Klaus Hofmann, der Präsident des FC Augsburg, hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) indirekt dazu aufgefordert, dem HSV die Lizenz und damit die Spielberechtigung für die Bundesliga zu entziehen. Diese hatten die Hamburger in den vergangenen Jahren nur aufgrund der Finanzspritzen von Investor Klaus-Michael Kühne erhalten. Hofmann forderte „die Nicht-Anerkennung jedweder Darlehen im Rahmen der Lizenzierung“. Das Verteilen von Darlehen durch Geldgeber an Vereine bezeichnete er als „ausufernde Krankheit“. Und weiter: „Dass Darlehen bei der Lizenzierung als Eigenkapital angerechnet werden, ist ein riesiges Grundübel. Selbiges gilt für Darlehen mit Stundungen. Das Handelsrecht tut das schon lange nicht mehr, aber das Fußballrecht schon.“ Konkret bezog sich Hofmann auf den Liga-Dino: „Wer jetzt an den HSV denkt, liegt nicht ganz falsch.“

Die DFL hat die Spieltage 15 bis 22 angesetzt. Der HSV empfängt am Sonnabend, 9.12. um 15.30 Uhr den VfL Wolfsburg. In der Englischen Woche ist am Dienstag (12.12., 20.30 Uhr) Eintracht Frankfurt im Volkspark zu Gast. Die Hinrunde beschließt der HSV dann schon am Freitag (15.12., 20.30 Uhr) bei Borussia Mönchengladbach. Das Fußballjahr 2018 beginnt am Sonnabend, den 13. Januar um 15.30 Uhr mit dem Auswärtsspiel beim FC Augsburg. Am 19. Spieltag steht am Sonnabend, den 20. Januar für den HSV das um 18.30 Uhr ausgetragene „Top-Spiel“ gegen den 1. FC Köln im Volkspark an. Ebenfalls an einem Sonnabend (27. Januar, 15.30 Uhr) muss der HSV bei RB Leipzig ran. Das Nordderby gegen Hannover 96 steigt am Sonntag (4. Februar, 18 Uhr) in Hamburg. Bei Borussia Dortmund ist der HSV am 22. Spieltag dann wieder an einem Sonnabend (10. Februar, 15.30 Uhr) zu Gast.

Bei einem Treffen von Verantwortlichen der Deutsche Fußball Liga (DFL) und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sowie Fan-Beauftragen und -Vertretern in Frankfurt am Main gab es ein klares Bekenntnis aller Beteiligten für die Beibehaltung von Stehplätzen in den Stadien. Als wichtiges Signal wurde ebenso einvernehmlich die durch DFB-Präsident Grindel kürzlich initiierte und von ihm nochmals erläuterte Aussetzung von Kollektivstrafen untermauert.

DFL-Präsident Reinhard Rauball hat HSV-Investor Klaus-Michael Kühne für dessen jüngste Kritik an Verein und Spielern kritisiert. Zwar habe Kühne „grundsätzlich in der Liga etwas zu suchen“, da er nicht gegen Statuten verstoße. Aber: „Wo er nichts zu suchen hat, ist, sich ins operative Geschäft einzumischen und derartige Aussagen über Angestellte zu machen. Das gehört sich nicht.“ Kühne hatte den mittlerweile an Leeds verliehenen Pierre-Michel Lasogga als „Jahrhundertflop“ bezeichnet .

Trotz der abermaligen Probleme mit dem Eurosport Player am letzten Freitag will der Sender das HSV-Spiel am Freitag nicht auf seinem Free-TV-Kanal übertragen. Das bestätigte Stephanie Struppler von Discovery Network (dazu gehört Eurosport) gegenüber „dwdl.de“. Theoretisch besitzt Eurosport die Möglichkeit, ein Spiel pro Halbjahr auch abseits seiner kostenpflichtigen Angebote zu übertragen. Diese Option will sich der Sender aber offenbar lieber für noch hochkarätigere Partien offenhalten. Holger Blask, Mitglied der DFL-Geschäftsleitung, erklärte derweil, man stehe mit Eurosport „in sehr engem Austausch“. Der Sender sei ein „starker Partner“. Da bleibt nur zu hoffen, dass die Übertragung am Freitag erstmals fehlerfrei gelingt.

Was die MOPO bereits nach dem Leipzig-Spiel gefordert hat, ist rechtlich defintiv möglich. Das Nordderby zwischen Hannover 96 und dem HSV am Freitag könnte nach den jüngsten Technik-Problemen von Eurosport im Free-TV ausgestrahlt werden. „Grundsätzlich haben wir die Möglichkeit, ein Spiel pro Halbserie im frei empfangbaren Fernsehen zu zeigen. Welches das ist, ist noch nicht entschieden“, sagte ein Eurosport-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Beim kostenpflichtigen Eurosport Player, über den die Freitagsspiele zu sehen sind, hatte es zuletzt wiederholt technische Probleme gegeben. Der HSV hat deswegen bereits Beschwerde bei der DFL eingereicht.

Nach den Übertragungspannen des Eurosport Players bei den HSV-Spielen in Köln und gegen Leipzig und vor dem nächsten Freitagsspiel in Hannover hat der Verein einen deutlichen Brief an die DFL verfasst. Auf der Vereinshomepage heißt es:

Nach den erheblichen technischen Problemen während der Übertragungen der letzten beiden Spiele des Hamburger SV hat sich der HSV-Vorstand nun offiziell an die DFL gewandt. Der Vorstand des Hamburger SV hat am heutigen Montag (11. September) ein energisches Schreiben an die Deutsche Fußball Liga (DFL) verfasst und sie darin dazu aufgefordert, entschlossen beim gemeinsamen Partner Eurosport/Discovery vorstellig zu werden. „Nachdem wir die Einteilung mit drei Freitagsspielen an den ersten vier Spieltagen klaglos hingenommen haben, können wir es nun nicht tolerieren, dass unsere Anhänger die den TV-Verträgen geschuldeten Leistungen an den letzten beiden Spieltagen nicht oder nur teilweise in Anspruch nehmen konnten. Der HSV und seine Fans sind bislang die Hauptgeschädigten der fehlerhaften Übertragungen. Auch im Hinblick auf unser neuerliches Freitagsspiel diese Woche in Hannover haben wir es als unsere Pflicht angesehen, das Beschwerdeschreiben bei der DFL zu hinterlegen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen. Am zweiten und dritten Bundesliga-Spieltag war es bei den Live-Übertragungen seitens Eurosport zu erheblichen technischen Problemen gekommen, die es den HSV-Anhängern nicht oder kaum ermöglichten, die Spiele ihres Vereins zu verfolgen.

Die DFL hat die personelle Besetzung ihrer vier neuen Kommissionen vorangetrieben. Als offizielle Gremien werden die Kommissionen „Fußball“, „Marketing und Sponsoring“, „Klubmedien“ und „Internationalisierung“ gegenüber dem DFL-Präsidium ebenso eine beratende Rolle einnehmen wie die beiden schon länger bestehenden Kommissionen „Finanzen“ und „Leistungszentren“. Der HSV ist mit Oliver Poppelbaum im Bereich „Marketing und Sponsoring“ vertreten.

Nach der erneuten Pannen-Übertragung des HSV-Spiels wird die DFL das Gespräch mit Eurosport suchen. Der Liga-Verband teilte heute mit: „Beim gestrigen Freitagabendspiel der Bundesliga gab es an einigen Stellen technische Störungen bei der Live-Übertragung von Eurosport. Die betroffenen Fans sind damit zurecht unzufrieden, ebenso wie Eurosport selbst und die DFL. Auch wenn sich die Probleme nach den derzeit vorliegenden Informationen offenbar in einer vergleichsweise überschaubaren Größenordnung bewegen, wird die DFL Anfang der kommenden Woche gemeinsam mit Eurosport darüber sprechen, wie künftig die hohen Standards der Bundesliga durchgehend gewährleistet werden können.“