Wolfsburgs Daniel Didavi hatte vor dem Spiel den Mund ganz schön voll genommen. „Den HSV in die 2. Liga schießen – mehr geht nicht“, tönte der 28-Jährige, der im vergangenen Jahr noch über einen Wechsel nach Hamburg verhandelt hatte. Am Sonnabend saß der Mittelfeldspieler dann nur auf der Bank. Probleme mit der Achillessehne hatten einen Einsatz verhindert. Nach dem Abpfiff konterte Gotoku Sakai Didavis Ankündigung: „So was darfst du als Profi niemals sagen. Das bekommst du immer zurück. Im Fußball geht’s auch um Respekt. Am Ende stand er ja nicht mal auf dem Platz.“

In den vier Spielen unter Christian Titz hatte es Dennis Diekmeier nur ein einziges Mal in den Kader geschafft. Gegen Schalke saß der 28-jährige Rechtsverteidiger auf der Bank. Die Gelbsperre gegen Douglas Santos hätte nun dazu führen können, dass sich Diekmeier Chancen auf seine ersten Einsatzminuten unter Titz ausrechnet. Die Option, Gotoku Sakai nach links zu stellen und Diekmeier rechts verteidigen zu lassen, scheint für Titz aber keine wirklich realistische zu sein. Auf die Frage, was er über Diekmeiers Trainings-Comeback sagen könne, antwortete der Coach denkbar knapp, aber vielsagend: „Ich freue mich über jeden Spieler, der ins Training einsteigt.“

Der Kapitän hatte heute im Training wegen Sprunggelenksproblemen gefehlt. Für das Spiel gegen den SC Freiburg aber steht kein Fragezeichen hinter dem Einsatz von Gotoku Sakai. „Er ist heute raus, vielleicht auch morgen, aber dann kann er wieder trainieren“, gab Trainer Christian Titz Entwarnung. Anders sieht es bei Vasilije Janjicic, den ein grippaler Infekt niedergestreckt hat. Titz, der zurzeit selbst gegen eine Erkältung ankämpft, erklärte: „Den hat es richtig erwischt. Der hat hohes Fieber. Das wird noch einige Tage dauern, bis er wieder genesen ist.“ Am Samstag wird der Schweizer daher mit hoher Wahrscheinlichkeit ausfallen.

Die japanische Nationalmannschaft hat in ihrem zweiten Test des WM-Jahres eine Niederlage einstecken müssen. Das Team um HSV-Kapitän Gotoku Sakai unterlag bei der Vorbereitung auf die Endrunde in Russland der Ukraine im belgischen Lüttich 1:2 (1:1). Sakai, der erst nachnominiert worden war, spielte über die gesamten 90 Minuten. Naomichi Ueda (21.) hatte mit seinem Eigentor unglücklich für die Führung der Ukraine gesorgt. Tomoaki Makino hatte noch vor der Pause zum Ausgleich getroffen, doch Oleksandr Karavaev (69.) erzielte das Siegtor für die Ukraine, die sich nicht für die Endrunde in Russland qualifiziert hatte. Dort treffen die Asiaten auf Polen, Senegal und Kolumbien.

Mit Momo Kwarteng, Mohamed Gouaida, Ogechika Heil und Jonas David waren am Montag vier Spieler aus der U21 oder U19 beim HSV-Training mit dabei. Im Laufe der Woche will Christian Titz die Gruppe aber erneut verkleinern. „Wir werden mit Torhütern 25 oder 26 Spieler sein. Aber das wird erst Ende der Woche der Fall sein, weil wir erst am Donnerstag alle Spieler zurück haben“, blickte der Coach auf die Rückkehr der acht Spieler (Bobby Wood, Filip Kostic, Gotoku Sakai, Rick van Drongelen, Vasilije Janjicic, Kyriakos Papadopoulos, Mergim Mavraj, Tatsuya Ito), die sich auf Länderspielreisen befinden.

Der Freitag war ein Großkampftag aus Sicht der HSV-Nationalspieler. Fünf Hamburger waren heute im Einsatz, wobei einer sich mit der ungeliebten Bankrolle begnügen musste. Dabei gab es aus HSV-Sicht nur ein einziges Erfolgserlebnis. Vasilije Janjicic gewann mit der Schweizer U20 ein Testspiel auf Malta gegen die U21 des Gastgebers mit 3:1. Der 19-Jährige erzielte dabei das Tor zum 2:0. Gotoku Sakai durfte in Lüttich eine Halbzeit ran. Der HSV-Kapitän spielte mit den Japanern 1:1 gegen Mali. Auch für Josha Vagnoman gab es ein Unentschieden. Der 17-Jährige spielte mit der deutschen U20 in Eilenburg 2:2 gegen Frankreich. Kyriakos Papadopoulos hatte gleich doppelten Grund zum Ärger. Zum einen verloren seine Griechen in Athen 0:1 gegen die Schweiz, zum anderen saß „Papa“ erneut 90 Minuten auf der Bank. Filip Kostic stand hingegen 90 Minuten auf dem Platz, wird aber kaum glücklicher gewesen sein. Der 14-Millionen-Mann des HSV verlor in Turin mit seinen Serben 1:2 gegen Marokko und machte dabei kein gutes Spiel. Ab 23.30 Uhr steht für Tatsuya Ito mit der japanischen U21 noch ein Testspiel gegen Venezuela an. Das Spiel wird im Rahmen eines Vierländerturniers in Asunción, der Hauptstadt Paraguays, ausgetragen.

Der heutige Freitag wird zum Großkampftag für die HSV-Spieler, die sich auf Länderspielreisen befinden. Gleich sechs Spieler könnten zum Einsatz kommen. Den Auftakt macht Vasilije Janjicic, der mit der Schweizer U20 auf die maltesische U21 trifft. Anpfiff in der maltesischen Kleinstadt Attard ist um 13 Uhr. 20 Minuten später trifft der nachnominierte HSV-Kapitän Gotoku Sakai mit Japan in einem Testspiel in Lüttich auf Mali. Josha Vagnoman, der als jüngster HSV-Spieler der Bundesliga-Geschichte gegen den FC Bayern sein Debüt gegeben hatte, trifft in einem Freundschaftsspiel der deutschen U18 ab 18 Uhr in Eilenburg auf Frankreich. Kyriakos Papadopoulos testet ab 19 Uhr mit den Griechen in Athen gegen die Schweiz. Filip Kostic spielt auf neutralem Grund mit Serbien gegen Marokko. Anpfiff in Turin ist um 20.30 Uhr. Für den Abschluss des Tages sorgt ab 23.30 Uhr dann Tatsuya Ito, der beim U21-Turnier in Asunción (Paraguay) mit den Japanern gegen Venezuela spielt. Zum Auftakt hatte Ito bei seinem U21-Debüt mit 0:2 gegen Chile verloren.

Japans Nationaltrainer Vahid Halilhodžić hat HSV-Kapitän Gotoku Sakai für die WM-Testspiele der Japaner gegen Mali (23. März, 13.20 Uhr) und die Ukraine (27. März, 14.20 Uhr) nominiert. Eine Fernreise bleibt dem 26-Jährigen aber diesmal erspart. Beide Spiele werden in Lüttich ausgetragen. Tatsuya Ito steht derweil vor seinem Debüt für die japanische U21-Nationalmannschaft. Der 20-jährige HSV-Wirbelwind ist erstmals im Aufgebot. Bei einem Test-Turnier für U21-Teams in Paraguay trifft Ito am 21. März auf Chile, am 23. März auf Venezuela und am 25. März auf den Gastgeber.