Eine Trainingseinheit steht morgen noch auf dem Programm, dann trifft der HSV im Spiel der allerletzten letzten Chance auf den SC Freiburg. Mit welchem Plan Coach Christian Titz dem Duell entgegenblickt und wie das Personal aussieht, verrät er auf der Pressekonferenz. Dabei spricht Titz über…

…die Ausgangslage: „Wir treffen auf einen Gegner, auf den wir mit einem Sieg auf fünf Punkte Rückstand herankommen könnten. Dann würden wir im Abstiegskampf wieder eine Rolle spielen, die Möglichkeit gibt es.“

…die zurückliegenden Spiele: „Wir haben gezeigt, dass wir die Qualität haben, um Spiele zu gewinnen und gut zu gestalten. Daran wollen wir anknüpfen.“

…die Rolle der Fans: „Großes Kompliment, sie sind fantastisch und helfen, dass die Jungs das Letzte aus sich herausholen. Das wird auch gegen Freiburg ein Pfund sein, wenn sie als 12. Mann hinter uns stehen – wie gegen Schalke. Und das beeindruckt auch den Gegner.“

…seine Zuversicht: „Wir haben eine reelle Chance, das Spiel gegen Freiburg zu gewinnen. Denn dann wollen wir den Abstand verkürzen.“

…die brisante Lage, Sonnabend absteigen zu können: „So reden wir nicht mit der Mannschaft. Das würde ja Zweifel bedeuten.“

…die Trainingspause von Josha Vagnoman: „Er hat Probleme mit dem Knie, es hat sich Flüssigkeit gebildet. Ich hätte überhaupt kein Problem, ihn zu bringen. Aber ich kann nicht abschließend beurteilen, ob er uns überhaupt zur Verfügung steht. Gut ist auf jeden Fall, dass wir Alternativen haben.“

…den Stand bei Bobby Wood: „Er war vor dem Stuttgart-Spiel bei der Nationalmannschaft, es gab einen schriftlichen Austausch mit den Verbandsärzten und uns wurde mitgeteilt, dass Bobby dort wegen muskulärer Probleme jeden Tag behandelt wurde. Daraufhin haben wir die Entscheidung getroffen, ihn nicht mit in den Kader zu nehmen.“

…das Duell zwischen Matti Steinmann und Albin Ekdal: „Ich bin froh, zwei so gute und unterschiedliche Spieler dabei zu haben. Ob sie zusammen auflaufen oder einer zunächst auf der Bank sitzen wird, kann ich noch nicht sagen. Da will ich dem Gegner auch gar nichts verraten.“

…seine persönliche Zukunft: „Ich bin mit meiner Situation zufrieden und konzentriere mich voll und ganz auf meine Aufgabe – und die lautet, dass ich meine Mannschaft auf das schwere Heimspiel gegen Freiburg vorbereiten werde. Alles andere wird sich dann später zeigen.“

…seine Marschroute für Freiburg: „Wir wollen den Gegner von der ersten Minute an unter Druck setzen. Und wir wissen, dass wir es selbst in die Hand nehmen müssen, nicht auf andere hoffen dürfen.“

Trotz der Wichtigkeit des Spiels konnte der SC Freiburg nicht das gesamte Kontingent an Gästekarten absetzen. 2500 Anhänger haben sich im Vorverkauf ein Ticket für die Partie am Sonnabend im Volksparkstadion gesichert. Um 13 Uhr öffnen die Tageskassen.

Dem zentralen Mittelfeldspieler vor der Abwehr gebührt im 4-1-4-1-System von Christian Titz die Königsposition. In den bisherigen vier Spielen unter der Regie des Trainers erhielt immer Matti Steinmann das Vertrauen, doch zuletzt bei 1899 Hoffenheim enttäuschte der 23-Jährige und wurde schon im Verlauf der ersten Hälfte durch Albin Ekdal ersetzt, der Stabilität ins HSV-Team brachte. Wer darf gegen Freiburg von Beginn an ran? Titz hat sich offenbar noch nicht entschieden. Im gestrigen Training wechselten sich Steinmann und Ekdal im A-Team auf der „Sechser“-Position ab.

Nach dem nächsten Nackenschlag in Mainz (0:2), der vierten Niederlage in Folge und dem siebten Spiel hintereinander ohne Sieg, ist der SC Freiburg auf den 16. Platz abgerutscht. Kapitän Julian Schuster sieht darin sogar einen Vorteil: „Jetzt haben wir unseren Vorsprung eingebüßt und nichts mehr zu verlieren. Vielleicht gibt uns das die nötige Energie“ stellte er fest und kündigte dem HSV am Sonnabend einen harten Kampf an: „Gerade in solchen Situationen ist es wichtig, dass man zusammenhält. Das ist der Fall. Jetzt können wir beweisen, dass wir ein Team sind.“

Durch das 2:0 gegen Freiburg zog Mainz dem HSV am Montag auf acht Punkte davon und verschärfte die Situation der Hamburger im Abstiegskampf. Heiß diskutiert wird weiter über die Führung des FSV durch einen Handelfmeter nach Videobeweis, auf den Schiedsrichter Guido Winkmann entschied, als die Freiburger den Platz schon verlassen hatten und in der Kabine waren.“ UEFA-Präsident Aleksander Ceferin meldete sich nun in der „Gazzetta dello Sport“ zu Wort: „Ich habe lustige Szenen in Deutschland gesehen!“ Und weiter: „Ich habe Angst um die WM, weil wir Schiedsrichter haben, die nie mit dem Video-Beweis direkt gearbeitet haben.“