Während Mario Gomez und Kyriakos Papadopoulos wohl keine Freunde mehr werden, hatte Wolfsburgs Stürmer für seinen HSV-Kollegen Fiete Arp nur lobenden Worte parat: „Das ist ein Spieler, der allen gefällt. Der Junge ist 17, das ist Wahnsinn, wie gut er schon ist. Wenn ich daran denke, wie ich mit 17 herumgestakst bin. Ich hoffe, er bleibt am Boden, dann wird er dem HSV und später auch Deutschland noch sehr viel Freude bereiten.“

Auf dem Rasen blieb er blass, nach Abpfiff im Sky-Interview gab Mario Gomez aber mächtig Gas. Als er auf den einen oder anderen harten Zweikampf samt Scharmützel mit Kyriakos Papadopoulos angeprochen wurde, sagte Wolfsburgs Stürmer: „Jeder kennt ihn, er gibt gern den sterbenden Schwan. Mit 32 Jahren müsste ich da cooler sein, aber das kann ich nicht, da bin ich zu sehr Sportsmann. Ich setze auf Fairplay, er kennt kein Fairplay. Die Bundesliga hat sich dahin entwickelt, aber kommt damit leider immer noch durch.“

Die starken Auftritte von Fiete Arp haben auch Wolfsburgs Trainer Martin Schmidt beeindruckt. „Er hat eine gute Größe, ist lauf­stark und kommt sehr über die Ath­le­tik. Wenn ein Spie­ler kör­per­lich gut da­steht, ist das Alter kein Hin­der­nis. Er war be­reit für die Chan­ce und hat sie ge­packt. Man sieht, dass das Spiel auf ihn ge­steu­ert und aus­ge­rich­tet wird. Es ist schön, wenn in Deutsch­land sol­che Ta­len­te her­an­wach­sen“, sagte der VfL-Coach über den 17-jährigen HSV-Stürmer, dem er eine große Karriere zutraut: „Arp ist ein kla­rer Neu­ner, ein Mit­tel­stür­mer. Er macht in der Box kein lan­ges Fe­der­le­sen. Des­halb glau­be ich, er könn­te mal in die Fuß­stap­fen von Mario Gomez tre­ten. Sol­che Spie­ler­ty­pen gibt es ja nicht oft in Deutsch­land.“

Wegen eines Unwetters war die Partie zwischen Wolfsburg und Gladbach (1:1) unterbrochen worden, daher konnten die VfL-Spieler das Last-Minute-Tor des HSV bei Schalke 04 (1:1) live am Fernseher verfolgen. Jetzt heißt es für den VfL am Sonnabend in Hamburg: Endspiel um den Klassenerhalt. Torjäger Mario Gomez schilderte seine Gefühle: „Du siehst, Hamburg verliert. Dann sitzt du ewig da und wartest, hörst, wie Hamburg den Ausgleich macht“, erzählte Gomez über die bangen Minuten: „Dann macht Schalke das 2:1, Riesenjubel hier unten.“ Doch der vermeintliche Treffer zählte nicht. „Dann war die Frage: Was machen wir? Gehen wir voll drauf? Oder versuchen wir kontrolliert weiter zu spielen und vielleicht noch den Lucky Punch zu machen?“ Letzteres war der Fall, es blieb beim Remis, das alles offen hält.

Investor Klaus-Michael Kühne hat dem HSV für die Verstärkung der Mannschaft 50 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Das Motto lautet: Klotzen statt kleckern! Die MOPO bat zur Online-Umfrage: Welchen Star sollte der HSV verpflichten? Zur Auswahl standen Max Kruse (Wolfsburg), Mario Gomez (Besiktas), Filip Kostic (Stuttgart), Tonny Vilhena (Feyenoord) und Neven Subotic (Dortmund). Mehr als 16.000 Anhänger beteiligten sich am Voting. Das Ergebnis: 1. Vilhena 33 Prozent, 2. Gomez 24 Prozent, 3. Kostic 20 Prozent, 4. Kruse 14 Prozent, 5. Subotic 9 Prozent.