Reiner Calmund, Ex-Manager von Bayer Leverkusen und seit Saisonbeginn als Sky-Experte im Einsatz, hat noch einmal klargestellt, dass er trotz seiner Freundschaft zu HSV-Investor Klaus-Michael Kühne keinen Einfluss auf das Geschehen beim HSV nimmt. „Ich war und bin in keine Entscheidung involviert, schon gar nicht in einen Transfer“, sagte der 68-Jährige der „Bild“ und sprang dem zuletzt für seine Aussagen („Luschen“, „Flop des Jahrhunderts“) über Pierre-Michel Lasogga und andere HSV-Profis in die Kritik geratenen Edel-Fan zur Seite: „Ohne Kühne hätte der HSV keine Lizenz bekommen und Spielereinkäufe wie Papadopoulos, Mavraj, Kostic oder Hahn wären nicht möglich gewesen.“ Zudem verriet Calmund: „Sein großer Hoffnungsträger ist Trainer Gisdol. Für Kühne hat er auch den größten Anteil am Klassenerhalt der vergangenen Saison.“

Der frühere HSV-Profi Marcell Jansen ärgert sich über die Unruhe, die im Volkspark nach den kritischen Aussagen von Klaus-Michael Kühne in dem von Sky-Experte Reiner Calmund, einem engen Freund des 80-Jährigen, initiierten Interview entstanden ist. „Diese Aussagen gehen so nicht, weil man nicht als ‚Herr Kühne, der Fan‘ sondern als ‚Herr Kühne, der Investor‘ gesehen wird. Andererseits kritisiere ich eher die Grundsituation, wie das Interview entstanden ist. Herr Kühne sollte hinterfragen, ob diese Konstellation rund um Reiner Calmund so glücklich ist“, sagte der 31-Jährige.

Hat er etwa noch Tipps für Jens Todt, welche Spieler der Sportchef holen könnte? Reiner Calmund war heute zu Besuch im HSV-Quartier „Aqua Dome“ in Längenfeld, saß lange mit Todt zusammen. Hatte allerdings nur praktische Gründe. Calmund klappert gerade sämtliche Bundesligaklubs ab, um sich für seinen Job als Sky/Experte vorzubereiten. „Diese vertraulichen Hintergrundgespräche helfen mir enorm“, sagte der einstige Leverkusen-Manager der MOPO.

An ersten Spieltag der Bundesliga-Saison 2017/18 trifft der HSV im Volksparkstadion auf den FC Augsburg (19. August, 15.30 Uhr). Im Anschluss daran gibt es laut „Bild“ bei Sky die Analyse der Partie mit Investor und Edel-Fan Klaus-Michael Kühne. Der 80-Jährige soll gemeinsam mit seinem Vertrauten Reiner Calmund (68) im Studio zu Gast sein. 

Der frühere Bayer-Manager Reiner Calmund wird ab der Saison 2017/18 beim Pay-TV-Sender Sky Nachfolger des zum HSV abgewanderten Heribert Bruchhagen. Der neue HSV-Boss hat den Vorstandsvorsitz beim HSV übernommen und den Sender deshalb um eine Vertragsauflösung gebeten. Am Sonnabend sitzt Bruchhagen letztmals am Sky-Tisch und diskutiert das Top-Spiel VfL Wolfsburg gegen Eintracht Frankfurt (18.30). Der HSV spielt am Nachmittag um 15.30 Uhr beim FSV Mainz 05 – noch ohne den neuen Vorstandsboss. In der Rückrunde wird Sky mit einer wechselnden Besetzung in der Expertenrunde agieren.

Bei Sky90 ist gerade Reiner Calmund Studiogast. Der 68-Jährige erklärt direkt zu Beginn der Sendung, dass er im Laufe des Tages mit Dietmar Beiersdorfer und auch Heribert Bruchhagen telefoniert habe. Dabei gab es folgende Informationen. Beiersdorfer habe vor dem Spiel in Darmstadt eine mündliche Kündigung erhalten, die schriftliche Kündigung folgte dann vor dem Augsburg-Spiel. „Dies hat mir Didi Beiersdorfer so bestätigt“, sagt Calmund. Von Bruchhagen hat Calmund zudem gehört, dass dieser sich vorstellen könne, dass Beiersdorfer beim HSV als Sportchef bleibe.

 

Das Pflaster wurde ihnen offenbar zu heiß. Laut „Bild“ will Spielerberater Volker Struth mit den Handlungen beim HSV ab sofort nicht weiter in Verbindung gebracht werden. Er stehe als Berater von Klaus-Michael Kühne nicht mehr zur Verfügung. Gleiches gilt laut „Sky“ für Reiner Calmund.  

Der frühere Aufsichtsrats-Boss Manfred Ertel hat die heimliche Führungscrew des HSV mit Investor Klaus-Michael Kühne sowie dessen Beratern Volker Struth und Reiner Calmund scharf attackiert. Als Studio-Gast von Hamburg1 sagte Ertel: „Ich sehe mit großer Traurigkeit und großem Missfallen die Entwicklung der jüngsten Wochen. Nicht nur, dass unser Investor, der sich wechselweise mal Mäzen oder Gönner oder strategischer Partner nennt, in öffentlichen Interviews ständig Forderungen stellt. Dagegen arbeitet ja Bayer Leverkusen, ein Verein den ich wegen seiner Struktur wirklich nicht schätze, in goldener Ruhe, weil der Konzern sich nicht ins operative Geschäft einmischt. Aber noch schlimmer finde ich jetzt die aktuelle Entwicklung, dass ein Spielerberater und ein drittklassiger Fernseh-Unterhalter aus Shows, die man nicht gesehen haben muss, auf einmal Interviews geben und den HSV und die Motive des Investors erklären. Das geht einfach nicht. Ich wünschte, das wäre dem HSV erspart geblieben.“