Der HSV zauberte ihn plötzlich aus dem Hut hervor, verpflichtete am 13. September 2017 den vereinslosen Sejad Salihovic, um dem Kader mehr Qualität zu verleihen. „Sejad ist ein erfahrener Bundesliga-Spieler, der über Jahre hinweg seine Qualitäten unter Beweis gestellt hat und auf mehreren Positionen variabel einsetzbar ist. Er kann uns auch kurzfristig eine Hilfe sein“, erklärte Sportchef Jens Todt damals die Verpflichtung. 14 Spieltage später dürfte sich im Volkspark, aber auch beim bosnischen Nationalspieler, Ernüchterung breit gemacht haben. Seine Bilanz ist erschreckend. Nur in vier von 14 möglichen Spielen kam der Freistoßspezialist zum Einsatz, stand fünf Mal aus Leistungsgründen nicht im Kader. Zu wenig, für einen Spieler, der als Soforthilfe verpflichtet wurde.

Er gehört zu den absoluten Gewinnern der Hinrunde. Sturmjuwel Fiete Arp entzückte Verantwortliche und Fans mit seinen Fertigkeiten. Den Winterurlaub nutzt der 17-Jährige nun, um sich bei seinen Fans zu bedanken: „Es ist an der Zeit, Danke zu sagen: Danke für eure Unterstützung in diesem unglaublichen Jahr! Ich wünsche euch und euren Familien eine schöne und ruhige Weihnachtszeit – 2018 wird dann weiter gekämpft“, postet Arp auf seiner Facebookseite.

Heute wird Rick van Drongelen 19 Jahre alt. Die MOPO gratuliert! Hinter dem Abwehr-Talent aus Holland liegt ein spannendes erstes Bundesliga-Halbjahr. Anfang August hatte der HSV ihn für drei Millionen Euro Ablöse von Sparta Rotterdem verpflichtet. Beim ersten Saisonspiel gegen Augsburg (1:0) stand van Drongelen dann direkt als Linksverteidiger in der Startelf und machte seine Sache auf ungewohnter Position gut. Auch in den folgenden beiden Spielen durfte Rick von Beginn an ran. Dann verletzte er sich allerdings und musste fünf Partien zuschauen. Als Trainer Markus Gisdol am 9. und 10. Spieltag gegen Bayern (0:1) und in Berlin (1:2) auf eine Fünferkette setzte, spielte van Drongelen in der Innenverteidigung. Es folgten sechs Partien mit nur einem Einsatz über 15 Minuten. Beim Hinrunden-Abschluss in Gladbach (1:3) war van Drongelen dann wieder in der Startelf. Man darf gespannt sein, wie es mit dem jungen Defensiv-Mann in der Rückrunde weitergeht.

Foto: Witters

In den vergangenen Jahren war meist Lewis Holtby der Kilometerfresser beim HSV. Doch bei Markus Gisdol spielt er diese Saison keine Rolle. Deswegen gibt es gleich zwei neue Hinrunden-Laufkönige beim HSV: André Hahn und Aaron Hunt reißen jeweils 11,8 Kilometer pro Spiel ab. Es folgen Gotoku Sakai (11,6) sowie Albin Ekdal und Filip Kostic (11,3). Hahn hat auch die meisten Sprints hingelegt. Wie Fiete Arp zieht er 29 Mal pro Partie an. Kostic (28), Dennis Diekmeier (27) und Hunt (24) haben hier ebenfalls Topwerte.

15 Punkte nach 17 Spielen – die Bilanz der HSV-Hinrunde ist mehr als düster. Dennoch gab es für Sportchef Jens Todt auch einige positive Momente. „Der Sieg gegen Hoffenheim (3:0 Anm. d. Red.) hat uns sehr gut getan“, sagt der 47-Jährige: „Höhepunkte habe ich auch in der Entwicklung von Spielern wie Fiete Arp und Tatsuya Ito gesehen. Beide haben sich sehr schnell an das Bundesliganiveau angepasst.“

Als absoute Tiefschläge hat der Sportchef die unnötigen Niederlagen gegen Mainz (2:3), Hannover (0:2) und Frankfurt (1:2) wahrgenommen. Todt: „Diese Niederlagen haben uns sehr wehgetan, weil sie vor allem unnötig waren. Wenn wir nur in einem dieser Spiele gewonnen hätten, sähe alles sehr viel besser aus. Aber wenn und aber hilft eben nicht.“

 

Wer war der beste HSV-Spieler der Hinrunde? Das will die MOPO von ihren Lesern wissen. Bereits mehr als 10.000 Fans haben an der Umfrage bei HSV24 teilgenommen – und es ist ein ganz heißes Rennen! Momentan führt Vorkämpfer Kyriakos Papadopoulos knapp vor Dauerbrenner Dennis Diekmeier und Teenie-Juwel Fiete Arp. Aber die Abstimmung geht weiter. Machen auch Sie mit – HIER!