Mit seinen Glanzparaden gegen Freiburg hielt er den HSV im Spiel. Julian Pollersbeck macht eine klasse Partie und dankte anschließend vor allem den Fans:  „Die Fans geben uns enorm Kraft. Es ist immer wieder Wahnsinn hier, wenn die Kulisse Feuer fängt und uns unterstützt, ich verstehe da teilweise mein eigenes Wort nicht mehr. Sie sind ein ganz, ganz wichtiger Teil.“ Dann richtete der Schlussmann den Blick direkt aufs kommende Wochenende. Mit einem Sieg gegen Wolfsburg wäre der Relegationsplatz nur zwei Punkte entfernt: „Aktuell spielen wir ja noch in der Bundesliga. Aktuell liegt es zwar nicht mehr in unserer Hand, aber wir müssen unsere Hausaufgaben machen und wenn wir die gemacht haben, können wir auf die anderen schauen. Fünf Euro ins Phrasenschwein: Wir müssen von Spiel zu Spiel denken.“

Natürlich liegt Christian Streich nichts daran, seinem Papa leiden zu lassen. Aber morgen will und muss er das tun, um nicht selbst Gefahr zu laufen, mit dem SC Freiburg aus der Bundesliga abzusteigen. Doch ein wenig steckt der Coach wie vor jedem Duell mit dem HSV in der Klemme. Warum das so ist, erklärte er einst wie folgt: „Mein Vater ist seit Kindestagen großer HSV-Fan. Und wenn du dann mit ihm über den Hamburger SV sprichst, dann merkst du schon, was das war und was das ist, welche Bedeutung dieser Verein hat. Das ist schon eine richtg große Hausnummer“, so Streich. Freiburgs Trainer erinnerte sich daran, dass im Büro seines Vaters über dem Schreibtisch ein HSV-Poster hing: „Das habe ich ihm sogar geschenkt, und es war sicher nicht das unliebste Geschenk, was er bekommen hat.“

Nach der Niederlage am Montag in Mainz (0:2) war Christian Streich darum bemüht, den Fokus schnell auf die Herausforderung morgen beim HSV zu legen. Dabei arbeitete er auf dem Platz mit seinem Team, aber auch im mentalen Bereich. „Es ist nicht so, dass die Spieler alle mit gesenkten Köpfen herumlaufen. Im Gegenteil, die Mannschaft ist absolut lebendig und wir fühlen uns gut vorbereitet auf Hamburg.“ Streich sah sich die Auftritte des HSV unter Christian Titz genau an und kam zu folgender Analyse: „Hamburg ist offensiv ausgerichtet, spielt von der Aufstellung her nach vorne gewandt und hat viele technisch gute Spieler, die Fußball spielen wollen und versuchen werden, uns mit ihrem Pressing an die Wand zu drücken.“

Eigentlich sollte Josha Vagnoman morgen gegen den SC Freiburg als jüngster Spieler aller Zeiten in der Klub-Geschichte in der HSV-Startelf stehen. Doch gestern musste der 17-Jährige mit dem Training aussetzen. „Er hat Knieprobleme, es hat sich Flüssigkeit gebildet“, berichtete Christian Titz, der die heutige Einheit abwarten will. Besteht Vagnoman den Härtetest, dürfte er von Beginn an als Linksverteidiger auflaufen. Douglas Santos fehlt wegen einer Gelbsperre.