Auf den ersten Blick sieht es danach aus, als würden Bernd Hoffmann langsam aber sicher die Wunschkandidaten für die Besetzung des Sportvorstands-Postens wegbrechen. Jonas Boldt verlängerte bei Bayer Leverkusen, Hannovers Horst Heldt steht vor der Einigung mit dem VfL Wolfsburg. Doch Hoffmann („Wir wollen die beste, nicht die schnellste Lösung“) zeigt sich bei der Suche weiter gelassen, bekräftigte im Gespräch mit NDR 90,3 ein weiteres Mal, in der sportlichen Führung Veränderungen vornehmen zu wollen und positive Signale zu empfangen: „Das Bild, das der HSV aktuell abgibt, ist ein sicherlich positiveres als es vor einigen Wochen oder einigen Monaten noch der Fall war. Es ist aber immer eine spannende Aufgabe, eine Herausforderung, der sich fast jeder, mit dem ich spreche, gerne stellen möchte. Dieses Gesamtpaket aus Klub, aus Tradition, aus Stadt, aber auch aus der Tatsache, dass wir hier seit Jahren unter unseren Möglichkeiten bleiben, das zu drehen, das reizt sehr, sehr viele.“

Rudi Völler ist bei Bayer Leverkusen zum Geschäftsführer Sport befördert worden. Der 58-Jährige übernimmt die neu geschaffene Position nach mehr als 13 Jahren als Sportchef. Weil der amtierende Klubchef Michael Schade (65) mit Erreichen der Altersgrenze aufhört, verändert Leverkusen seine Struktur. Was das mit dem HSV zu tun hat? Völlers Nachfolge als Sportdirektor tritt der bisherige Sport-Manager Jonas Boldt (36) an, den HSV-Aufsichtsrat Bernd Hoffmann als Sportvorstand zum HSV locken wollte. „Jonas Boldt wird mein Nachfolger als Sportdirektor. Es ist sehr gut, dass er bei Bayer in eine noch wichtigere Rolle hineinwächst. Unsere Zusammenarbeit ist klasse und das wird so bleiben“, sagte Völler.

Nach der Entlassung von Jens Todt steht der HSV derzeit ohne Sportchef da, Aufsichtsrats-Boss Bernd Hoffmann arbeitet intensiv daran, einen Sportvorstand zu verpflichten. Topkandidat ist Leverkusens Jonas Boldt, auch der frühere Kölner Jörg Schmadtke zählt zu den Anwärtern. Doch die Zeit steht nicht still, daher kümmern sich Direktor Sport Bernhard Peters und der von RB Leipzig als Head of Recruitment verpflichtete Johannes Spors um die Zusammenstellung des Kaders für die kommende Saison.

Es ist nur noch eine Frage von Stunden, wann der Wechsel von Kyriakos Papadopoulos zum HSV offiziell verkündet wird. Die Hamburger Verantwortlichen haben sich mit Bayer Leverkusen geeinigt, für einen Fix-Betrag von sechs Millionen Euro wechselt der 25-jährige Grieche in die Hansestadt und erhält einen Vertrag bis 2020. „Die Verhandlungen sind fair verlaufen“, sagte Bayer-Manager Jonas Boldt der MOPO. „Wir sind auf einem sehr guten Weg. Es war der ausdrückliche Wunsch des Spielers, beim HSV zu bleiben. Und auch Trainer Markus Gisdol wollte ihn unbedingt behalten. ‚Papa‘ fühlt sich in Hamburg wohl und erfährt große Wertschätzung“, so Boldt weiter.

Neun Pflichtspieltore hat Bobby Wood in der laufenden Saison für den HSV erzielt, zudem besticht der US-Boy durch seine körperliche Präsenz und Schnelligkeit. Kein Wunder, dass es zahlreiche Klubs gibt, die den 24-Jährigen beobachten. Beim 2:1 am vergangenen Sonnabend gegen Köln saß Bayer Leverkusens Manager Jonas Boldt laut „Sport Bild“ im Volkspark auf der Tribüne, um Wood zu sehen. Demnach sei er für Bayer ein heißer Kandidat, sollte Chicharito den Werksklub im Sommer verlassen. Dank einer Ausstiegsklausel wäre Wood für rund zehn Millionen Euro zu haben. Bei Abstieg des HSV würde sich die Ablöse halbieren.