Gegen keinen anderen Verein traf der frühere St. Pauli-Stürmer Daniel Ginczek in der Bundesliga so oft wie gegen den HSV (viermal). Während er gestern viermal zum Abschluss kam (kein Spieler öfter), gab Mario Gomez gegen den HSV keinen einzigen Torschuss ab und war in 90 Minuten ganze 17 Mal am Ball – gegen den Nationalstürmer arbeitete die HSV-Defensive sehr gut.

Alles spricht dafür, dass Stephan Ambrosius heute sein Debüt in der Bundesliga feiert. HSV-Coach Christian Titz plant den 19-Jährigen in der Startelf ein, er soll Stuttgarts Nationalstürmer Mario Gomez an die Kette legen. Pikant: Der Vertrag des Innenverteidigers läuft im Sommer aus, seit geraumer Zeit wird über eine Verlängerung um drei oder vier Jahre verhandelt. Sollte Ambrosius seine Feuerteufe bestehen, könnte das Ja-Wort für den HSV teurer werden.

100 oder mehr Heimspiel-Tore gegen den HSV bejubelten bislang nur der FC Bayern (162) und Dortmund (103). Die Stuttgarter gesellen sich mit dem nächsten Treffer dazu. Ihre letzten drei Heimaufgaben gegen die Hamburger gewannen sie jeweils mit einem Tor Differenz. Drei der letzten vier Duelle am Neckar blieben vor der Pause torlos, aber nur eine der letzten 26 Partien endete unentschieden. Gegen keinen Klub fabrizierten die Hamburger mehr Eigentore (sieben) als gegen den VfB. Die mit Trainer Tayfun Korkut noch ungeschlagenen Schwaben, die ihren Vereinsrekord von 14 Platzverweisen gegen den Liga-Dino registrieren, gewannen fünf der letzten sieben Aufgaben. Ihre 20 Rückrunden-Zähler werden nur vom FC Bayern (25) übertroffen. Sechs der neun Treffer unter Korkuts Regie und vier der letzten fünf gehen auf das Konto von Nationalstürmer Mario Gomez, der in neun Pflichtspielen gegen den HSV elf Tore schoss. Nur Schlusslicht Hamburg (elf) schoss zu Hause weniger Tore als der Aufsteiger, der mit zwölf Treffern 26 Punkte holte und als drittbestes Heimteam der Liga die wenigsten Heim-Gegentore (sieben) aller Klubs verbuchte. Die Rothosen holten mit drei verschiedenen Trainern fünf Punkte aus den letzten 14 sieglosen Spielen, in denen sie mit dem schwächsten Angriff der Liga nur sechs Tore schossen und nie mehr als eins. Nach ihrem letzten Saisonsieg (3:0 gegen Hoffenheim am 26. November) lag der HSV vier Punkte hinter Stuttgart, nun sind es 19.

Durch ein Last-Minute-Tor von Zlatko Junuzovic gewinnt Bremen auf Schalke nach Rückstand noch mit 2:1 und verlässt mit nun 20 Punkten den Relegationsplatz, da Mainz (0:2 gegen Bayern) das schlechtere Torverhältnis hat. Der Tabellenvorletzte HSV (16 Punkte) hat vor dem Heimspiel am Sonntag gegen Hannover vier Zähler Rückstand auf beide Teams vor ihm und steht nun noch mehr unter Druck als ohnehin schon. In einem weiteren Kellerduell trennten sich Wolfsburg und Stuttgart 1:1. VfB-Stürmer Mario Gomez traf gegen sein Ex-Klub.

Überraschender Wechsel bei einem Kellerkonkurrenten des HSV: Der VfB Stuttgart holt Nationalstürmer Mario Gomez vom VfL Wolfsburg zurück! Der 32-Jährige hat bis 2020 bei seinem Heimatverein unterschrieben und soll drei Millionen Euro Ablöse gekostet haben.

Während Mario Gomez und Kyriakos Papadopoulos wohl keine Freunde mehr werden, hatte Wolfsburgs Stürmer für seinen HSV-Kollegen Fiete Arp nur lobenden Worte parat: „Das ist ein Spieler, der allen gefällt. Der Junge ist 17, das ist Wahnsinn, wie gut er schon ist. Wenn ich daran denke, wie ich mit 17 herumgestakst bin. Ich hoffe, er bleibt am Boden, dann wird er dem HSV und später auch Deutschland noch sehr viel Freude bereiten.“