Beim nächsten HSV-Gegner steht vor allem der Trainer im Fokus. Julian Nagelsmann gilt sowohl beim FC Bayern als auch bei Borussia Dortmund als Kandidat für die kommende Saison. Doch im „Playboy“ bekräftigte der Coach ein weiteres Mal, bei 1899 Hoffenheim bleiben zu wollen: „Ich habe den Vertrag bis 2021, inklusive einer Ausstiegsklausel für 2019, mit der Idee unterschrieben, hier zu bleiben. Auf jeden Fall bis 2019.“ Er könne sich sogar vorstellen, noch länger für die TSG zu arbeiten: „Man darf bei alldem nicht vergessen: Ich bin 30 und Trainer in der Bundesliga. Und da ist Hoffenheim nicht die schlechteste Adresse.“ Nagelsmann kündigte zudem einen sauberen Abschied aus Hoffenheim an: „Es wird niemals so sein bei mir, dass etwas im Krieg auseinandergeht. Das ist nicht meine Art.“

Obwohl der HSV als einziger Klub auf 55 Spielzeiten in der Fußball-Bundesliga zurückblickt, ist der Dino in der „Ewigen Tabelle“ auf den vierten Platz verdrängt worden. Borussia Dortmund (51. Saison) zog durch den Sieg gestern über Eintracht Frankfurt (3:2) nach Punkten (2720) gleich, hat aber die deutlich bessere Tordifferenz und ist nun Dritter. Werder Bremen (54. Saison, 2756 Punkte) und der FC Bayern (53. Saison, 3591 Punkte) hatten den HSV bereits überflügelt.

Woran hapert es? Entschlossenheit? Qualität? Nicht nur die Verantwortlichen und das Trainerteam um Bernd Hollerbach sind auf der Suche nach Antworten. Muss man einfach heißer auf das Tor sein? Auch Verteidiger Mergim Mavraj macht sich dazu Gedanken: „Das ist eine gute Frage. Ich möchte das den Jungs nicht absprechen, dass sie heiß sind und es erzwingen wollen. Überhaupt nicht. Wie gesagt, ich bin Defensivspieler – ich habe keine Ahnung, ich sehe das Tor nur von weitem“, sagte Mavraj und versprach: „Wir werden nicht aufgeben und daran arbeiten. Abschlüsse üben und weiter so couragiert auftreten, wie wir es in Dortmund gemacht haben. Dann bin ich überzeugt, dass wir das biegen werden.“

Im Rückblick auf das Spiel in Dortmund (0:2) definiert Heribert Bruchhagen einen klaren Auftrag an Trainer Bernd Hollerbach und das Team. „Die Kompaktheit allein reicht nicht aus. Wenn man zu Punkten kommen will, dann muss man die Konter auch zu Ende spielen. Wir sind vier- oder fünfmal über außen in den Strafraum eingedrungen. Es gelingt uns aber einfach nicht, uns vorne freizuboxen. Das heißt, vor den Mann zu kommen, um den Rückpass zu empfangen. Da fehlt uns die Entschlossenheit“, stellte der Vorstands-Boss fest und forderte: „Das sind Tugenden, an denen wir arbeiten müssen. Das ist das Manko des Spiels gewesen. Ansonsten gibt es nichts auszusetzen. Kampfbereitschaft und Ordnung – das war vorhanden. Man muss dann aber auch den tödlichen Nadelstich setzen. Das haben wir versäumt und deswegen stehen wir mit leeren Händen da.“

Der HSV ist seit neun Partien ohne Sieg, hängt weiter auf Platz 17 fest und hat den Anschluss zwölf Spieltage vor Schluss etwas verloren. Doch Sportchef Jens Todt ist weiter hoffnungsvoll. „Ich habe das Gefühl, dass uns viele schon abgeschrieben haben“, erklärte er nach dem 0:2 in Dortmund. „Aber das ist definitiv zu früh. Unsere Leistung entwickelt sich positiv. Aber wir wollen es nicht schön reden: Die Situation ist für uns total gefährlich.“

Trotz der Niederlage in Dortmund zieht Bernd Hollerbach ein positives Fazit. „Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen, sie haben sich voll reingehauen“, stellte der Trainer des HSV fest. „Ich habe eine mutige Mannschaft gesehen, die richtig gekämpft hat. Wir waren gut organisiert, haben wenig zugelassen und waren mutig nach vorn. Mit dem ersten Schuss ist Dortmund nach dem Wechsel in Führung gegangen, dann war es ein offener Schlagabtausch.“