46.739 Zuschauer – das war zumindest die offizielle Zahl, die der HSV nach dem 0:0 gegen Mainz kommunizierte. Tatsächlich waren Tausende Karteninhaber dem Spiel allerdings ferngeblieben. Dennoch: Auch die offizielle Zuschauerzahl verstärkt den Trend von der Flucht der Fans aus dem Volkspark. Aktuell beträgt der Schnitt noch 49.462, das sind 2858 Zuschauer pro Spiel weniger als in der Vorsaison. Einen so verheerenden Rückgang verzeichnet kein anderer Bundesligist. Einzig Hertha BSC stößt überhaupt in ähnliche Regionen vor (1855 Zuschauer weniger/Schnitt: 45.529). Noch liegt der HSV hinter Dortmund, München, Schalke, Stuttgart und Gladbach auf Platz sechs des Rankings, dürfte aber bald von Frankfurt (48.708) überholt werden. In der 2. Liga wird der Schnitt voraussichtlich noch einmal deutlich absinken. Zum Vergleich: In Stuttgart und Hannover kommen in der aktuellen Bundesliga-Saison rund 6000 Zuschauer mehr zu den Heimspielen als das in der 2. Liga der Fall war.

Mit dem Punkt in Freiburg war man beim HSV zufrieden. Coach Markus Gisdol wusste zwar auch, dass sein Team im Breisgau nicht den attraktivsten Fußball gespielt hatte, nahm den Zähler aber dankend an. „Es war kämpferisch eine gute Leistung von uns, spielerisch nicht so. Wir hatten uns vorgenommen, alles reinzuhauen und zu Null zu spielen. Das hat funktioniert.“ Auf die Tabelle wolle er allerdings zu diesem Zeitpunkt der Saison noch nicht blicken. „Das macht keinen Sinn“, sagte Gisdol: „Wir haben es in der eigenen Hand aus dieser Saison auch eine gute Saison zu machen. Wir haben noch drei Partien bis zur Winterpause, da wollen wir alles reinlegen.“

Nachdem der HSV zuletzt vier Heimspiele in Folge gewinnen konnte, hofft René Adler, dass das Team von Trainer Markus Gisdol daran anknüpfen. „Die verbleibenden Heimspiele wollen wir so gestalten, dass wir die maximal mögliche Punktzahl generieren“, sagt Adler. „Das Volksparkstadion soll wieder zur Festung werden. Dann werden wir unser Saisonziel Klassenerhalt auch realisieren.“