HSV-Trainer Christian Titz nach der 0:3-Niederlage in Frankfurt: „Wenn wir 1:0 in Führung gehen, wird das ein anderes Spiel. Das ist sehr ungünstig gelaufen und schade. Es hat heute nicht sein sollen. Es ist weiterhin rechnerisch möglich, dass wir es schaffen. Wir glauben noch dran und geben nicht auf.  Wir müssen jetzt unser Heimspiel gegen Gladbach gewinnen und hoffen, dass Wolfsburg zu Hause gegen Köln verliert.“

Nach Siegen gegen Freiburg und in Wolfsburg muss der HSV morgen auch in Frankfurt gewinnen, um weiter die Chance auf den Klassenerhalt zu haben. Drei Bundesligasiege in Folge gelangen dem HSV zuletzt in der Saison 2010/2011. Damals gab es unter Trainer Armin Veh Siege in Gladbach (2:1), auf Schalke (1:0) und gegen Frankfurt (1:0). Zwischen dem ersten und zweiten Sieg lag allerdings die Winterpause. Um drei Bundesliga-Erfolge in Serie ohne Pause beim HSV zu finden, muss man noch eine Saison weiter zurückgehen. Unter Bruno Labbadia feierten die Hamburger im Sommer 2009 gegen Dortmund (4:1) in Wolfsburg (4:2), gegen Köln (3:1) und gegen Stuttgart (3:1) sogar vier Siege Serie. Alles ziemlich lange her, es wäre mal wieder an der Zeit…

Fiete Arp ist das größte Talent im HSV-Nachwuchs. In dieser Saison hat der Youngster einen großen Schritt nach vorne gemacht, feierte sein Bundesligadebüt und erzielte sogar zwei Tore im Oberhaus. Im Interview mit dem Magazin des Supporters Club verteilte Nachwuchschef Bernhard Peters ein Sonderlob für den Angreifer: „Jann-Fiete Arp legt mehr Disziplin an den Tag als andere Spieler seines Alters. Er hat über Jahre hinweg sehr, sehr intensiv auf seinen jetzigen Stand hingearbeitet – mit viel individuellem Training, mit Schule und Internatsleben und viel Verzicht. Das war schon sehr fokussiert. Sicherlich besitzt er auch eine sehr intensive Begabung für das, was er macht.“

Das lässt sich doch gut an! Die U17 des HSV hat vorgelegt und sich in der Junioren-Bundesliga mit 5:1 (2:0) gegen Holstein Kiel durchgesetzt. Die Tore im Volkspark erzielten Faride Alidou (2), Peter Beke, Brooklyn Kevin Ezeh und Saibo Marcel Ibraimo. In der Tabelle zog das Team von Trainer Pit Reimers damit am VfL Wolfsburg vorbei und ist nun Vierter. Allerdings können die Niedersachsen schon mit einem Remis gegen Werder Bremen kontern.

Die Profis kämpfen gegen den Abstieg, die U19 braucht heute (15 Uhr) einen Sieg bei Schlusslicht Eintracht Braunschweig, um die Spitzenposition in der Junioren-Bundesliga zu verteidigen. In der Blitz-Tabelle ist das Team von Trainer Daniel Petrowsky auf Rang zwei zurückgefallen, da Konkurrent Hertha BSC durch einen Heimerfolg über Holstein Kiel (8:2) nun zwei Punkte voraus ist. Der HSV muss also bei den „Löwen“ kontern.

Der HSV hat nach 28 Spieltagen nur 19 Punkte auf dem Konto und weist zu diesem Zeitpunkt die schlechteste Bilanz seiner Bundesliga-Historie auf. Seit Gründung der Eliteklasse 1963 waren es immer mindestens 24 Punkte. Selbst in Zeiten der Zwei-Punkte-Regel hatten die Hamburger zum gleichen Zeitpunkt immer mehr als 20 Zähler auf der Habenseite.

Der 19-jährige Innenverteidiger Stephan Ambrosius gewann bei seinem Bundesliga-Debüt zwar anständige 63 Prozent seiner Zweikämpfe, klärte vor dem Ausgleich aber ungenügend mit dem Kopf und musste zur Pause aus taktischen Gründen in der Kabine bleiben. Noch zweikampfstärker als Ambrosius war beim HSV nur Gideon Jung, der 70 Prozent seiner Duelle Mann gegen Mann gewann, jedoch gegen Schalke aufgrund der fünften Gelben Karte aussetzen muss.