Für reichlich Ärger und Verwirrung hatte Daniel Ginczek in Stuttgart mit seinem Torbjubel gesorgt. Er feierte seinen Treffer zum 1:1-Ausgleich mit einem Hubschrauber-Jubel. Eigentlich ist das das Markenzeichen von Nicolai Müller. Er hatte sich bei dem gleichen Jubel im August 2017 das Kreuzband gerissen. Dass Ginczek nun ausgerechnet gegen den HSV auch so jubelt, empfanden die HSV-Profis als geschmacklos und vermuteten eine gezielte Provokation. André Hahn klärt auf: „Wir haben das in dem Moment alle so empfunden. Er kam nach dem Abpfiff aber noch zu uns in die Kabine und hat sich entschuldigt. Er meinte, dass das nichts mit Nicolai Müller zu tun hatte. Er wollte sich eigentlich auch gar nicht drehen – das war aus der Emotion heraus. Er hatte dabei gar nicht an Nicolai gedacht. Er sagte, dass er selbst zwei Kreuzbandrisse gehabt hat und weiß, wie scheiße das ist. Er würde das nie tun. Wenn wir das so aufgefasst haben, dann entschuldigt er sich von ganzem Herzen bei uns. Es war aber keine Anspielung auf Nicolai Müller.“

Gegen keinen anderen Verein traf der frühere St. Pauli-Stürmer Daniel Ginczek in der Bundesliga so oft wie gegen den HSV (viermal). Während er gestern viermal zum Abschluss kam (kein Spieler öfter), gab Mario Gomez gegen den HSV keinen einzigen Torschuss ab und war in 90 Minuten ganze 17 Mal am Ball – gegen den Nationalstürmer arbeitete die HSV-Defensive sehr gut.

Der VfB Stuttgart hat einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf gefeiert. Beim Heimdebüt von Trainer Tayfun Korkut gewannen die Schwaben gegen Gladbach mit 1:0, das Tor erzielte der frühere St. Pauli-Profi Daniel Ginczek bereits in der fünften Minute. Damit hat der VfB nun bereits sieben Punkte Vorsprung auf den HSV, der weiter Vorletzter ist.