Douglas Santos ist gesperrt, gegen Freiburg muss auf der linken Abwehrseite eine neue Lösung her. Lautet sie Josha Vagnoman? Der 17-Jährige darf zumindest beim heutigen Training in der A-Elf ran, die so aussieht: Pollersbeck- Sakai, Papadopoulos, Jung, Vagnoman – Steinmann – Kostic, Holtby, Waldschmidt, Ito – Hunt. Vagnoman hat bislang 20 Minuten in der Bundesliga gespielt – beim 0:6 in München.

Douglas Santos gehört zweifelsohne zu den besseren HSV-Spielern in dieser Saison. Was aber wird aus dem brasilianischen Olympiasieger? Geht der Linksverteidiger vielleicht sogar mit dem HSV in die Zweite Liga? „Diese Entscheidung überlasse ich Gott. Wenn er sagt, ich muss gehen, dann gehe ich. Wenn er sagt, bleib, dann bleibe ich. Ich bin nicht der Typ, der sagt, dass er zu Bayern oder Real will. Im Moment sind meine Gedanken nur beim HSV“, sagte Douglas Santos der „Bild“. Der 24-Jährige hat in Hamburg einen Bibel-Kreis gegründet. Rund 20 brasilianische und portugiesische Christen, darunter auch Kollege Walace und ein Pfarrer, treffen sich wöchentlich bei ihm zum Beten und Essen. Er bete dabei auch für den HSV, verriet Douglas Santos.

Es war ein Einwurf, über den viele HSV-Fans noch immer schwärmen. Auf beeindruckende Weise bereitete Douglas Santos beim 3:2-Sieg gegen Schalke das zwischenzeitliche 1:1 von Filip Kostic vor. Nun erklärte der Olympiasieger, wo er gelernt habe, so weit zu werfen. „In Brasilien, bei Atlético Mineiro“, sagte er der „Bild“. „Dort hatte ich einen Teamkollegen, der wahnsinnig weit werfen konnte. Er hat mir beigebracht, dass es nicht auf die Kraft, sondern auf die Technik ankommt – und nach den Einheiten mit mir trainiert.“

Nach 15 Spielen in Folge ohne Dreier klappte es am Sonnabend gegen Schalke 04 endlich mal wieder mit einem Sieg für den HSV. Einer der Garanten: Douglas Santos. Mit seinem Einwurf über 37 Meter in den Straftraum der Königsblauen bereitere der Brasilianer den so wichtigen Ausgleich durch Filip Kostic vor. Kein Wunder, dass Santos das Glücksgefühl erst mal auskosten will: „Wir wollten den Sieg unbedingt, haben so lange auf diesen Moment gewartet. Das fühlt sich einfach fantastisch an.“

Am Dienstag und heute konnte Douglas Santos nicht am Teamtraining teilnehmen, aus Sicht von HSV-Coach Christian Titz war das aber nur eine Vorsichtsmaßnahme: „Wir wollten nicht riskieren, dass der Imfekt ausbricht.“ Morgen soll der Linksverteidiger wieder voll einsteigen, so ist zumidest der Plan. Übrigens: Würde der Brasilianer gegen Schalke ausfallen, wäre der 17-jährige Josha Vagnoman erster Ersatz. Einen Bundesliga-Einsatz hat er bereits absolviert: Beim 0:6 unter Bernd Hollerbach in München.