DFL-Präsident Reinhard Rauball hat HSV-Investor Klaus-Michael Kühne für dessen jüngste Kritik an Verein und Spielern kritisiert. Zwar habe Kühne „grundsätzlich in der Liga etwas zu suchen“, da er nicht gegen Statuten verstoße. Aber: „Wo er nichts zu suchen hat, ist, sich ins operative Geschäft einzumischen und derartige Aussagen über Angestellte zu machen. Das gehört sich nicht.“ Kühne hatte den mittlerweile an Leeds verliehenen Pierre-Michel Lasogga als „Jahrhundertflop“ bezeichnet .

Trotz der abermaligen Probleme mit dem Eurosport Player am letzten Freitag will der Sender das HSV-Spiel am Freitag nicht auf seinem Free-TV-Kanal übertragen. Das bestätigte Stephanie Struppler von Discovery Network (dazu gehört Eurosport) gegenüber „dwdl.de“. Theoretisch besitzt Eurosport die Möglichkeit, ein Spiel pro Halbjahr auch abseits seiner kostenpflichtigen Angebote zu übertragen. Diese Option will sich der Sender aber offenbar lieber für noch hochkarätigere Partien offenhalten. Holger Blask, Mitglied der DFL-Geschäftsleitung, erklärte derweil, man stehe mit Eurosport „in sehr engem Austausch“. Der Sender sei ein „starker Partner“. Da bleibt nur zu hoffen, dass die Übertragung am Freitag erstmals fehlerfrei gelingt.

Was die MOPO bereits nach dem Leipzig-Spiel gefordert hat, ist rechtlich defintiv möglich. Das Nordderby zwischen Hannover 96 und dem HSV am Freitag könnte nach den jüngsten Technik-Problemen von Eurosport im Free-TV ausgestrahlt werden. „Grundsätzlich haben wir die Möglichkeit, ein Spiel pro Halbserie im frei empfangbaren Fernsehen zu zeigen. Welches das ist, ist noch nicht entschieden“, sagte ein Eurosport-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Beim kostenpflichtigen Eurosport Player, über den die Freitagsspiele zu sehen sind, hatte es zuletzt wiederholt technische Probleme gegeben. Der HSV hat deswegen bereits Beschwerde bei der DFL eingereicht.

Nach den Übertragungspannen des Eurosport Players bei den HSV-Spielen in Köln und gegen Leipzig und vor dem nächsten Freitagsspiel in Hannover hat der Verein einen deutlichen Brief an die DFL verfasst. Auf der Vereinshomepage heißt es:

Nach den erheblichen technischen Problemen während der Übertragungen der letzten beiden Spiele des Hamburger SV hat sich der HSV-Vorstand nun offiziell an die DFL gewandt. Der Vorstand des Hamburger SV hat am heutigen Montag (11. September) ein energisches Schreiben an die Deutsche Fußball Liga (DFL) verfasst und sie darin dazu aufgefordert, entschlossen beim gemeinsamen Partner Eurosport/Discovery vorstellig zu werden. „Nachdem wir die Einteilung mit drei Freitagsspielen an den ersten vier Spieltagen klaglos hingenommen haben, können wir es nun nicht tolerieren, dass unsere Anhänger die den TV-Verträgen geschuldeten Leistungen an den letzten beiden Spieltagen nicht oder nur teilweise in Anspruch nehmen konnten. Der HSV und seine Fans sind bislang die Hauptgeschädigten der fehlerhaften Übertragungen. Auch im Hinblick auf unser neuerliches Freitagsspiel diese Woche in Hannover haben wir es als unsere Pflicht angesehen, das Beschwerdeschreiben bei der DFL zu hinterlegen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen. Am zweiten und dritten Bundesliga-Spieltag war es bei den Live-Übertragungen seitens Eurosport zu erheblichen technischen Problemen gekommen, die es den HSV-Anhängern nicht oder kaum ermöglichten, die Spiele ihres Vereins zu verfolgen.

Die DFL hat die personelle Besetzung ihrer vier neuen Kommissionen vorangetrieben. Als offizielle Gremien werden die Kommissionen „Fußball“, „Marketing und Sponsoring“, „Klubmedien“ und „Internationalisierung“ gegenüber dem DFL-Präsidium ebenso eine beratende Rolle einnehmen wie die beiden schon länger bestehenden Kommissionen „Finanzen“ und „Leistungszentren“. Der HSV ist mit Oliver Poppelbaum im Bereich „Marketing und Sponsoring“ vertreten.

Nach der erneuten Pannen-Übertragung des HSV-Spiels wird die DFL das Gespräch mit Eurosport suchen. Der Liga-Verband teilte heute mit: „Beim gestrigen Freitagabendspiel der Bundesliga gab es an einigen Stellen technische Störungen bei der Live-Übertragung von Eurosport. Die betroffenen Fans sind damit zurecht unzufrieden, ebenso wie Eurosport selbst und die DFL. Auch wenn sich die Probleme nach den derzeit vorliegenden Informationen offenbar in einer vergleichsweise überschaubaren Größenordnung bewegen, wird die DFL Anfang der kommenden Woche gemeinsam mit Eurosport darüber sprechen, wie künftig die hohen Standards der Bundesliga durchgehend gewährleistet werden können.“

Nachdem Klaus-Michael Kühne in mehreren Interviews erklärt hatte, dass er der Finanzierung des Transfers von André Hahn für sechs Millionen Euro unter der Voraussetzung der Vertragsverlängerung mit Bobby Wood unterstützte, ermittelt die DFL wegen eines möglichen Verstoßes gegen die 50+1-Regel. Der HSV wurde zu einer schriftlichen Stellungnahme aufgefordert, die der Vorstand nach einer juristischen Prüfung nun abgegeben hat. Boss Heribert Bruchhagen: „Wir haben unsere Antwort gegeben und ich bin sicher, dass sich das Thema damit erledigt hat.“

Die DFL hat die Termine vom 7. bis 14. Spieltag festgelegt. Das Nordderby zu Hause gegen Werder Bremen steigt am Sonnabend, den 30. September, um 18.30 Uhr. Nach Mainz geht es am 14. Oktober (Sonnabend, 15.30 Uhr). Auch das Heimspiel gegen Bayern München steigt als Topspiel (21. Oktober, 18.30 Uhr). In Berlin wird am Sonnabend, 28. Oktober (15.30 Uhr), gespielt. Zur klassischen Anstoßzeit findet auch das Duell daheim mit dem VfB Stuttgart statt (4. November). Die Spiele auf Schalke (19. November) und zu Hause gegen Hoffenheim (26. November) sind für Sonntag (15.30 Uhr) angesetzt. Nicht schön für die Auswärts-Fans: Ins ferne Freiburg geht es an einem Freitag (1. Dezember, 20.30 Uhr) – dann überträgt wieder der Eurosport Player.

Nach den öffentlichen Aussagen von Klaus-Michael Kühne über seine Einflussnahme auf die Vertragsverlängerung von Bobby Wood und den Kauf von André Hahn („Ich habe dem Verein zwar dafür kein Geld gegeben, aber ich habe ihm zu der Verlängerung geraten und gesagt, dass ich Hahn nur finanziere, wenn ihr Wood haltet“) prüft die DFL einen Verstoß gegen die 50+1-Regel und hat den HSV zu einer Stellungnahme aufgefordert. „Wir werden der DFL bis zum Ende der Woche eine ausführliche Stellungnahme zukommen lassen“, sagte Vorstands-Boss Heribert Bruchhagen dem „Abendblatt“, das zudem berichtet, dass die Klub-Führung eine Kanzlei beauftragt hat, ein juristisches Gutachten zu erstellen, wodurch der erhobene Vorwurf der Verletzung der 50+1-Regel entkräftet werden soll.