Was haben Jens Todt, Markus Gisdol und Bernd Hollerbach gemeinsam? Sie wurden beim HSV im Frühjahr gefeuert, kassieren aber weiter ab. Laut „Bild“ hat Vorstand Frank Wettstein mit Ex-Sportchef Todt vereinbart, dass er sein Gehalt bis zum Vertragsende am 31. Dezember ausgezahlt bekommt. Mit den geschassten Trainern will der HSV-Boss über Auflösungen der Arbeitspapiere verhandeln. Allerdings haben beide einen Vertrag bis 2019, der auch bei einem Abstieg in die Zweite Liga gültig wäre. Es wird also teuer.

Es ist die wichtigste Personalie beim HSV: Der Verein will den 2019 auslaufenden Vertrag mit Fiete Arp unbedingt verlängern und das Juwel nicht ziehen lassen. Dafür soll das Jahresgehalt des 18-Jährigen laut „Sport Bild“ auf zwei Millionen Euro vervierfacht werden. Der HSV soll Arp das Angebot bereits offiziell unterbreitet haben. Der neue Vertrag soll dann mindestens bis 2023 laufen, bei Abstieg aber eine Ausstiegsklausel in Höhe von zehn Millionen Euro beinhalten.

Im März vergangenen Jahres verlängerte der HSV den Vertrag mit Markus Gisdol bis 2019, am Sonntag wurde der Trainer wegen anhaltender Erfolglosigkeit und dem drohenden Abstieg entlassen. Laut „Sport Bild“ verzichteten Vorstands-Boss Heribert Bruchhagen und Sportchef Jens Todt darauf, eine Abfindungsvereinbarung im neuen Arbeitspapier zu verankern. Daher steht Gisdol bis zum Ablauf sein Gehalt zu. Dank einer Klausel würde er sogar mehr kassieren, wenn Nachfolger Bernd Hollerbach mit dem Team die Klasse hält. Dann würden Gisdol laut dem Bericht statt bisher 150.000 Euro ab Juli 2018 sogar 170.000 Euro pro Monat zustehen. Im Falle des Abstiegs müsste er sich mit 75.000 Euro pro Monat begnügen.

Auf diese finanzielle Entlastung hätte der HSV liebend gern verzichtet! Doch durch die Schwere Verletzung von Nicolai Müller und die Ausfallzeit von etwa sieben Monaten spart der HSV laut „Abendblatt“ etwa 1,4 Millionen Euro. Nur die ersten sechs Wochen nach dem Unfall des 29-Jährigen aus dem Augsburg-Spiel (1:0) trägt der Verein das Gehalt, dann übernimmt die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VGB) für ein Krankengeld in Höhe von 6400 Euro pro Monat auf. Zudem hat Müller eine Zusatzversicherung abgeschlossen. Erst bei Eintritt in das Teamtraining übernimmt der HSV wieder die Gehaltszahlung.

Die Honorare für Bundesliga-Schiedsrichter werden nach vier Jahren ohne Steigerung in der kommenden Saison angehoben. Das Honorar für einen Einsatz in der Eliteklasse steigt von bisher 3800 Euro auf 5000 Euro, Assistenten erhalten 2500 Euro und der Vierte Offizielle sowie der Videoassistent 1250 Euro. Zudem wird das Grundgehalt erhöht: Die sechs FIFA-Schiedsrichter der ersten Kategorie bekommen nun 79 000 Euro (bisher 75 000 Euro). Die weiteren FIFA-Referees und Kollegen, die bereits länger als fünf Jahre aktiv sind, bekommen jetzt 69 000 Euro (vorher 65 000 Euro). Alle weiteren Schiedsrichter kassieren künftig 59 000 Euro anstatt vorher 55 000 Euro.

Um den im Sommer auslaufenden Vertrag von Markus Gisdol zu verlängern, musste der HSV offenbar beim Gehalt ordentlich draufpacken. Laut „Bild“ kassiert der Trainer statt wie bisher 1,2 ab der nächsten Saison 1,7 Millionen Euro. Allerdings soll das neue Arbeitspapier eine Klausel für den Fall des Abstiegs in die Zweite Liga beinhalten: Dann würde sich das Gehalt um 700.000 auf eine Million Euro verringern.

Für den Zeitraum der von der FIFA ausgesprochenen und vom obersten Sportgerichtshof CAS bestätigten viermonatigen Sperre aufgrund seines Verstoßes gegen die Transferrichtlinien im Jahr 2011 wird Ex-HSV-Profi Hakan Calhanoglu auf Gehaltszahlungen seines Arbeitgebers verzichten. „Bayer 04 hat mit den damaligen Vorkommnissen überhaupt nichts zu tun. Der Verein wurde durch die ausgesprochene Strafe aber sportlich und wirtschaftlich hart getroffen“, so Calhanoglu. „Deshalb ist es für mich selbstverständlich, dass ich den Klub nicht noch weiter schädigen werde und für die Zeit meines Ausschlusses vom Spielbetrieb auf mein Gehalt verzichte.“