte der HSV eine Wende einleiten zu können, als man einen erfolgreichen Trainer der zweiten Mannschaft befördert hatte. Damals hievte Dietmar Beiersdorfer Joe Zinnbauer ins Amt. Ein Experiment, das nach einem halben Jahr und 24 Punkten aus 24 Spielen aber gescheitert war. Zinnbauer rückte kurz darauf zurück ins zweite Glied. Damals wie heute sprach sich der Direktor Sport Bernhard Peters dafür aus, den Trainer der Reserve zu den Profis zu holen. Dennoch seien die Szenarien nicht miteinander vergleichbar, erklärte Peters, der auch den Ratschlag zur Verpflichtung von Markus Gisdol erteilt hatte, am Montag auf der Pressekonferenz. „Nein, das wäre falsch“, sagte Peters. „Titz hat mit uns über drei Jahre eine Idee entwickelt, wie wir gemeinsam den Fußball sehen. Es geht darum, einen Trainer, der diesen Schritt macht, mit Vertrauen zu begleiten.“ Peters bekräftigte: „Wir denken, dass wir es schaffen können, Samstag mit durch Titz veränderter Einstellung eine andere Leistung auf dem Platz zu sehen.“

Beim HSV ist Direktor Sport Bernhard Peters maßgeblich für die Nachwuchsarbeit verantwortlich. Doch der ehemalige Hockeybundestrainer beschäftigt sich auch im Allgemeinen mit dem Fußball und outet sich als Befürworter des Videobeweises. Um die Attraktivität des Fußballs zu steigern, hat Peters eine Idee und plädiert für eine Abseitsrevolution: „Ich halte zum Beispiel die Einführung von Viertellinienabseits für überlegenswert. Das Spiel wird automatisch attraktiver, weil die Stürmer 25 Meter mehr Kombinationsraum bekommen“, sagte er Goal.com. Zudem macht sich Peters auch für fliegende Wechsel stark: „Die Vorteile liegen klar auf der Hand: bessere Kaderdynamik, Einsatz mehrerer Spieler und somit stärkeres Gruppengefühl, besseres Coaching durch die Trainer möglich und leichterer Einsatz von Talenten und Rekonvaleszenten.“

Direktor Sport Bernhard Peters  arbeitet seit 2014 für den HSV. Ex-Boss Dietmar Beiersdorfer hatte ihn damals von Hoffenheim loseisen können, seitdem ist der ehemalige Hockeybundestrainer hauptsächlich für den Nachwuchs in Hamburg verantwortlich. Und seine Arbeit kann sich bisher sehen lassen und hat offenbar auch die Verantwortlichen überzeugt. So berichtete die Bild, dass der im Sommer 2018 auslaufende Vertrag von Peters verlängert werden soll. Beide Parteien seien demnach stark an einer Einigung interessiert.