Es ist ein Phänomen, das in Hamburg in den vergangenen Jahren immer wieder zu beobachten war: Spieler kommen meist für viel Geld und mit großen Ambitionen, können die Ansprüche aber dann nicht erfüllen. Warum ist das so? Ex-HSV-Profi Tolgay Arslan (27), der mit Besiktas Istanbul in der Champions League im Achtelfinale beim FC Bayern antritt, hat eine Erklärung: Ars­lan: „Die stän­di­gen Wech­sel von Trai­nern oder Sport­di­rek­to­ren, das ist auch für die Spie­ler nicht gut. Jeder hat immer an­de­re Ideen, will etwas Neues. Das ist auch ein Grund, warum viele Spie­ler beim HSV ihre Leis­tung nicht ab­ru­fen. Es gibt so viele Bei­spie­le von Spie­lern, die Ham­burg ver­las­sen haben und dann eine gute Kar­rie­re hin­ge­legt haben“, sagte Arslan der „Bild“. Und weiter: „Beim HSV ist lei­der immer alles ein biss­chen durch­ein­an­der. Man hat jedes Jahr Ac­tion. Nicht nur auf dem Platz, auch au­ßer­halb. Der Ver­ein braucht eine Struk­tur. Er muss auch mal Leu­ten ver­trau­en, wenn es schlecht läuft. Ich kenne bei­spiels­wei­se Bruno Lab­ba­dia aus mei­ner Zeit. Ich per­sön­lich halte sehr viel von ihm. An dem hätte ich län­ger fest­ge­hal­ten.“

In der Champions League läuft es richtig gut für Besiktas Istanbul und Tolgay Arslan. Erstmals überhaupt hat der Verein das Achtelfinale erreicht, steht bereits als Gruppensieger fest. Arslan (27), der Anfang 2015 für 450.000 Euro vom HSV in die Türkei gewechselt war, ist Stammspieler bei Besiktas. Sein aktueller Marktwert liegt bei 6 Mio. Euro. Für transfermarkt.de hat er den kommenden Bundesliga-Spieltag getippt: Er setzt auf einen 2:0-Sieg von Hoffenheim in Hamburg.

Zwischen 2009 und 2014 stand Tolgay Arslan beim HSV unter Vertrag, ehe er zum türkischen Spitzenklub Besiktas Istanbul wechselte. Der 27-Jährige verfolgt das Geschehen in Hamburg aber weiterhin und sieht die hohe Erwartungshaltung als Grund für den sportlichen Niedergang an: „Es ist auch nicht einfach beim HSV zu spielen. Von den Fans kommt viel Druck. Sie sehen ihr Team immer höher an, als es eigentlich ist und dementsprechend sind die Erwartungen“, sagte Arslan bei „transfermarkt.de“ und fügte hinzu: „Der HSV erwartet jedes Mal zu viel. Man muss kleinere Schritte nach oben machen. Von heute auf morgen kann man nicht direkt Champions League spielen. Das braucht seine Zeit und die müssen sie sich nehmen. Ich hoffe, dass sie einen guten Weg finden werden.“

Der HSV würde sich gern von dem einen oder anderen Spieler trennen, um den Gehaltsetat zu senken. Doch Besiktas Istanbul lassen die Hamburger im Werben um Gotoku Sakai abblitzen. Der türkische Meister ist heiß auf den Japaner, aber das lässt Jens Todt kalt. „Wir wollen unseren Kapitän in diesem Sommer nicht verlieren und werden ihn nicht abgeben“, sagte der Sportchef der „Bild“ und betonte: „Gotoku ist ein verdienter Spieler des HSV. Wir werden zeitnah das Gespräch suchen.“ Heißt: Der 2018 auslaufende Vertrag soll verlängert werden.

Wie die türkische Zeitung „Fanatik“ berichtet, hat der HSV ebenso wie der 1. FC Köln und 1899 Hoffenheim Interesse an einer Verpflichtung von Ex-Nationalspieler Andreas Beck. Der 30-Jährige wolle Besiktas Istanbul (Vertrag bis 2018) verlassen und in die Bundesliga zurückkehren, heißt es. Für einen Wechsel nach Hamburg spricht, dass Beck in Hoffenheim schon unter Markus Gisdol spielte und sogar Kapitän war. Dagegen spricht, dass der HSV mit Gotoku Sakai und Dennis Diekmeier schon zwei Rechtsverteidiger im Kader hat.

Beim HSV wurde er ausgebildet, bei Mainz und Schalke reifte Eric Maxim Choupo-Moting zum Bundesliga-Profi. Nun steht der 28-jährige Hamburger vor einem Wechsel ins Ausland. Der Angreifer wird als Zugang beim türkischen Meister Besiktas Istanbul gehandelt. Dort würde er auf seinen alten HSV-Kumpel Tolgay Arslan treffen.

Ein Sieg noch – dann sind sie durch! Tolgay Arslan und Besiktas Istanbul greifen heute nach dem türkischen Titel, würden durch einen Erfolg beim feststehenden Absteiger Gaziantepspor einen Spieltag vorm Ende alles klar machen. Anpfiff ist um 18 Uhr. Arslan trifft dabei auch auf seinen früheren HSV-Kollegen Änis Ben-Hatira, der im Winter zu Gaziantepspor wechselte.

Der englische Erstligist West Ham United hat bestätigt, dass man die kommende Saison in der Premier League ohne den früheren HSV-Profi Gökhan Töre angehen wird. Der 25-jährige Flügelstürmer war von Besiktas Istanbul für eine Leihgebühr in Höhe von drei Millionen Euro verpflichtet worden. Die „Hammers“ verzichten darauf, die Kaufoption zu ziehen.