Bernd Hollerbach musste bei seinem Heimdebüt mit einem Punkt leben, freute sich über den Charakter seines Teams, ärgerte sich aber über Schiedsrichter Sascha Stegemann. „Über das Foul von Sané an Kostic muss man doch nicht diskutieren, das ist ein klarer Elfmeter. Und auch das Handspiel von Schwegler hätte einen Strafstoß nach sich ziehen können. Unter dem Strich bin ich zufrieden damit, dass die Mannschaft wie schon in Leipzig nach einem Rückstand zurückgekommen ist und Moral gezeigt hat. Ich bin sicher, wir werden es packen“, so der HSV-Coach.

Nun hat sich auch Sportchef Jens Todt nach dem 1:1 gegen Hannover geäußert und sich über die Elfmeter-Situation (Sané gegen Kostic) geärgert: „Klarer Elfmeter, das habe ich von Anfang an gesagt und dabei bleibe ich auch.“ Todt weiter: „Die Konkurrenz punktet, es war eine Art Endspiel, so wurde es ausgerufen. Es fehlt die Leichtigkeit in unserem Spiel, aber die Mannschaft ist intakt und hat die Qualität, auch wieder Spiele zu gewinnen. Ein Punkt ist besser als keiner.“

Den Gegentreffer konnte Christian Mathenia nicht verhindern, im weiteren Verlauf hielt er den HSV aber mit starken Paraden im Spiel. Der Torwart nach dem Abpfiff: „Wir wollten unbedingt drei Punkte zu Hause behalten, das ist zu wenig. Aber es ist positiv, dass wir uns zurückgekämpft haben. Das Selbstvertrauen ist natürlich nicht zu 100 Prozent da, aber die Moral stimmt. Darauf wollen wir in Dortmund aufbauen.“

Für einen Stürmer ist es eine Ewigkeit: Seit 999 Minuten wartet Bobby Wood nun schon auf ein Tor, zuletzt und damit auch zum einzigen Mal in der laufenden Saison traf der US-Boy am zweiten Spieltag in Köln (3:1) für den HSV. Dennoch erhält Wood heute gegen Hannover eine neue Chance – doch die 1000 macht er auf jeden Fall voll.

Die Situation ist verzwickt! Die Konkurrenz hat den HSV weiter unter Druck gesetzt, ein Sieg heute gegen Hannover ist Pflicht, um im Abstiegskampf nicht frühzeitig den Anschluss zu verlieren. Alles oder nichts? Nein, Trainer Bernd Hollerbach hat einen anderen Plan: „Wir müssen auf der Hut sein. Wir wollen vor heimischen Publikum natürlich mutig nach vorn spielen, müssen gleichzeitig aber auch aufpassen. Das letzte Heimspiel gegen Köln muss uns eine Lehre sein. Wir dürfen nicht ins offene Messer laufen, sondern müssen wie zuletzt in Leipzig eine gute Balance aus Defensive und Offensive finden.“

Unter Markus Gisdol hatte er seinen Platz in der Startelf zuletzt sich, doch bei Bernd Hollerbach muss sich Sturm-Juwel Fiete Atp zunächst einmal hinten anstellen. Der 18-Jährige wird gegen Hannover wie schon zuletzt in Leipzig (1:1) auf der Ersatzbank sitzen. Dabei hat er seine hartnäckige Grippe auskuriert. „Fiete ist wieder der Alte“, hatte Hollerbach versichert. Doch den Vorzug erhält dennoch Bobby Wood.