Es war ein Spiel, das auch in Hamburg mit Interesse verfolgt worden ist. Nach der 3:0-Führung hatte alles nach dem ersten Kölner Saisonsieg ausgesehen. Doch Freiburg schlug denkwürdig zurück, gewann durch zwei späte Petersen-Elfmeter noch 4:3! Der SC hat nun wie der HSV auch 15 Punkte, bleibt aber wegen des schlechteren Torverältnisses hinter Hamburg auf Platz 16. Bremen ist mit 14 Punkten Vorletzter, Köln bleibt mit drei Zählern abgeschlagenes Schlusslicht der Bundesliga.

Eigentlich hieß es zuletzt im Volkspark, dass Fiete Arp aufgrund seines Abiturs derzeit nur am Dienstag mit den HSV-Profis trainieren kann. In dieser Woche gab es dann plötzlich ein anderes Bild. Der 17-Jährige machte fast alle Einheiten mit und feierte am Sonnabend gegen Bremen direkt sein Bundesliga-Debüt. Wie kam es zu der Arp-Premiere? Die U17-WM und die Verletzung von Sven Schipplock machten es möglich.

Geplant war, dass für Arp bereits am vergangenen Mittwoch die Vorbereitung auf die  U17-WM in Indien beginnt. Dann verletzte sich Sven Schipplock beim HSV. Auf der Suche nach einem zentralen Stürmer fragte der HSV beim DFB nach, ob Arp nicht noch ein paar Tage länger in Hamburg bleiben könne. Es folgte die Erlaubnis. Da Arp aufgrund der WM ohnehin schon für diese Woche von der Schule freigestellt worden war, konnte er im Volkspark direkt voll durchstarten.

Heute machte sich der Angreifer nun auf den Weg zur U17-WM. Nach der Rückkehr soll er im besten Fall dauerhaft bei den Profis trainieren. Dafür will sich Markus Gisdol einsetzen. Der Trainer: „Ich würde gerne alles mobilisieren, dass er einerseits sein Abitur hinbekommt, aber auch bei uns mehr trainieren kann.“ Eine Sonderreglung womöglich mit Privatlehrer wird gesucht. Erst mal zählt für Arp jetzt aber nur die WM in Indien. Am Sonnabend geht es gegen Costa Rica für den DFB-Nachwuchs los.

Sieben Minuten plus Nachspielzeit auf dem Platz, elf Ballkontakte, vier von sechs Zweikämpfen gewonnen, 1,7 Kilometer gelaufen, ein Abseitstor erzielt – das sind die Zahlen zum Bundesliga-Debüt von Bakery Jatta. Der Stürmer aus Gambia war trotz Pleite der HSV-Gewinner in Bremen. Auf Deutsch sprach der 18-Jährige nach dem Spiel über sein Debüt: „Ich freue mich über mein erstes Bundesligaspiel. Schade, dass wir verloren haben. Mein Tor war leider Abseits. Ich hoffe, nächstes Mal habe ich mehr Glück. Das war der Start. Ich hoffe, es geht jetzt für mich auch weiter.“

Ohne Punkte geht es für den HSV aus Bremen zurück nach Hamburg. Trainer Markus Gisdol sah eine verdiente 1:2-Pleite seiner Mannschaft. Der Coach: „Wir waren nicht clever genug, um etwas mitzunehmen. Es hat bei uns nicht 100prozentig gepasst. Das war eine durchschnittliche Leistung, das hat nicht gereicht. Wir müssen das akzeptieren. Die Situation bleibt unverändert. Ich rechne damit, dass alles bis zum letzten Spieltag eng bleibt. Das wird ein heißes Finale.“

Auf seiner Internetseite weist Werder darauf hin, dass ein Fan-Marsch vom Hauptbahnhof durch die Bremer Innenstadt vor dem Nordderby gegen den HSV am Ostersonntag nicht möglich ist, da sowohl im Bremer Innenstadtbereich als auch in Stadionnähe der öffentliche Verkehr zu stark behindert werden würde und es in der Vergangenheit bei Fan-Märschen zu vielen Sachbeschädigungen und Körperverletzungen gekommen sei. Hierzu ergeht eine Verfügung des Stadtamtes Bremen mit einem einhergehenden Verbot zum Mitführen von Flaschen und Dosen auf dem Weg zum Weserstadion.

Nach dem Bomben-Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund am Dienstagabend rückt aus Bremer und Hamburger Sicht das Nordderby am Ostersonntag in den Fokus. Werders Sicherheitschef Lars Mühlbrandt und Polizeidirektor Heinz-Jürgen Pusch gaben gerade eine gemeinsame Pressekonferenz. Die Partie werde als Hochsicherheitsspiel eingestuft, so Pusch. Etwa 750 Polizisten seien rund um das Weserstadion im Einsatz, konkrete Hinweise gebe es nicht, aber eine „hohe abstrakte Gefährdungslage“. Mühlbrandt betonte, dass man sich in „engem und regem Austausch“ mit dem HSV befinde.

Bremens Polizei-Direktor Pusch (l.) und Werders Sicherheitschef Mühlbrandt. (Foto: Twitter/Werder Bremen)