Die 2:1-Führung des HSV geht absolut in Ordnung, geriet aber in der 72. Minute in Gefahr. Keko schoss aus 18 Metern aber knapp über das Tor von Christian Mathenia, das ansonsten allerdings hier überhaupt nicht unter Beschuss genommen wird. Einstecken musste kurz zuvor Albin Ekdal ein hartes Foul von Malaga-Kapitän Adalberto Peñaranda. Der Venezolaner sah dafür die Gelbe Karte.

Sportchef Jens Todt hat im Interview mit dem „Kicker“ erklärt, auf der Besetzung der Torwartposition keinen Fehler gemacht zu haben. Man habe den Verlust von René Adler nicht unterschätzt, sagte Todt: „Christian Mathenia hat in der Endrunde der Vorsaison hervorragende Spiele gemacht. Die Hinrunde war sicherlich nicht seine beste, aber wir glauben an ihn und haben ja auch noch einen jungen Herausforderer, der sich zuletzt gut entwickelt hat.“ Vom neu ausgerufenen Konkurrenzkampf mit Julian Pollersbeck erhofft sich Todt eine Leistungssteigerung. „Es kann sein, dass beide sich gegenseitig zu Höchstleistungen pushen.“

Torwart-Duell in Spanien: Christian Mathenia (l.) und Julian Pollersbeck (Foto: Witters)

Der „Kicker“ hat nach Abschluss der Hinrunde seine „Rangliste des deutschen Fußballs“ präsentiert. Dort sortiert das Sportmagazin in den Kategorien „Weltklasse“, „Internationale Klasse“, „Im weiteren Kreis“ und „Im Blickfeld“ die Bundesliga-Spieler auf. Während sich 16 der 18 Stamm-Torhüter in einer dieser Güteklassen wiederfinden, fiel HSV-Torwart Christian Mathenia als einer von nur zwei Keepern durchs Raster. „Dass der HSV auf einem Abstiegsplatz überwintert, ist auch Ausdruck seines Torhüterproblems“, begründet das Fachmagazin. „Mathenia, im Vorjahr als Adler-Vertreter noch überzeugend, konnte den Status als neue Nummer 1 nicht rechtfertigen, leistete sich mehrere spielentscheidende Fehler.“ Auch im Noten-Ranking des „Kicker“ rangiert Mathenia mit einer Durchschnittsnote von 3,35 abgeschlagen an letzter Stelle. Der zweite Torwart, der es nicht in die Kicker-Hitliste schaffte, ist übrigens Ex-St. Pauli-Keeper Philipp Tschauner von Hannover 96. Angeführt wird das Ranking von Peter Gulácsi, der es als notenbester Torwart auch in die MOPO-Elf der Hinrunde geschafft hatte.

In der Länderspielpause wird weiterhin fleißig im Volkspark trainiert. Besonders die Torhüter werden richtig durch die Mangel genommen. Christian Mathenia freut sich darüber. „Ich finde, dass man in einer Länderspielpause nochmal mehr draufpacken kann. Während des regulären Spielbetriebs muss man natürlich darauf achten, dass man am Wochenende nicht platt im Tor steht“, sagte er auf der Klubseite des HSV und sprach zudem über seine Rückkehr in seine Heimatstadt Mainz am kommenden Spieltag: „Das ist ein sehr besonderes Spiel für mich. Sehr viele Freunde von mir und meine komplette Familie werden da sein. Wir wollen aber letztendlich drei Punkte entführen.“

Dass es dann auch noch gegen seinen Ex-Kollegen René Adler geht, ist für Mathenia ein besonderes Highlight: „Ich habe mich gut mit ihm verstanden und da ist es auch normal, ab und zu eine SMS zu senden. Wenn ich dann mal wieder zuhause bin, werden wir uns mal auf einen Kaffee treffen.“  Dass es mit dem HSV auch punktetechnisch bald wieder bergauf geht, davon ist die Nummer eins des HSV überzeugt: „Ich glaube, die letzte Saison hat uns allen gezeigt, dass es nur geschlossen als Team funktioniert. So müssen wir es weiter angehen und dann werden wir auch wieder gemeinsam Tore schießen und punkten.“

Christian Mathenia zeigte sich nach seinen zwei Fehlern, die beim 0:2 in Hannover zu Gegentoren führten, sehr selbstkritisch. Trainer Markus Gidsol rechnet das seinem Torhüter hoch an. „Das zeichnet ihn aus, dass er dazu steht. Aber jetzt geht es auch weiter“, sagte Gisdol. „Er muss das jetzt abhaken. Er hat in dieser Saison schon sehr gute Leistungen für uns gebracht. In den ersten beiden Saisonspielen war er herausragend gut. Gestern hat er in zwei Szenen mal nicht so gut ausgesehen, aber das gehört auch dazu.“ Klingt nicht so, als würde ein Torwartwechsel am Mittwoch gegen Dortmund geplant sein. Julian Pollersbeck scheint sich weiter gedulden zu müssen.

 

Nach der 0:2-Niederlage gegen Antalyaspor äußerte sich Torwart Christian Mathenia am Mikrofon von Sky Sport News HD. „Ich fand, dass wir in der ersten Hälfte eine sehr gute Leistung gezeigt haben. Das 0:1 fiel aus dem Nichts. In der zweiten Halbzeit hat man gesehen, dass die Kräfte nicht mehr so da waren“, erklärte der Torhüter, der in der 60. Minute einen Strafstoß, der zum 0:2 führte, verursacht hatte: „Das war glasklar ein Elfmeter. Ich treffe ihn. Das war eine unglückliche Aktion von mir.“

Am Sonntag kommt es zur großen Rückkehr von HSV-Keeper Christian Mathenia zu seinem Ex-Klub Darmstadt. Für den 24-Jährigen ein ganz besonderes Spiel.

Er sagt: „Es wird sehr komisch für mich sein, dort aufzulaufen. Ich habe in Darmstadt mit dem Aufstieg und dem Klassenerhalt zwei absolute Höhepunkte in meiner Karriere erlebt.“

Seine Teamkollegen hat er bereits vor den Qualitäten der Hessen gewarnt, auch mit Coach Markus Gisdol ein inniges Gespräch über den kommenden Gegner geführt.

„Es ist doch klar, dass wir uns austauschen. Man sieht Darmstadts Tugenden in jedem Spiel. Ein sehr großes Thema ist ihre große Kampfbereitschaft. Jede Sekunde wird auf dem Platz alles gegeben. Vor allem die Fans feiern jede gelungene Aktion frenetisch. Das könnte richtig eklig werden!“