Noch ein kurzer Rückblick auf die Versammlung gestern: Die drei brisanten Anträge der Mitglieder wurden allesamt zurückgezogen. Ex-Seniorenratschef Peter Gottschalk, der keine AfD-Anhänger im HSV wissen will, wird stattdessen einen entsprechenden Vorschlag für eine Änderung der Satzung vorbereiten. Klaus Meetz, der verankern lassen will, dass nicht mehr als 24,99 Prozent der Klubanteile veräußert werden dürfen, war nicht anwesend. Sein Antrag wurde ausgesetzt – ebenso wie ein Gegenvorschlag, bis zu 49 Prozent der Anteile abgeben zu dürfen.

Der frühere Seniorenrats-Chef Peter Gottschalk hat den Antrag gestellt, bei der Mitgliederversammlung des HSV e.V. am 18. Februar darüber abstimmen zu lassen, AfD-Mitglieder aus dem Klub auszuschließen. Die rechtspopulistische Partei reagierte darauf mit einem Beitrag bei Twitter und verglich diesen Vorgang mit dem Ausschluss von Juden aus vielen deutschen Vereinen zur NS-Zeit.

Die MOPO berichtete heute bei HSV24 über den Antrag des langjährigen Seniorenrats-Chefs Peter Gottschalk, am 18. Februar bei der Mitgliederversammlung des HSV e.V. darüber abstimmen zu lassen, keine AfD-Mitglieder im Verein und der Fußball-AG zuzulassen. Die Rechtspopulisten haben dazu eine Pressemitteilung verschickt, in der Alexander Wolf, Vorsitzender der AfD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft und „bekennender HSV-Fan“, wie folgt zitiert wird: „Der Vorgang ist skandalös, und zwar aus mehreren Gründen: Erstens sollte Sport nicht mit Politik vermengt werden – wenn man damit anfängt, wo hört man da auf. Zweitens: Während führende Sportfunktionäre, Verbände und Spitzensportler immer wieder zu Toleranz aufrufen, wird hier das genaue Gegenteil gefordert – Intoleranz pur. Es ist ein seltsames Demokratieverständnis, wenn man Mitglieder der drittstärksten Partei im Deutschen Bundestag stigmatisieren und ausgrenzen will. Diese undemokratische Ausgrenzungspolitik erinnert an ganz dunkle Zeiten der deutschen Geschichte.“

Am 18. Februar kommt es bei der Mitgliederversammlung des HSV e.V. nicht nur zum Wahl-Showdown zwischen dem amtierenden Präsidenten Jens Meier und Herausforderer Bernd Hoffmann. Auch über einen brisanten Antrag des langjährigen Seniorenrats-Chefs Peter Gottschalk wird dann abgestimmt: „Die Mitgliederversammlung fordert das Präsidium auf dafür zu sorgen, dass AfD-Mitglieder oder gleichgesinnte Personen nicht Mitglied im Hamburger-Sport-Verein e.V. werden oder der HSV Fußball AG angehören.“ Seine Begründung: „Kein Platz für Rassismus! Toleranz und Solidarität sind Werte, die innerhalb jeder Sportart zählen.“