Die Profis kämpfen gegen den Abstieg, die U19 braucht heute (15 Uhr) einen Sieg bei Schlusslicht Eintracht Braunschweig, um die Spitzenposition in der Junioren-Bundesliga zu verteidigen. In der Blitz-Tabelle ist das Team von Trainer Daniel Petrowsky auf Rang zwei zurückgefallen, da Konkurrent Hertha BSC durch einen Heimerfolg über Holstein Kiel (8:2) nun zwei Punkte voraus ist. Der HSV muss also bei den „Löwen“ kontern.

Der HSV hat nach 28 Spieltagen nur 19 Punkte auf dem Konto und weist zu diesem Zeitpunkt die schlechteste Bilanz seiner Bundesliga-Historie auf. Seit Gründung der Eliteklasse 1963 waren es immer mindestens 24 Punkte. Selbst in Zeiten der Zwei-Punkte-Regel hatten die Hamburger zum gleichen Zeitpunkt immer mehr als 20 Zähler auf der Habenseite.

Der 19-jährige Innenverteidiger Stephan Ambrosius gewann bei seinem Bundesliga-Debüt zwar anständige 63 Prozent seiner Zweikämpfe, klärte vor dem Ausgleich aber ungenügend mit dem Kopf und musste zur Pause aus taktischen Gründen in der Kabine bleiben. Noch zweikampfstärker als Ambrosius war beim HSV nur Gideon Jung, der 70 Prozent seiner Duelle Mann gegen Mann gewann, jedoch gegen Schalke aufgrund der fünften Gelben Karte aussetzen muss.

Der Fußball-Sonnabend geht gut los für den HSV. In der Junioren-Bundesliga hat die U17 bei Tabellenführer RB Leipzig mit 2:1 (1:1) gewonnen. Die Tore für das Team von Trainer Pit Reimers erzielten Kokou Amorin und Faride Alidou. Damit mischt der HSV wieder kräftig mit im Rennen um die Meisterschaft.

Als sich der VfB Stuttgart vor knapp zwei Monaten von Hannes Wolf trennte und Tayfun Korkut als neuen Trainer präsentierte, trennten die Schwaben und den HSV drei Plätze und vier Punkte. Inzwischen sind es zehn Plätze und neun Punkte. Der VfB Stuttgart darf von Europa träumen, der HSV braucht ein Wunder, um noch den Klassenerhalt zu schaffen. Gerade aus diesem Grund aber warnt VfB-Kapitän Christian Gentner im Interview mit dem „Kicker“ vor dem Spiel am Sonnabend. „Die Mannschaft strotzt sicher nicht vor Selbstvertrauen“, sagt der 32-Jährige über den HSV, „aber sie steht mit dem Rücken zur Wand und kann nur noch gewinnen. Dass alle den Klub abgeschrieben haben, und dass der neue Trainer in der Länderspielpause der Mannschaft neue Ideen nahebringen kann, macht sie sehr gefährlich.“

Obwohl der HSV als einziger Klub auf 55 Spielzeiten in der Fußball-Bundesliga zurückblickt, ist der Dino in der „Ewigen Tabelle“ auf den vierten Platz verdrängt worden. Borussia Dortmund (51. Saison) zog durch den Sieg gestern über Eintracht Frankfurt (3:2) nach Punkten (2720) gleich, hat aber die deutlich bessere Tordifferenz und ist nun Dritter. Werder Bremen (54. Saison, 2756 Punkte) und der FC Bayern (53. Saison, 3591 Punkte) hatten den HSV bereits überflügelt.