Drei Pleiten in Folge haben den HSV in der Tabellen durchrutschen lassen, vor den morgigen Partien steht der Liga-Dino auf Platz zwölf. Eine Bilanz, mit der Klubchef Heribert Bruchhagen durchaus zufrieden ist. „Sechs Punkte sind in Ordnung. Es ist schön, dass wir die nach fünf Spielen haben. Man darf sich aber nicht zu lange darauf ausruhen“, sagte er der „Bild“. Und weiter: „Wir müssen in den nächsten fünf Spielen wieder sechs Punkte holen. Dann bin ich zufrieden.“ Es geht dabei gegen Leverkusen, Bremen, Mainz, Bayern und Berlin.

HSV-Boss Heribert Bruchhagen hat sich zu Klaus-Michael Kühnes Aussage, er wolle dem HSV „erst mal“ kein weiteres Geld geben, geäußert: „Das deckt sich nicht mit dem, wie wir direkt mit Herrn Kühne kommunizieren. Wir hatten vergangene Woche einen intensiven Austausch. Für ihn ist der HSV eine Herzensangelegenheit. Das Verhältnis zu Herrn Kühne ist von Herzlichkeit, Freundlichkeit und Emotionalität geprägt. Es kann auch sein, dass wir ihn gar nicht um Geld bitten werden. Im März steht das Lizenzierungsverfahren an. Dann wissen wir, ob wir Hilfe von Herrn Kühne brauchen oder nicht.“

Der HSV spielt nach mehreren Pyro-Vorfällen in der vergangenen Saison auf Bewährung, die Feuer-Show der Fans beim Gastspiel in Hannover (0:2) bereitet den Verantwortlichen große Sorge. „Die Bilder sind höchst unerfreulich und deprimierend“, sagte Vorstands-Boss Heribert Bruchhagen der „Bild“ und stellte klar: „Ein Teil dieser Leute interessiert sich nicht für den Fußball, mischt sich unter die Fans und treibt seine Spielchen. Da ist die Beziehung zum Fußball völlig gestört. Eine Pyro- und Nebel-Show hat für sie mehr Bedeutung als das Spiel.“ Bruchhagen hofft auf Widerstand im Block: „Mich wundert es, dass diese Gruppe immer noch die Akzeptanz hat. Es ist schade, dass die, die da drumherum stehen, das Verhalten scheinbar akzeptieren.“ Dem HSV droht neben einer erneuten Geldstrafe auch ein Teilausschluss der Zuschauer.

Nach den Übertragungspannen des Eurosport Players bei den HSV-Spielen in Köln und gegen Leipzig und vor dem nächsten Freitagsspiel in Hannover hat der Verein einen deutlichen Brief an die DFL verfasst. Auf der Vereinshomepage heißt es:

Nach den erheblichen technischen Problemen während der Übertragungen der letzten beiden Spiele des Hamburger SV hat sich der HSV-Vorstand nun offiziell an die DFL gewandt. Der Vorstand des Hamburger SV hat am heutigen Montag (11. September) ein energisches Schreiben an die Deutsche Fußball Liga (DFL) verfasst und sie darin dazu aufgefordert, entschlossen beim gemeinsamen Partner Eurosport/Discovery vorstellig zu werden. „Nachdem wir die Einteilung mit drei Freitagsspielen an den ersten vier Spieltagen klaglos hingenommen haben, können wir es nun nicht tolerieren, dass unsere Anhänger die den TV-Verträgen geschuldeten Leistungen an den letzten beiden Spieltagen nicht oder nur teilweise in Anspruch nehmen konnten. Der HSV und seine Fans sind bislang die Hauptgeschädigten der fehlerhaften Übertragungen. Auch im Hinblick auf unser neuerliches Freitagsspiel diese Woche in Hannover haben wir es als unsere Pflicht angesehen, das Beschwerdeschreiben bei der DFL zu hinterlegen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen. Am zweiten und dritten Bundesliga-Spieltag war es bei den Live-Übertragungen seitens Eurosport zu erheblichen technischen Problemen gekommen, die es den HSV-Anhängern nicht oder kaum ermöglichten, die Spiele ihres Vereins zu verfolgen.

Vor dem Duell mit RB Leipzig schwärmt HSV-Boss Heribert Bruchhagen von einem Angreifer des Gegners: Timo Werner. „Da wächst ein großartiger Spieler heran. Er ist stak am Ball, verfügt über beeindruckende Geschwindigkeit und auch ein perfektes Kopfballspiel“, so Bruchhagen.

Nachdem Klaus-Michael Kühne in mehreren Interviews erklärt hatte, dass er der Finanzierung des Transfers von André Hahn für sechs Millionen Euro unter der Voraussetzung der Vertragsverlängerung mit Bobby Wood unterstützte, ermittelt die DFL wegen eines möglichen Verstoßes gegen die 50+1-Regel. Der HSV wurde zu einer schriftlichen Stellungnahme aufgefordert, die der Vorstand nach einer juristischen Prüfung nun abgegeben hat. Boss Heribert Bruchhagen: „Wir haben unsere Antwort gegeben und ich bin sicher, dass sich das Thema damit erledigt hat.“

Heribert Bruchhagen feierte am Montag seinen 69. Geburtstag. Gibt’s Freitag von der Mannschaft das entsprechende Präsent gegen Leipzig? Der HSV-Boss verlangt nicht viel: „In der Bundesliga gibt es keine Geschenke. Ich erwarte ein sehr schweres Spiel“, sagte Bruchhagen, der auf die Unterstützung der Fans hofft: „Sie haben uns schon häufig getragen. Es wird sich zeigen, ob wir an die in der Rückrunde eindrucksvoll gezeigte Heimstärke auch gegen einen so starken Gegner wie Leipzig anknüpfen können.“