Sportchef Jens Todt will bei der Frage um die Zukunft von Kapitän Gotoku Sakai zügig Fakten schaffen. Für die kommende Woche habe er mit dem Japaner und dessen Berater Guido Walter ein Treffen angesetzt. „Ich bin zuversichtlich, dass wir uns danach einigen werden“, sagte Todt dem „Hamburger Abendblatt“. Mit Dennis Diekmeier, dessen Vertrag am Saisonende ebenfalls ausläuft, sei dagegen kein neuer Gesprächstermin vereinbart. „Wir sind dennoch auch bei seiner Vertragsverlängerung schon sehr weit“, sagte Todt.

Kapitän Gotoku Sakai bestätigt, dass Trainer Bernd Hollerbach beim HSV die Zügel angezogen hat. „Wir sprechen mehr über Fußball, rücken enger zusammen. Wir müssen uns gemeinsam pushen, trainieren viel, auch wenn es manchmal wehtut. Es ist aber der richtige Weg. Wir brauchen eine harte Hand“, sagte der 27-Jährige der „Bild“-Zeitung. Er stehe neuerdings um kurz vor sieben Uhr morgens auf. „Nur bei Trainer Huub Stevens in meiner Stuttgarter Zeit war es noch früher. Da mussten wir 7.30 Uhr in der Kabine sein und um 8 Uhr wurde gefrühstückt.“

Gotoku Sakai haderte mit dem 1:3 in Mönchengladbach. „An der Niederlage sind wir selbst schuld“, befand der HSV-Kapitän. „Wir haben viele Konterchancen zugelassen. Das ist genau das, was Gladbach wollte.“ Vom kämpferischen Einsatz könne man der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Der Japaner forderte aber auch: „Wir können nicht ruhig bleiben, müssen ein bisschen Druck spüren.“

90 Minuten lang durfte Gotoku Sakai auch heute für Japan ran. Gerade eben endete der Test im Iran, 1:1 hieß es am Ende. Sakai kehrt damit mit 180 Minuten in den Beinen und reichlich Spielpraxis von seiner Länderspielreise zum HSV zurück.

Gute Nachrichten erhielt Bruno Labbadia von zwei seiner Nationalspieler. Albin Ekdal meldete sich telefonisch bei seinem Trainer und teilte ihm mit, dass er heute Abend nicht in Schwedens Startelf steht. Der Grund: Er ist gelb-vorbelastet und würde bei einer Verwarnung heute gegen Moldawien im ersten Playoff-Spiel passen müssen. Auch Gotoku Sakai meldete sich bei Labbadia – und berichtete, dass er wie schon gegen Syrien auch morgen gegen den Iran in Japans Stammformation stehen wird. Sehr zur Freude Labbadias: „Das ist perfekt, denn er braucht Spielpraxis.“

Diese Kunde wird Bruno Labbadia mit Freude zur Kenntnis nehmen. Gotoku Sakai durfte bei Japans 3:0 gegen Syrien im Rahmen der asiatischen WM-Qualifikation 90 Minuten lang ran – genau so hatte es sich sein Trainer beim HSV erhofft. „Er braucht jetzt dringend Spielpraxis“, erklärte Labbadia noch direkt vor Sakais Abreise. Gesagt, getan. Die Japaner liegen in ihrer Qualifikationsgruppe nach vier von acht Partien mit zehn Zählern in Führung, vor den Syrern (neun). Nur der Gruppensieger erreicht die nächste Quali-Runde.