Der HSV hat von der DFL die Lizenz für die Erste und Zweite Liga ohne Bedingungen und Auflagen erhalten. Es ist eine extrem positive Nachricht für den HSV. Die Verantwortlichen im Volkspark besitzen nun eine große Planungssicherheit für die Zukunft. Fest steht, Investor Klaus-Michael Kühne hat bei der Lizenzvergabe nicht geholfen. Deutlich verbessert hat sich durch die Lizenzvergabe ohne Auflagen auch die Verhandlungsposition der Hamburger bei möglichen Abgängen. Nun lautet der klare Tenor: der HSV muss bei einem Abstieg nicht zwingend Spieler verkaufen, sondern kann den Preis ganz ohne Druck in den meisten Fällen selbst bestimmen.

Diese Meldung auf der Internetseite des HSV kommt angesichts der wirtschaftlichen Probleme überraschend – und sorgt im Volkspark für große Erleichterung: Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat dem HSV am heutigen Donnerstag die Spielberechtigung für die Saison 2018/19 erteilt. Der HSV erhält die Lizenz für die Bundesliga und für die 2. Bundesliga ohne Bedingungen und ohne Auflagen. „Wir haben beide Ligen-Szenarien inhaltlich professionell vorbereitet und freuen uns über den Erhalt der Lizenzen“, sagt HSV-Vorstand Frank Wettstein. Der Aufsichtsrat der HSV Fußball AG nahm die Botschaft aus Frankfurt ebenfalls zufrieden auf. „Das ist eine erfreuliche Nachricht“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende Bernd Hoffmann. „Unser Finanzbereich hat unter der Leitung von Frank Wettstein sehr gute Arbeit geleistet und damit die Grundlage für die kommende Spielzeit geschaffen.“

Die DFL hat die Relegationsspiele um den letzten freien Platz in der Bundesliga terminiert. Das Hinspiel zwischen dem Bundesliga-16. und dem Zweitliga-Dritten findet am 17. Mai (20.30 Uhr) beim Erstligisten statt, das Rückspiel steigt am 21. Mai (20.30 Uhr) im Stadion des Zweitligisten. Nach derzeitigem Tabellenstand könnte der HSV noch an der Relegation beteiligt sein. Die Partien werden live im Eurosport Player übertragen. Neben der Torlinientechnologie wird in allen Begegnungen auch der Video-Assistent zum Einsatz kommen, teilte die DFL mit.

Mit dem 2:0 gegen Freiburg hat Mainz den Sprung auf Platz 15 geschafft. René Adler war nach der Partie dennoch nicht gut drauf. Der Ex-HSV-Keeper kritisierte die eigenen Fans, die lautstark gegen Montagsspiele demonstriert hatten: „Das war ein Riesenschritt, aber wir haben noch nichts erreicht. Groß unterstützt haben uns die Fans heute nicht. Wir sind Fußballer, und wenn man uns sagt, dass wir montagabends spielen, dann müssen wir das. Blöd ist, wenn mehr gegen das Montagsspiel demonstriert wird als dass wir unterstützt werden.“

Es ist in der Bundesliga nicht ungewöhnlich, dass Spieler aus dem Profikader in die U21 versetzt werden, wenn der Trainer nicht mehr mit ihnen plant. Beim HSV sind davon aktuell Verteidiger Mergim Mavraj und Mittelfeld-Mann Walace betroffen. In diesen Fällen verstoßen die Verantwortlichen jedoch gegen die Statuten der Deutschen Fußball-Liga, der Klub könnte von Mavraj und Walace sogar wegen Vertragsbruchs verklagt werden. Hintergrund: Beide haben grundsätzlich das Recht, von einem ausgebildeten Fußball-Lehrer trainiert zu werden. U21-Coach Steffen Weiß, der nach der Beförderung von Christian Titz im März aus der U16 aufrückte, fehlt diese Lizenz.

Die Führung des HSV um Vorstand Frank Wettstein hat heute fristgerecht die Lizenz für die Zweitliga-Saison 2018/19 beantragt. Die Antwort der Deutschen Fußball-Liga (DFL) wird Ende April erwartet. In ihrer Planung kalkulieren die Verantwortlichen des Klubs übrigens mit dem direkten Wiederaufstieg.

Es ist eine der wichtigsten Fragen des deutschen Fußballs. In der vergangenen Woche stimmten die deutschen Profi-Klubs auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) über die Zukunft der 50+1-Regel, die es Investoren verwehren soll, mehr als 50 Prozent der Anteile an Fußball-Klubs zu halten, ab. Die St. Pauli-Bosse Oke Göttlich und Andreas Rettig erreichten am Ende, dass sich eine Mehrheit von 18 der 34 anwesenden Klubs hinter ihren Antrag versammelte – bei vier Gegenstimmen und neun Enthaltungen. Drei Vereine beteiligten sich nicht an der Abstimmung, darunter nach MOPO-Informationen auch der HSV. Vorstand Frank Wettstein war für die Hamburger nach Frankfurt gereist, soll aber nicht durch Wortbeiträge aufgefallen sein. Der Hintergrund: Er selbst gilt als Befürworter eines Wegfalls der 50+1-Regel. Mehr als 130 HSV-Fanklubs hatten sich aber an einer Petition beteiligt, die den Fortbestand der Regel einforderte.

Bei der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Donnerstag in Frankfurt werden die Vertreter der 36 Erst- und Zweitliga-Vereine über die Zukunft der 50+1-Regel diskutieren, aber noch nicht entscheiden. Die Regelung, die den Stammvereinen die Stimmenmehrheit in den Kapitalgesellschaften sichert und den Einfluss von Investoren begrenzt, gibt es nur im deutschen Profifußball. Geht es nach der großen Mehrheit der aktiven Fußball-Fans, dann sollte die DFL auch künftig an der Regel festhalten. Auf der Webseite „50plus1bleibt.de“ haben sich bereits mehr als 2800 Fanklubs deutschlandweit registriert, um für den Erhalt der Regel zu kämpfen, darunter waren am Dienstag bereits 131 Fanklubs und Fangruppen des HSV.

Die Voraussetzungen für den HSV eine Lizenz für die 2. Liga erteilt zu bekommen, könnten noch schwerer sein als bisher angenommen. Hieß es bisher, der HSV müsse im Falle eines Abstiegs rund 25 Millionen Euro durch Spielerverkäufe erlösen, geht man laut „Abendblatt“ innerhalb des Vereins nun offenbar davon aus, dass dieser Betrag sogar bei über 30 Millionen Euro liegen müsse. Bis zum 3. April hat Vorstand Frank Wettstein noch Zeit, um die Lizenzunterlagen für die Zweite Liga einzureichen. Der Deutschen Fußball Liga (DFL) wird dabei eine Absichtserklärung zu möglichen Transfererlösen keinesfalls ausreichen. Bei einem regulär verlaufenden Lizenzierungsverfahren müsste der HSV bis zum 23. Mai, um seine Liquidität nachzuweisen. Gibt es bis zu diesem Zeitpunkt keine festen Transfervereinbarungen in der geforderten Höhe, braucht der HSV eine Bürgschaft, voraussichtlich von Klaus-Michael Kühne.