Nicht nur in Hamburg, sondern auch in Gelsenkirchen wurde das Duell noch einmal genau analysiert. „Der HSV hat uns jetzt nicht überrascht“, versicherte Manager Christian Heidel nach dem 2:3, „Domenico Tedesco hat es genau so erwartet. Nur: Unsere Spieler haben sich nicht ganz an den Plan gehalten, wie man dagegenhalten soll. Dass es die vielleicht letzte Chance vom HSV war und dass die hier aufdrehen, dass der Rasen da qualmt, war uns allen klar“, so Heidel. Mittelfeld-Antreiber Leon Goretzka stellte fest: „Der HSV hat auf mich in keiner Phase verunsichert gewirkt. Ganz im Gegenteil. Nach den ersten fünf bis zehn Minuten hat man bei uns irgendwie das Gefühl gehabt, dass keiner mehr den Ball haben wollte, weil alle Angst hatten.“

Christian Heidel, Sportvorstand des FC Schalke 04, hat die Verpflichtung des früheren HSV-Sportchefs Peter Knäbel erklärt. Im Rahmen der Pressekonferenz vor dem Gastspiel am Sonnabend in Hamburg sagte er: „Wir haben lange überlegt, welche Funktion, welchen Titel er bei Schalke 04 bekommt. Er wird als Technischer Direktor für Entwicklung für den Verein und das Nachwuchszentrum arbeiten. Peter ist ein absoluter Experte, er erfüllt den Anspruch, dass wir den Besten finden wollten. Ich kenne ihn, er ist bestens vernetzt, er wird uns helfen, eigene Spieler und auch Trainer auszubilden und zu entwickeln. Er war auch daran beteiligt, den HSV-Campus zu bauen, das ist in diesem Bereich allerhöchstes Niveau. Darüber hinaus versprechen wir uns viel Input für den Profibereich.“ Schon im Oktober vergangenen Jahres, so Heidel, hätte man Einigung erzielt: „Das passt zu 100 Prozent. Was er plant, ist das, was wir brauchen.“

Trotz der gescheiterten Gespräche über eine Vertragsverlängerung will der HSV Nicolai Müller unter keinen Umständen ziehen lassen. Ist das das letzte Wort? Neben Wolfsburg soll auch Schalke weiterhin an einer Verpflichtung des 29-Jährigen interessiert sein. Laut „Sport Bild“ hat sich Müllers Berater Björn Bezemer vergangene Woche mit Schalkes Manager Christian Heidel getroffen, um über einen Transfer zu verhandeln. Müllers Vertrag läuft am Saisonende aus. Heidel hatte Müller einst nach Mainz geholt.

Vor dem Duell am Sonnabend gegen den HSV herrscht große Unruhe im Umfeld von Schalke 04. Weil das Team vermutlich den internationalen Wettbewerb verpasst, kritisieren frühere Klub-Ikonen die aktuelle Führung. Nach Ex-Keeper Jens Lehmann prügelt nun auch der frühere Coach Peter Neururer auf Manager und Trainer ein: Neururer kritisiert vor diesem Hintergrund besonders die Personalpolitik der Gelsenkirchener, bei der Sportvorstand Christian Heidel und Trainer Markus Weinzierl für seinen Geschmack bislang kein gutes Gespür bewiesen haben. „In Freiburg (0:2, d. Red.) standen sieben Spieler auf dem Platz, die von Christian Heidel und Markus Weinzierl geholt wurden. Ich stelle mir da die Frage, ob das die richtigen Spieler sind“, so Neururer bei Sport1.

Der frühere Schalke-Torwart Jens Lehmann hat Aufsichtsratschef, Sportchef und Trainer seines Ex-Klubs scharf kritisiert. „Clemens Tönnies kommt nicht aus dem Fußball, Christian Heidel und Markus Weinzierl auch nicht. Wenn man die Mannschaft Fußball spielen sieht, dann sieht man viele Details, die nicht stimmen „, ätzte Lehmann. Vor dem Duell mit dem HSV am Sonnabend sorgte er damit für Wirbel bei Königsblau, Heidel reagierte prompt und machte sich lustig, dass Lehmann keinen Job findet: „Ich hatte vor der Saison und vor der Verpflichtung von Weinzierl ein langes und sehr interessantes Gespräch mit Jens. Er möchte Trainer werden, und ich wünsche ihm, dass er seine Ideen bei einem Verein umsetzen kann und diese sofort zum Erfolg führen. Allerdings kann ich aus 25 Jahren Erfahrung sagen, dass er schnell merken wird, dass ihm seine Bundesliga- und Länderspiele dann nicht mehr viel helfen werden. Dafür gibt es genügend Beispiele.“

Nach dem 0:2 in Freiburg wird es für Schalke 04 sehr schwer, sich noch für die Europa League zu qualifizieren. Doch so lange es rechnerisch noch möglich ist, zeigt sich Trainer Markus Wenzierl kämpferisch: „Es werden noch zwei Spieltage gespielt, wo es sechs Punkte gibt. Dann wird abgerechnet.“ Ausgerechnet gegen den HSV wollen die Gelsenkirchener am Sonnabend ihre Charakterstärke unter Beweis stellen. Dem Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung wollen sich die Königsblauen auf jeden Fall nicht aussetzen. „Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass eine Mannschaft aus dem Niemandsland ein Spiel abgibt“, warnte Sportchef Christian Heidel.

Beim HSV spielt Pierre-Michel Lasogga in der laufenden Saison eine untergeordnete Rolle, hinter Bobby Wood und Michael Gregoritsch ist der 25-Jährige nur noch Mittelstümer Nummer drei in der Gunst von Trainer Markus Gisdol. Am zweiten Weihnachtstag hieß es aus dem Umfeld des Spielers, dass Lasogga auf Leihbasis zum Liga-Rivalen Schalke 04 wechseln werde. Die MOPO erreichte Christian Heidel am Telefon. Der Sportvorstand der „Knappen“ sagte zum Lasogga-Gerücht: „Es gab und es gibt keinerlei Kontakte zum Spieler oder zum HSV.“

Schalke-Manager Christian Heidel hat kein Interesse an HSV-Stürmer Pierre-Michel Lasogga. (Foto: Imago)

Schalke-Manager Christian Heidel hat kein Interesse an HSV-Stürmer Pierre-Michel Lasogga. (Foto: Imago)

Auch im Rahmen der heutigen Pressekonferenz beim FSV Mainz 05 war das gestern veröffentlichte Horror-Minus des HSV von 16,9 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2014/15 ein Thema. Manager Christian Heidel lästerte über die Finanzsituation des nächsten Gegners: „Wenn wir solch ein Ergebnis präsentieren würden, dann weiß ich nicht, ob es am nächsten Donnerstag noch eine Pressekonferenz geben würde.“

Noch wartet Maxi Beister auf sein erstes Bundesligaspiel für Mainz. Nach langer Verletzungspause trainiert der Ex-HSV-Profi seit fünf Wochen voll mit. In welchem Zustand aber wechselte er im Sommer nach Mainz? 05-Manager Christian Heidel sagte der MOPO: „Maxi ist in einem schlechten körperlichen Zustand hier her gekommen. Das ist kein direkter Vorwurf in Richtung HSV, aber es ist Fakt!“ Fragt sich nur, inwieweit Beister selbst für diesen Zustand verantwortlich war.“ Bruno Labbadia jedenfalls will nicht nachkarten. Der HSV-Trainer: „Ich habe es mir abgewöhnt, über ehemalige Spieler zu sprechen. Maxi ist jetzt in Mainz – und unser Gegner.“