Puh, ein ganz mieses Freitagsspiel aus HSV-Sicht: Mainz, auf Relegationsrang 16 direkt vor dem HSV stehend, siegt dank eines Doppelschlages des Schweden Robin Quaison mit 2:0 in Berlin und steht nun (punktgleich mit Bremen) bereits sechs Zähler vor den Hamburgern. Das erhöht den Druck auf die Hollerbach-Elf nur noch mehr, gegen Leverkusen muss einfach ein Sieg her!

Das Bundesland Bremen will der DFL bis zu 450.000 Euro für den Polizeieinsatz bei der Partie Werder gegen den HSV am 24. Februar in Rechnung stellen. Das Nordderby wird als Hochrisikospiel mit viel Konfliktpotenzial zwischen den Fans eingestuft. In einem entsprechenden Schreiben sei die DFL über die voraussichtliche Gebührenpflicht unterrichtet worden, hieß es vom zuständigen Innenressort. Das Land Bremen und die DFL befinden sich seit Jahren im Rechtsstreit um die Kosten für Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen. Erstmals stellte das Land der DFL mit Gebührenbescheid vom 19. April 2015 die Kosten für einen Polizeieinsatz in Rechnung, auch damals war ein Nordderby der Anlass. Seitdem haben sich die Forderungen Bremens nach mehreren Hochrisikospielen inzwischen auf rund 1,9 Millionen Euro summiert.

Es ist verdammt eng im Tabellenkeller! Außer Schlusslicht Köln (erst sechs Punkte) stehen die gefährdeten Teams ganz dicht beieinander. Im Idealfall könnte der HSV (15 Punkte) heute sogar von Rang 17 auf 14 springen. Die Konkurrenten Bremen (15 Punkte/gegen Hoffenheim), Mainz (17/in Hannover), Stuttgart (17/gegen Berlin) und Freiburg (19/in Frankfurt) spielen alle heute parallel um 15.30 Uhr. Wolfsburg (19) muss morgen (18 Uhr) in Dortmund ran.

Von Sommer 2009 bis Januar 2015 stand Tolgay Arslan in 92 Spielen (zwei Tore) für den HSV auf dem Platz. Für 450.000 Euro wurde er schließlich an Besiktas Istanbul verkauft. In der Türkei wurde Arslan in den vergangenen Jahren zwei Mal Meister, er spielte Europa- und Champions-League, sein Marktwert liegt mittlerweile bei sechs Millionen Euro. Laut türkischer Medien soll es nun mit Leverkusen, Schalke und Bremen drei Vereine aus der Bundesliga geben, die den 27-Jährigen verpflichten wollen. Der Knackpunkt ist wohl das Geld. Besiktas soll 15 Millionen Euro Ablöse verlangen. Arslans Vertrag in der Türkei läuft noch bis 2022.

Es war ein Spiel, das auch in Hamburg mit Interesse verfolgt worden ist. Nach der 3:0-Führung hatte alles nach dem ersten Kölner Saisonsieg ausgesehen. Doch Freiburg schlug denkwürdig zurück, gewann durch zwei späte Petersen-Elfmeter noch 4:3! Der SC hat nun wie der HSV auch 15 Punkte, bleibt aber wegen des schlechteren Torverältnisses hinter Hamburg auf Platz 16. Bremen ist mit 14 Punkten Vorletzter, Köln bleibt mit drei Zählern abgeschlagenes Schlusslicht der Bundesliga.

Eigentlich hieß es zuletzt im Volkspark, dass Fiete Arp aufgrund seines Abiturs derzeit nur am Dienstag mit den HSV-Profis trainieren kann. In dieser Woche gab es dann plötzlich ein anderes Bild. Der 17-Jährige machte fast alle Einheiten mit und feierte am Sonnabend gegen Bremen direkt sein Bundesliga-Debüt. Wie kam es zu der Arp-Premiere? Die U17-WM und die Verletzung von Sven Schipplock machten es möglich.

Geplant war, dass für Arp bereits am vergangenen Mittwoch die Vorbereitung auf die  U17-WM in Indien beginnt. Dann verletzte sich Sven Schipplock beim HSV. Auf der Suche nach einem zentralen Stürmer fragte der HSV beim DFB nach, ob Arp nicht noch ein paar Tage länger in Hamburg bleiben könne. Es folgte die Erlaubnis. Da Arp aufgrund der WM ohnehin schon für diese Woche von der Schule freigestellt worden war, konnte er im Volkspark direkt voll durchstarten.

Heute machte sich der Angreifer nun auf den Weg zur U17-WM. Nach der Rückkehr soll er im besten Fall dauerhaft bei den Profis trainieren. Dafür will sich Markus Gisdol einsetzen. Der Trainer: „Ich würde gerne alles mobilisieren, dass er einerseits sein Abitur hinbekommt, aber auch bei uns mehr trainieren kann.“ Eine Sonderreglung womöglich mit Privatlehrer wird gesucht. Erst mal zählt für Arp jetzt aber nur die WM in Indien. Am Sonnabend geht es gegen Costa Rica für den DFB-Nachwuchs los.

Sieben Minuten plus Nachspielzeit auf dem Platz, elf Ballkontakte, vier von sechs Zweikämpfen gewonnen, 1,7 Kilometer gelaufen, ein Abseitstor erzielt – das sind die Zahlen zum Bundesliga-Debüt von Bakery Jatta. Der Stürmer aus Gambia war trotz Pleite der HSV-Gewinner in Bremen. Auf Deutsch sprach der 18-Jährige nach dem Spiel über sein Debüt: „Ich freue mich über mein erstes Bundesligaspiel. Schade, dass wir verloren haben. Mein Tor war leider Abseits. Ich hoffe, nächstes Mal habe ich mehr Glück. Das war der Start. Ich hoffe, es geht jetzt für mich auch weiter.“