Schon jetzt laufen bei Borussia Mönchengladbach die Planungen für die kommende Saison. Vor allem in der Offensive will Manager Max Eberl neues Personal präsentieren. Laut „Express“ hat er dabei auch Bobby Wood wieder im Visier, den er schon im vergangenen Sommer verpflichten wollte, der dann aber seinen Vertrag beim HSV verlängerte und dort nach einer schwachen Serie auf das Abstellgleis geraten ist. Auch Augsburgs Michael Gregoritsch steht auf der Wunchliste, soll aber 15 Millionen Ablöse kosten. Hamburg würde profitieren, denn der Ex-HSV-Spieler bringt dem Klub bei einem Weiterverkauf zehn Prozent des Transfergewinns ein. 2017 war er für rund fünf Millionen Euro zum FCA gewechselt.

Borussia Mönchengladbach erweitert sein Trainerteam und hat den früheren HSV-Profi und Nachwuchscoach Otto Addo verpflichtet. Wie der Klub heute mitteilte, habe man einen Assistenten gesucht, der junge Spieler an den Profi-Kader heranführt. „Wir wollen für diese Spieler einen Trainer haben, der sich ausschließlich und intensiv um sie kümmert“, erklärte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl. Der Hamburger Addo absolvierte 2007 vier Bundesliga-Spiele für den HSV und wechselte dann im Jugendbereich in den Trainerstab.

In der Rückrunde der vergangenen Saison kam Josip Drmic als Gladbacher Leihgabe auf sechs Liga-Einsätze (ein Tor) für den HSV, ehe sich der Angreifer Mitte März 2016 einen Knorpelschaden im Knie zuzog. Nach neun Monaten Pause kehrte er im Dezember für Borussia auf den Platz zurück – doch nun muss der 24-jährige Schweizer den nächsten Verletzungsschock verkraften. Wegen einer erneuten Knieverletzung fällt Drmic zumindest für den Rest der laufenden Serie aus. „Es sieht nicht gut aus. Josip wird in dieser Saison nicht mehr spielen“, sagte Gladbachs Manager Max Eberl.

Die Gladbacher treten die Reise nach Hamburg zwar mit dem Wissen an, vor elf Tagen schon einmal im Volkspark gewonnen zu haben, doch das zähle heute nicht, betonte Max Eberl: „Im Pokal konnten wir den HSV bezwingen, aber daraus kann man keine Rückschlüsse für die Bundesliga ziehen“, warnte Borussias Sportdirektor und stellte klar: „Die Partie beginnt wieder bei Null, und wir werden eine konzentrierte Leistung brauchen, um in Hamburg zu punkten.“

Gladbach-Trainer Dieter Hecking lässt das Thema Belastung vor dem Viertelfinale beim HSV nicht als Entschuldigung gelten. „Für mich zählt das Thema Müdigkeit nicht. Es gibt nichts Schöneres, als alle drei Tage spielen zu dürfen“, sagte der Borussia-Coach. Nach dem 4:2-Erfolg am vergangenen Donnerstag in der Europa League beim AC Florenz folgte am Sonntag der 2:0-Erfolg beim FC Ingolstadt. Unterstützung erhielt Hecking von Sportdirektor Max Eberl: „Wenn man Erfolg hat, spielt die Müdigkeit keine Rolle. Wenn es nicht so gut läuft, sieht das ganz anders aus.“

In einem Gespräch mit der „Welt“ wurde Max Eberl auf die Einkaufspolitik von RB Leipzig (50 Millionen Euro Transferdefizit) und dem HSV (30 Millionen Euro Transferdefizit) in diesem Sommer angesprochen worden – und der Sportchef von Borussia Mönchengladbach kritisiert die Hamburger und ihren Investor Klaus-Michael Kühne scharf: „„Man fragt sich zum Teil schon, wo bei manchen Klubs das Geld plötzlich herkommt. Bei RB ist es bekannt, und man erkennt eine Strategie dahinter, ob man die gut findet oder nicht. Beim zweiten genannten Klub dagegen ist es eine Einzelperson, die scheinbar willkürlich große Transfers trotz fehlender Einnahmen möglich macht. Das widerspricht einem fairen Wettbewerb.“

Max Eberl betonte zudem, dass Gladbach den Schweizer ungern ziehen ließ, aber dem Wunsch von Josip Drmic entsprach: „Wir hätten ihn sehr gerne behalten, denn er ist ein anderer Stürmertyp als die übrigen Stürmer in unserem Kader. Allerdings hatte Josip bislang eher Kurzeinsätze, wir konnten ihm mehr Einsatzzeiten nicht garantieren.“ Im Sommer plane man den Angreifer wieder fest ein, so der Borussia-Manager: „Wir hoffen, dass Josip beim HSV viele Einsatzzeiten bekommt und das zeigt, was er kann. Er soll sich bei seinem neuen Verein zeigen, um sich für die EM zu empfehlen und wird dann nach diesem Turnier zu uns zurückkehren.“

Gladbachs Manager Max Eberl hat sich über den Wechsel von Josip Drmic zum HSV geäußert. In den vergangenen 50 Stunden ist noch einmal Bewegung in diese Sache gekommen, weil Josip nachhaltig den Wunsch geäußert hat, verliehen zu werden, um im Hinblick auf die EM mehr Spielpraxis zu erhalten“, erklärte Eberl und betonte, dass der Leihvertrag keine Klausel enthält, die dem 23-jährigen Schweizer einen Einsatz am 14. Februar gegen Gladbach verbietet: „Nein, eine solche Vereinbarung gibt es nicht. Josip könnte durchaus gegen uns zum Einsatz kommen. Ich finde, das ist auch völlig legitim. Wir haben ihn für ein halbes Jahr an den HSV verliehen. Dort soll er spielen – und wenn es gegen uns geht, haben wir selbst dafür zu sorgen, dass er nicht trifft.“