Woran hapert es? Entschlossenheit? Qualität? Nicht nur die Verantwortlichen und das Trainerteam um Bernd Hollerbach sind auf der Suche nach Antworten. Muss man einfach heißer auf das Tor sein? Auch Verteidiger Mergim Mavraj macht sich dazu Gedanken: „Das ist eine gute Frage. Ich möchte das den Jungs nicht absprechen, dass sie heiß sind und es erzwingen wollen. Überhaupt nicht. Wie gesagt, ich bin Defensivspieler – ich habe keine Ahnung, ich sehe das Tor nur von weitem“, sagte Mavraj und versprach: „Wir werden nicht aufgeben und daran arbeiten. Abschlüsse üben und weiter so couragiert auftreten, wie wir es in Dortmund gemacht haben. Dann bin ich überzeugt, dass wir das biegen werden.“

Im Rückblick auf das Spiel in Dortmund (0:2) definiert Heribert Bruchhagen einen klaren Auftrag an Trainer Bernd Hollerbach und das Team. „Die Kompaktheit allein reicht nicht aus. Wenn man zu Punkten kommen will, dann muss man die Konter auch zu Ende spielen. Wir sind vier- oder fünfmal über außen in den Strafraum eingedrungen. Es gelingt uns aber einfach nicht, uns vorne freizuboxen. Das heißt, vor den Mann zu kommen, um den Rückpass zu empfangen. Da fehlt uns die Entschlossenheit“, stellte der Vorstands-Boss fest und forderte: „Das sind Tugenden, an denen wir arbeiten müssen. Das ist das Manko des Spiels gewesen. Ansonsten gibt es nichts auszusetzen. Kampfbereitschaft und Ordnung – das war vorhanden. Man muss dann aber auch den tödlichen Nadelstich setzen. Das haben wir versäumt und deswegen stehen wir mit leeren Händen da.“

Der HSV ist seit neun Partien ohne Sieg, hängt weiter auf Platz 17 fest und hat den Anschluss zwölf Spieltage vor Schluss etwas verloren. Doch Sportchef Jens Todt ist weiter hoffnungsvoll. „Ich habe das Gefühl, dass uns viele schon abgeschrieben haben“, erklärte er nach dem 0:2 in Dortmund. „Aber das ist definitiv zu früh. Unsere Leistung entwickelt sich positiv. Aber wir wollen es nicht schön reden: Die Situation ist für uns total gefährlich.“

Trotz der Niederlage in Dortmund zieht Bernd Hollerbach ein positives Fazit. „Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen, sie haben sich voll reingehauen“, stellte der Trainer des HSV fest. „Ich habe eine mutige Mannschaft gesehen, die richtig gekämpft hat. Wir waren gut organisiert, haben wenig zugelassen und waren mutig nach vorn. Mit dem ersten Schuss ist Dortmund nach dem Wechsel in Führung gegangen, dann war es ein offener Schlagabtausch.“

Zweimal musste Christian Mathenia in Dortmund hinter sich greifen. Nach dem Spiel sagte der HSV-Keeper: „Natürlich sind wir enttäuscht. Fußball ist und bleibt nun mal ein Ergebnissport. Klar wollten wir heute unbedingt was mitnehmen. Uns war klar, dass es nicht einfach werden würde, aber wir waren heute trotzdem mutig. Es ist schade, dass wir uns nicht belohnt haben.“

Mergim Marvaj hat trotz der 0:2-Niederlage in Dortmund auch viel Gutes beim HSV gesehen. Nach dem Spiel sagte der Verteidiger: „Wir sind nah dran gewesen, aber haben unsere Chancen leider nicht genutzt. Wieder nicht und das ist so bitter! Man kann dem Spiel einiges Positives abgewinnen. Wir waren nicht die schlechtere Mannschaft, erste Halbzeit sogar die bessere. Darauf kann man aufbauen. Klar, im Abstiegskampf zählen nur Punkte. Aber mit der Performance heute kann man relativ zufrieden sein. Wir müssen und werden uns das Glück wieder erzwingen. Wir geben nicht auf!“