Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher schreibt dem HSV eine große gesellschaftliche Bedeutung zu und bangt um dessen Klassenverbleib. „Es macht viel von unserem Selbstbewusstsein aus, dass wir eine Sportstadt sind, in der der Fußball auch gut vertreten ist“, sagte Tschentscher im NDR. „Ganz Deutschland schaut auf das, was im Fußballsport passiert. Der HSV ist ein ganz beliebter Verein auch über die Grenzen Hamburgs hinaus. Es macht uns sympathisch, wenn es gut läuft.“ Über seinen Sohn sei er zum HSV-Fan geworden, berichtete der Bürgermeister. Der traditionsreiche Verein präge die Sportstadt. Bei einem Abstieg müsse der HSV „alles daran setzen, um möglichst bald den Aufstieg zu schaffen. Es kommt darauf an, dass der HSV wieder auf die Füße kommt“.

Klaus-Michael Kühne hatte kürzlich die Stadt Hamburg aufgefordert, den finanziell angeschlagenen HSV zu unterstützen und ähnlich wie bei anderen Unternehmen aus der Wirtschaft, zum Beispiel Hapag Lloyd, als Investor einzusteigen. Im NDR nahm Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) zu diesem Vorschlag Stellung: „Es wäre etwas sehr Ungewöhnliches, wenn eine Stadt Anteilseigner an einem Profisportverein wird. Das wäre auch nichts, was wir als Senat mal eben so entscheiden könnten, das wäre etwas sehr Besonderes“, sagte der Politiker und betonte: „Ich kann mich auch nicht erinnern und weiß nicht, ob das irgendwo in Deutschland üblich ist, dass der Staat sich in das Sportgeschäft aktiv einmischt. Das machen wir in Hamburg auch nur dann, wenn es – wie bei Hapag Lloyd – wirklich um Standortinteressen geht und wo wir über die Anteilskäufe letztlich irgendwann auch wieder eine Dividendenerwartung haben, um aus diesem Engagement kein Zusatzgeschäft zu machen. Da ist Hapag Lloyd sehr gut unterwegs und deshalb kann man die Dinge nicht vergleichen.“

Der drohende Abstieg des HSV bereitet auch unserem neuen Ersten Bürgermeister Kopfschmerzen. Peter Tschentscher sagte im Gespräch mit dem NDR-Fernsehen, das ab 19.30 Uhr im „Hamburg Journal“ ausgestrahlt wird: „Der HSV und Hamburg gehören einfach zusammen. Es gibt ja viele, viele Fans in der Stadt und überall in Deutschland. Man verbindet Hamburg mit dem Hamburger Sport-Verein – in ganz Deutschland und Europa. Deswegen wäre es schon eine große Tragödie, wenn das jetzt zu einem negativen Ergebnis in der Saison führt. Aber ich finde, der HSV bleibt unser Sport-Verein. Es wird weiterhin Fans geben, die dann umso stärker für den Aufstieg jubeln. Ich bin auch noch nicht ganz sicher, ob das alles so kommt wie wir jetzt befürchten. Der HSV ist wirklich von außerordentlicher Bedeutung für das Bewusstsein, für die Sportstadt Hamburg und für die Fußballbegeisterung, die wir in allen Stadtteilen haben.“ Der 52-jährige SPD-Politiker führte aus: „Es hat ja die letzten ein, zwei, drei Jahre ja immer mal diese schwierigen Situationen zum Saisonende gegeben – so wie dieses Mal war es bisher allerdings noch nicht. Ich habe jedes Mal mitgefiebert, war auch bei einem Relegationsspiel mal im Stadion. Das hat immer noch geklappt, deswegen haben wir uns fast schon an diese schwierige Lage gewöhnt. Ich drücke weiterhin die Daumen. Sollte es wirklich zum Abstieg kommen, fiebern wir alle umso mehr und freuen uns umso stärker, wenn es dann wieder nach oben geht – in die erste Liga, denn da gehören wir dem HSV und vielleicht auch mit dem FC St. Pauli hin.“

Als großer HSV-Fan hofft Hamburgs neuer Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) noch immer auf eine Wende für seinen Herzensklub. „Für die Stadt ist es natürlich keine schöne Sache, dass der HSV jetzt zum ersten Mal abzusteigen droht“, sagte der 52-Jährige nach seiner Vereidigung, er hat aber nicht aufgegeben: „Die Hoffnung stirbt zuletzt, vielleicht geht es ja noch gut.“ Der gebürtige Bremer Tschentscher wurde über seinen Sohn HSV-Fan. Tschentscher drückt dem Tabellenletzten nicht nur vor dem Fernseher die Daumen, sondern geht auch gerne ins Stadion. Daran will der Bürgermeister auch nichts ändern, sollten der Verein tatsächlich in die Zweite Liga absteigen. „Dann geht es ja um den Aufstieg“, so Tschentscher.

Olaf Scholz hat einen ziemlich verwegenen Traum. Hamburgs Erster Bürgermeister würde die Spieler des HSV nur allzu gern und in absehbarer Zeit zu einer Titelfeier empfangen. „Ich hoffe wirklich, dass ich nicht ewig im Amt bleiben muss, um das noch einmal zu erleben“, sagte der 59 Jahre alte SPD-Politiker der „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“. Zwar sei er kein klassischer Fußball-Fan, bekannte Scholz. „Trotzdem wäre es einer meiner Wünsche, mit dem HSV im Turmsaal des Hamburger Rathauses eine Meisterschaft zu feiern.“