In den vier Spielen unter Christian Titz hatte es Dennis Diekmeier nur ein einziges Mal in den Kader geschafft. Gegen Schalke saß der 28-jährige Rechtsverteidiger auf der Bank. Die Gelbsperre gegen Douglas Santos hätte nun dazu führen können, dass sich Diekmeier Chancen auf seine ersten Einsatzminuten unter Titz ausrechnet. Die Option, Gotoku Sakai nach links zu stellen und Diekmeier rechts verteidigen zu lassen, scheint für Titz aber keine wirklich realistische zu sein. Auf die Frage, was er über Diekmeiers Trainings-Comeback sagen könne, antwortete der Coach denkbar knapp, aber vielsagend: „Ich freue mich über jeden Spieler, der ins Training einsteigt.“

André Hahn und Dennis Diekmeier gehörten zu den Spielern, die beim 1:2 gegen Hertha BSC auf der Tribüne Platz nehmen mussten. Nach dem 3:0-Sieg im Testspiel gegen Odense aber lobte Trainer Christian Titz das Duo. Am Montag bekräftigte er: „Sie haben ihre Sache gut gemacht. Wie wir in Stuttgart auflaufen, kann ich Ihnen heute aber überhaupt noch nicht sagen. Die Woche Training und das Testspiel haben uns als Team gut getan. Wir bekommen eine immer größere Stabilität und Klarheit in unser Spiel.“

Nach dem 3:0-Sieg des HSV im Testspiel gegen Odense BK hat Trainer Christian Titz angedeutet, dass die gegen Hertha BSC nicht berücksichtigten André Hahn und Dennis Diekmeier unter ihm noch wichtig werden könnten. Im Mittelpunkt habe zwar gestanden, „wie wir als Mannschaft unsere Taktik gegen den Gegner durchsetzten“. Er schaue sich aber „logischerweise“ jeden Spieler auch einzeln an. Der Einschätzung, dass es Kämpfertypen wie Hahn und Diekmeier bei dem Freund des technisch feinen Spiels schwer haben dürften, trat Titz engegen. „Natürlich ist es so, dass wir gerne Fußballspielen möchten, aber jeder Fußballspieler benötigt auch sein kämpferisches Element, und wir brauchen Typen, die auch mal ein Zeichen setzen. Wir beginnen ja nicht mit elf Spielern und sagen, dass sind die Spieler, die jetzt alles entscheiden werden. Es werden noch sehr viele Spieler wichtig werden, die du einwechselst“, sagte der 46-Jährige. „Es wird auch Spielphasen geben, in denen wir tiefer stehen, in denen wir noch stärker ein Zweikampfelement und Spieler brauchen, die den Gegner aufreiben und mal ein Zeichen setzen. Deswegen würde ich gar keinen Spieler abschreiben.“ Man benötige „einen gesunden Mix. Ein linearer, robuster Typ, der die Linie entlanggeht und mit viel Körperlichkeit kommt, kann auch ein sehr gutes Element im Spiel sein“.

Dieser Kader hat es in sich! Christian Titz krempelt das Aufgebot des HSV komplett um, verändert das Gesicht des HSV radikal. André Hahn, Sven Schipplock, Dennis Diekmeier, Mergim Mavraj und Walace stehen nicht im Aufgebot für das Spiel gegen Hertha. Dafür rücken Bobby Wood, Fiete Arp und Lewis Holtby zurück in den Kader. Auch die Youngster Matti Steinmann und Young-Jae Seo sind dabei. Das Aufgebot im Überblick: Christian Mathenia, Julian Pollersbeck, Rick van Drongelen, Kyriakos Papadopoulos, Douglas Santos, Young-Jae Seo, Gotoku Sakai, Matti Steinmann, Gideon Jung, Tatsuya Ito, Filip Kostic, Aaron Hunt, Lewis Holtby, Sejad Salihovic, Fiete Arp, Luca Waldschmidt, Bobby Wood, Bakery Jatta.

Ex-HSV-Trainer Huub Stevens hat sich im Fußball-Talk „Doppelpass“ bei SPORT1 zur frühen Auswechslung von Dennis Diekmeier beim 0:6 gegen die Bayern geäußert. Er zeigte dabei Verständnis für die Entscheidung von Trainer Bernd Hollerbach, den Rechtsverteidiger schon in der 24. Minute vom Feld zu nehmen und griff Diekmeier hart an: „Wenn er so spielt, ist es besser ihn rauszunehmen. Sonst stehst du ja mit zehn Mann da!“ Stevens setzt für die weitere Entwicklung des HSV Hoffnung in den neuen Aufsichtsratsvorsitzenden: „Bernd Hoffmann weiß, was er vorhat. Alles an Bernd Hollerbach festzumachen, ist der falsche Weg. Die Spieler sind gefragt. Du darfst jetzt nicht aufgeben. Du musst um jeden Meter kämpfen. Solange es theoretisch möglich ist, müssen sie dran glauben. Ich finde den Kader gar nicht so schlecht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Trainer noch mal gewechselt wird.“ Dem Niederländer gefiel allerdings nicht, dass Hoffmann in München nicht in der Allianz Arena war. „Du musst doch selbst im Stadion sein. Du kannst doch nicht Donnerstag Leute rauswerfen, und dann nicht im Stadion sein“, sagte er. Hoffmann war während des Spiels auf der Rückreise aus dem Familienurlaub in Dubai. Unverständnis äußerte der Ex-Trainer auch zur geschmacklosen Plakat-Aktion einiger Anhänger, die den Profis gedroht hatten und elf Kreuze im Volkspark aufgestellt hatte. „Die Fans können auch anders, können auch eine positive Stimmung entfachen“, sagte Stevens. „Das habe ich 2007 selbst erlebt, die Fans waren fantastisch.“ Sich bereits mit dem Abstieg abzufinden, wäre ein großer Fehler, glaubt der 64-Jährige: „Solange wie die Chance da ist, musst du daran festhalten. Du musst für jeden Meter kämpfen.“

 

 

 

Jeweils 90 Minuten saß Diekmeier in den zuvor letzten vier Bundesliga-Partien auf der Bank, galt als ausgemustert, nun durfte er wieder von Beginn an ran. Ausgerechnet in München bekam er eine neue Chance, sich zu präsentieren und das ging schief: Diekmeier war fünfmal am Ball und wurde nach 24 Minuten beim Stand von 0:3 ausgewechselt. Seine Hereinnahme und die Systemumstellung auf Dreier- bzw. Fünferkette waren komplette Fehlschläge des angeschlagenen Trainers Hollerbach.

Er ist einer der einflussreichsten Berater in der Bundesliga, vertritt mit seiner Agentur SportsTotal unter anderem Toni Kroos, Julian Weigl, Benedikt Höwedes und Lars Stindl. Volker Struth aber war in den vergangenen Wochen abgetaucht. Der Grund: ein Blinddarmdurchbruch, der ihn nach Angaben der „Bild“ in Lebensgefahr gebracht haben soll. Während des Weihnachts-Urlaubs auf den Malediven passierte es. Eine dreistündige Not-Operation soll dem 51-Jährigen das Leben gerettet haben. Zurück in Deutschland bildeten sich Abszesse. Struth musste zwei weitere Operationen über sich ergehen lassen. „Ich hoffe, in den nächsten Wochen wieder voll einsatzfähig zu sein“, sagt der Mann, der beim HSV auch als persönlicher Berater von Investor Klaus-Michael Kühne Schlagzeilen schrieb und bei den Hamburgern so viele Spieler unter Vertrag hat wie kein anderer Berater. Struth vertritt die Interessen von Bobby Wood, André Hahn, Dennis Diekmeier, Luca Waldschmidt und Arianit Ferati.